Die Tiroler Wintersaison 2025/26 (1. November 2025 bis 30. April 2026) schließt trotz volatiler Rahmenbedingungen mit einem positiven Gesamtergebnis ab: 6,3 Millionen Gästeankünfte bedeuten ein Plus von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, die Nächtigungen stiegen um 1,8 Prozent auf 26,9 Millionen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer blieb mit 4,3 Tagen stabil.
„Es war kein einfacher Winter", konstatiert Tourismuslandesrat Mario Gerber. „Trotz vielfältiger Herausforderungen wie geopolitischer Krisen und schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen ist es – gemessen an der Nachfrage – gelungen, ein positives Ergebnis zu erzielen." Den zahlreichen Familienbetrieben und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gebühre großer Dank für diese robuste Entwicklung, die wesentlich zur Stabilität der Tiroler Wirtschaft beitrage.
Kernwinter stark – Spätwinter unter Druck
Ein differenziertes Bild zeigt sich beim Blick auf einzelne Monate: Während der Kernwinter seine Anziehungskraft behauptet, mussten März und April spürbare Einbußen hinnehmen – die Nächtigungen gingen um 8,5 bzw. 8,3 Prozent zurück. Landesrat Gerber sieht eine veränderte Nachfragedynamik: „Der klassische Winterurlaub verliert im Spätwinter an Boden." Als Gegenmaßnahmen setzt die Branche auf Veranstaltungen wie Konzerte und Sportevents, gezielte Kampagnen sowie neue Angebotsformen, die etwa Skifahren und Radfahren kombinieren.
Marktentwicklung im Überblick
Besonders dynamisch entwickelten sich Märkte aus Osteuropa und Nordamerika, die auch im schwierigen Spätwinter zulegten:
- USA: 270.000 Nächtigungen (+20,2 %)
- Polen: 690.000 Nächtigungen (+11,6 %)
- Tschechien: 610.000 Nächtigungen (+6,6 %)
- Deutschland: 13,6 Mio. Nächtigungen (+1,4 %)
- Niederlande: 3,9 Mio. Nächtigungen (+0,6 %)
- Vereinigtes Königreich: 1,0 Mio. Nächtigungen (+2,2 %)
- Österreich: 1,8 Mio. Nächtigungen (+0,7 %)
- Belgien: 980.000 Nächtigungen (–1,9 %)
- Schweiz: 980.000 Nächtigungen (–0,3 %)
Tirol Werbung investiert in Spätwinter-Offensive
Auf die Herausforderungen im Spätwinter hat die Tirol Werbung bereits in der laufenden Saison reagiert: Rund eine halbe Million Euro Zusatzmittel flossen in die Bewerbung des Sonnenskilaufs, den „Gletscherfrühling" mit den fünf Tiroler Gletschern sowie in Livebilder aus den Skigebieten. „Anstatt nur mit flächendeckenden Aktivitäten zu werben, konzentrieren wir uns ergänzend auf ausgewählte Schlüsselstädte", erläutert Tirol Werbung-Geschäftsführerin Karin Seiler. Im Herbst ist die Tirol Werbung über mehrere Wochen in Warschau präsent, um den polnischen Wachstumsmarkt gezielt zu erschließen. Parallel dazu läuft das Projekt „Attraktiver Ganzjahrestourismus", an dem bereits 16 Tourismusverbände – insbesondere aus dem Tiroler Unterland – aktiv mitwirken. Ziel ist die Entwicklung passender Angebote für März und April, um das Saisonende langfristig zu stärken.