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Zukunft des alpinen Tourismus

35. TFA TourismusForum Alpenregionen in Lech am Arlberg

Vom 13. bis 15. April 2026 fand in Lech am Arlberg die 35. Ausgabe des TFA TourismusForum Alpenregionen statt. Rund 140 Entscheiderinnen und Entscheider der Bergbahn- und alpinen Tourismusbranche diskutierten unter dem Leitthema «Der Berg verhandelt nicht – Realitätssinn im Tourismus der Zukunft» über die Zukunft des alpinen Tourismus.
Zukunft des alpinen Tourismus

35. TFA TourismusForum Alpenregionen in Lech am Arlberg

Vom 13. bis 15. April 2026 fand in Lech am Arlberg die 35. Ausgabe des TFA TourismusForum Alpenregionen statt. Rund 140 Entscheiderinnen und Entscheider der Bergbahn- und alpinen Tourismusbranche diskutierten unter dem Leitthema «Der Berg verhandelt nicht – Realitätssinn im Tourismus der Zukunft» über die Zukunft des alpinen Tourismus.

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Zukunft des alpinen Tourismus: Zwischen Klimawandel, Konsolidierung und neuer Verantwortung

Vom 13. bis 15. April 2026 wurde Lech am Arlberg erneut zum zentralen Treffpunkt der alpinen Tourismusbranche. Beim 35. TFA TourismusForum Alpenregionen diskutierten rund 140 Führungskräfte aus Bergbahnen, Destinationen und Tourismusorganisationen aus der Schweiz, Österreich, Deutschland und Südtirol über die Zukunft des alpinen Tourismus.

Im Fokus stand ein Leitsatz, der den Ton setzte: „Der Berg verhandelt nicht – Realitätssinn im Tourismus der Zukunft.“

Hat der Tourismus, wie wir ihn kennen, noch eine Zukunft?

Gleich zu Beginn stellte Tourismusökonom Thomas Bieger (Universität St. Gallen) eine bewusst zugespitzte These in den Raum: Der Tourismus in seiner bisherigen Form habe keine Zukunft. Was folgte, war keine Absage an die Branche, sondern eine fundamentale Neubewertung ihres Selbstverständnisses.

Zentrale Frage: Wie kann sich der alpine Tourismus gesellschaftlich legitimieren – in Zeiten von Klimakrise, Ressourcenknappheit und wachsender Kritik?

Impulse lieferten Vertreter aus etablierten Destinationen wie Lech Zürs und Kitzbühel. Ihre Strategien zeigen: Auch ikonische Alpenregionen müssen sich neu erfinden – mit klarer Positionierung, nachhaltigen Konzepten und ganzjähriger Angebotsentwicklung.

Ein besonders eindrücklicher Beitrag kam aus Blatten im Lötschental. Der Bericht über den Wiederaufbau nach Gletscherabbruch und Bergsturz machte deutlich, wie konkret die Folgen des Klimawandels bereits heute sind. Gleichzeitig zeigte das Beispiel: Resilienz ist möglich – aber sie erfordert langfristige Planung und erhebliche Ressourcen.

Technologische Lösungsansätze wurden ebenfalls diskutiert. Am Piz Nair bei St. Moritz zeigen passive Thermosiphons bereits messbare Effekte auf die Stabilisierung des Permafrosts. Solche Projekte verdeutlichen: Anpassung ist machbar, aber komplex und kostenintensiv.

Skifahren 2050: Möglich – aber grundlegend anders

Der zweite Forumstag rückte strategische und strukturelle Fragen in den Mittelpunkt. Mit dem „Kompass Schnee“ präsentierten Seilbahnen Schweiz und Branchenvertreter konkrete Zukunftsszenarien für den Wintersport.

Die Kernaussage ist klar und für viele Regionen entscheidend:
Skifahren wird auch in Zukunft möglich sein – jedoch unter veränderten Bedingungen.

Dazu zählen:

  • weniger klassische Talabfahrten
  • stärkere Abhängigkeit von technischer Beschneiung
  • konsequente Entwicklung zur Ganzjahresdestination

Gleichzeitig verschärft sich der internationale Wettbewerb. Reto Gurtner (Weisse Arena Gruppe) analysierte die zunehmende Expansion globaler Player wie Vail Resorts in den Alpenraum. Seine Warnung ist unmissverständlich:
Wer nicht aktiv gestaltet, wird Teil fremder Strategien.

Strukturwandel im Alpenraum: Zwischen Tradition und Globalisierung

Ein Blick auf die Arlbergregion zeigt, wie unterschiedlich die Strukturen im Alpenraum geblieben sind. Die Vielzahl eigenständiger Liftgesellschaften rund um Lech und Zürs steht für historisch gewachsene Modelle – im Kontrast zu stärker konsolidierten Märkten wie in Teilen der Schweiz.

Parallel dazu verschiebt sich das wirtschaftliche Fundament des Tourismus. Der Bike-Tourismus entwickelt sich zunehmend vom Nischenprodukt zum zentralen Umsatztreiber im Sommer.

Aktuelle Zahlen unterstreichen diese Entwicklung:

  • In Graubünden geben Mountainbike-Gäste täglich rund 304 Franken aus
  • In Sölden liegt der Wert bei etwa 240 Euro pro Tag
  • Rund 23 Prozent dieser Ausgaben fliessen direkt an Bergbahnen

Diese Zahlen zeigen deutlich: Die Zukunft alpiner Destinationen liegt in der Diversifizierung.

Anpassungsfähigkeit wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor

Den inhaltlichen Schlusspunkt setzte Innovationsexperte Gerriet Danz mit einer zentralen Erkenntnis:
Nicht die Grösse oder Tradition entscheidet über die Zukunftsfähigkeit, sondern die Fähigkeit zur Anpassung.

Für den alpinen Tourismus bedeutet das:

  • schnellere Innovationszyklen
  • mutigere strategische Entscheidungen
  • stärkere Fokussierung auf Nachhaltigkeit und Effizienz

Lech am Arlberg als Bühne und Beispiel

Neben den inhaltlichen Debatten überzeugte auch die Inszenierung des Forums. Formate wie das „Dine Around“ in Oberlech oder der gemeinsame Abend auf der Rud-Alpe schufen Räume für Austausch, die über klassische Konferenzstrukturen hinausgehen.

Gerade diese informellen Begegnungen sind es, die Netzwerke stärken und neue Kooperationen ermöglichen – ein nicht zu unterschätzender Faktor in einer Branche im Wandel.

Ausblick: TFA 2027 in Gstaad

Das nächste TFA TourismusForum Alpenregionen findet vom 8. bis 10. März 2027 in Gstaad im Berner Oberland statt. Damit bleibt das Forum eine der wichtigsten Plattformen für strategischen Austausch im alpinen Tourismusraum.

Fazit: Der Wandel ist unausweichlich

Das Forum in Lech hat eines deutlich gemacht:
Der alpine Tourismus steht vor tiefgreifenden Veränderungen – ökologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich.

Das Problembewusstsein ist vorhanden.
Die Lösungen liegen auf dem Tisch.

Entscheidend wird sein, ob die Branche den Wandel aktiv gestaltet – oder von den Realitäten der Berge dazu gezwungen wird.

17. April 2026 | AutorIn: PM/Céline Tschannen | Foto: TFA TourismusForum/Aniela Lea Schafroth Photography & Animation

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