Tirols Tourismuswirtschaft startet mit ambitionierten Zielen ins Jahr 2026. Beim traditionellen Neujahrstreffen anlässlich des Bergiselspringens präsentierten Tourismuslandesrat Mario Gerber und Tirol Werbung-Geschäftsführerin Karin Seiler zentrale Vorhaben für das neue Jahr. Im Fokus stehen die Wiedereinführung gesetzlich abgesicherter Einheimischentarife, die bessere internationale Anbindung des Flughafens Innsbruck sowie eine Reihe internationaler Events, darunter die Olympischen Winterspiele 2026 und das neue Golfturnier „Austrian Alpine Open“ in Kitzbühel. Außerdem entsteht in Innsbruck eine neue Markenwelt rund um das Tourismuslabel „Tirol“.
Tourismus mit regionaler Rückbindung – Einheimischentarife im Fokus
Für Mario Gerber ist klar: Tirols Bevölkerung muss stärker von der touristischen Wertschöpfung profitieren. Dazu gehört für ihn die rechtliche Absicherung von sogenannten Einheimischentarifen – Vergünstigungen für Tirolerinnen und Tiroler, etwa bei Lifttickets oder Eintritten. Diese seien nicht nur Ausdruck der Wertschätzung, sondern ein entscheidender Baustein zur langfristigen Akzeptanz des Tourismus im Land. Gerber setzt auf europäische Unterstützung: Im Herbst 2025 habe EU-Kommissar Apostolos Tzitzikostas bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert. Jetzt gehe es darum, mit Nachdruck in Brüssel Rechtssicherheit zu schaffen.
Internationalisierung über den Luftweg: Innsbrucks Flughafen als Schwachstelle
Ein zentrales Thema bleibt auch die internationale Erreichbarkeit Tirols – konkret der Flughafen Innsbruck. Seit dem Rückzug der Lufthansa sei die globale Anbindung massiv eingeschränkt, was nicht nur den Tourismus, sondern die gesamte regionale Wirtschaft betreffe. Gerber forderte ein zukunftsfähiges Modell zur Wiederherstellung internationaler Flugverbindungen. Aktuell arbeite man an kreativen Lösungen, etwa dem Aufbau einer virtuellen Airline. Entscheidend sei letztlich nur das Ergebnis: verlässliche, internationale Anbindungen, die Tirol global sichtbar und erreichbar machen.
Internationale Bühne für die Marke Tirol
Karin Seiler, Geschäftsführerin der Tirol Werbung, setzt 2026 verstärkt auf internationale Inszenierung und Events mit hoher Medienwirkung. Ein Highlight wird der Auftritt Tirols bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina: Drei Tage lang übernimmt Tirol das Austria House, um sich mit touristischen Angeboten, Kulinarik, Kultur und Wirtschaft als Winterdestination zu positionieren.
Ein weiteres Großevent ist mit den Austrian Alpine Open in Kitzbühel geplant – einem neuen Golfturnier im Rahmen der DP World Tour, das Tirols Golfsportangebot auf der Weltbühne präsentieren soll. Hinzu kommen Kampagnen in urbanen Kernmärkten wie Berlin und erstmals auch Warschau. In beiden Städten will Tirol über Wochen hinweg durch Plakataktionen, Sportevents und PR-Initiativen für Sommer- wie Winterurlaub begeistern.
Neue Markenheimat am Franziskanerplatz und nachhaltige Zukunftsprojekte
Im März 2026 eröffnet die Lebensraum Tirol Gruppe in der Innsbrucker Innenstadt eine neue Markenwelt. Die Räumlichkeiten am Franziskanerplatz werden eine Verbindung aus Tirol Shop, regionaler Kulinarik und kulturellem Treffpunkt bieten – ein Raum für Austausch, Identifikation und Begegnung.
Parallel dazu rückt das Thema Nachhaltigkeit stärker in den Vordergrund. Auf Initiative Tirols wird beim Alpenklimagipfel auf der Zugspitze erstmals der AlpNet Award für klimaorientierte Vorzeigeprojekte vergeben. Zusätzlich schafft die Lebensraum Tirol Gruppe einen eigenen Preis zur Förderung nachhaltiger Initiativen im Bundesland.
Fazit: Tourismusjahr mit Weitblick – zwischen lokaler Verantwortung und globaler Bühne
Tirols Tourismusstrategie für 2026 setzt auf eine doppelte Stoßrichtung: Einerseits wird der Blick nach außen geschärft – mit internationalen Events, neuen Flugverbindungen und urbanen Kampagnen. Andererseits bleibt die Rückbindung an die Bevölkerung ein zentrales Anliegen – sichtbar etwa in der Debatte um Einheimischentarife und regionaler Nachhaltigkeitsförderung. Tirol positioniert sich damit nicht nur als attraktive Destination, sondern als verantwortungsvoller Gestalter im Spannungsfeld von Tourismus, Lebensqualität und Klimaschutz.