Die TIWAG setzt trotz eines herausfordernden Marktumfelds ihren Wachstumskurs fort. Der Tiroler Landesenergieversorger investierte 2025 mit 574 Millionen Euro so viel wie noch nie zuvor in den Ausbau der Energieinfrastruktur und bleibt gleichzeitig laut eigenen Angaben der günstigste Strom- und Gasanbieter unter Österreichs Landesenergieversorgern.
Der Konzernumsatz lag im Geschäftsjahr 2025 bei 1,818 Milliarden Euro nach 1,978 Milliarden Euro im Vorjahr. Das Konzernergebnis fiel gegenüber dem außergewöhnlich starken Vorjahr um 7,7 Prozent geringer aus. An das Land Tirol wird dennoch eine Dividende von 150 Millionen Euro ausgeschüttet.
Ein Schwerpunkt der Investitionen lag auf den Großprojekten Kühtai, Tauernbach-Gruben und Imst-Haiming.
„Ein wesentlicher Teil davon floss in die Großprojekte Kühtai und Tauernbach-Gruben, die noch im Laufe des Jahres fertiggestellt werden, sowie in das aktuell laufende Kraftwerksprojekt Imst-Haiming“, berichtet der für die Bauvorhaben zuständige TIWAG-Vorstand Alexander Speckle.
Preisgarantie bis 2028
Mit dem neuen Stromprodukt garantiert die TIWAG ihren Kundinnen und Kunden stabile Strompreise bis 2028. Auch beim Gas kündigt das Unternehmen mit 1. Juli eine weitere Preissenkung an.
„TIWAG hat in einem schwierigen Umfeld erneut sehr robust gewirtschaftet“, freut sich Vorstandsdirektor Michael Kraxner: „Während unsere Eigenproduktion den wetterbedingt üblichen Schwankungen unterliegt, konnten wir im Bereich Stromhandel sehr gut performen und damit seine stabile Basis für ein gutes Ergebnis sowie besonders günstige Strompreise für unsere Tiroler Kundinnen und Kunden bilden.“
Zur neuen Preisstrategie erklärt Kraxner: „Diese Preisgarantie ist einzigartig in Österreich und bedeutet für unsere Kundinnen und Kunden Planungssicherheit.“ Auch beim Gas positioniere sich die TIWAG klar am Markt: „Damit können wir auch hier den günstigsten Tarif aller Landesversorger anbieten.“
Mit rund 300.000 Kundinnen und Kunden bleibt die TIWAG-Gruppe Tirols führender Energieanbieter.
2,5 Milliarden Euro bis 2030
Bis 2030 plant die TIWAG Investitionen von rund 2,5 Milliarden Euro. Finanziert werden die Projekte teilweise über den Kapitalmarkt. 2025 nahm das Unternehmen dafür 155 Millionen Euro Fremdkapital auf. Die Nettoverschuldung liegt aktuell bei 1,056 Milliarden Euro, die Eigenkapitalquote stieg auf 49,9 Prozent.
„Diese Preisführerschaft ist nicht zuletzt aufgrund einer vorausschauenden Beschaffung möglich. Die Eigenproduktion würde vor allem in den Wintermonaten nie ausreichen, um unsere Kundinnen und Kunden günstig und verlässlich zu versorgen“, betont Kraxner: „Daher ist es auch dringend notwendig, weiterhin in den Ausbau und die Energieunabhängigkeit Tirols zu investieren.“
Der wirtschaftliche Erfolg sei eng mit dem Versorgungsauftrag des Unternehmens verbunden.
„Unser Ergebnis ist kein Selbstzweck, sondern die Voraussetzung dafür, dass wir konsequent in Versorgungssicherheit, Infrastruktur und Energieunabhängigkeit investieren können. Alles, was wir erwirtschaften können, setzen wir entweder für Investitionen ein, ermöglichen unseren Kundinnen und Kunden günstigste Energiepreise oder geben es durch die Dividende ans Land und somit für Vorhaben im Sinne der Tirolerinnen und Tirolern weiter.“
Mit Blick auf die geopolitischen Entwicklungen verweist Kraxner auf die zunehmende Bedeutung regionaler Energieversorgung:
„Die vergangenen Jahre und besonders die letzten Monate haben gezeigt, wie verletzlich Energiesysteme sein können. Unser klarer Auftrag ist es daher, Tirol Schritt für Schritt unabhängiger von externen Einflüssen zu machen.“
Weitere Ausbauoffensive geplant
Für 2026 plant die TIWAG Investitionen von weiteren 585 Millionen Euro. Neben Wasserkraft und Netzausbau sollen auch Fernwärme, Biomasse, E-Ladeinfrastruktur, erneuerbare Gase sowie Windkraft weiter ausgebaut werden.
„Mit diesen Rekordinvestitionen ist die TIWAG nicht nur der Motor der Tiroler Energiewende, sondern leistet damit auch einen großen Beitrag für Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Tirol und das in einer wirtschaftlich herausfordernden Zeit“, erklärt TIWAG-Aufsichtsratsvorsitzender Eduard Wallnöfer.
Zusätzlich weitete die TIWAG ihr gesellschaftliches Engagement aus. Im Rahmen einer Sponsoringoffensive unterstützte das Unternehmen 2025 mehr als 350 Vereine, Projekte und Institutionen – insbesondere im Bereich Nachwuchsarbeit.