Volles Haus und tiefgehende Diskussionen beim Vortrag von Markus M. Kirchmair. Der Haller KI-Berater präsentierte sein neues Buch „Job Angst“ und sorgte mit einem KI-Realitätscheck für einen Abend mit vielen Aha-Momenten und einem anregenden Austausch.
„Was bleibt, wenn KI alles besser macht?“ – unter diesem provokanten Titel lud der Haller KI-Experte und Bestseller-Autor Markus M. Kirchmair am vergangenen Donnerstag ins Regus Business Center in Hall. Am Programm stand die Heimpremiere seines neuen Buches „Job Angst – Replacement as a Service“. Was als interaktiver Fachvortrag begann, entwickelte sich im zweiten Teil zu einem intensiven Austausch – mit vielen unterschiedlichen Blickwinkeln auf die Zukunft unserer Arbeit, Wirtschaft und Gesellschaft.
Ein Realitätscheck ohne Mythen
In seinem rund einstündigen Impulsvortrag räumte Kirchmair gründlich mit den gängigen Halbwahrheiten rund um KI auf. Statt düsterer Dystopien oder unkritischem Hype bot er dem Publikum einen fundierten Blick hinter die Kulissen der großen Technologiekonzerne. Er erklärte, warum viele Menschen, die bei KI heutzutage nur an Chatbots denken, die aktuelle Entwicklung hin zu KI-Agenten völlig unterschätzen. Diese dritte Generation von KI-Systemen, die gerade erst in Anfängen in Teilen der Wirtschaft ankommt, sei in der Lage, ganze Arbeitsprozesse zunehmend selbst auszuführen und auch zu koordinieren.
„KI ist im Gegensatz zu früheren Innovationen nicht nur Werkzeug. Erstmalig in der Geschichte haben wir es mit einer Technologie zu tun, die zunehmend auch Akteur ist“, so Kirchmair. Wer diesen fundamentalen Unterschied begreift, erkennt auch, auf welchen Gebieten Künstliche Intelligenz nicht nur zum praktischen Assistenten, sondern auch zum kompetitiven Mitarbeiter wird: Im neuen Benchmark von OpenAI, der die Leistungsfähigkeit von KI-Modellen in verschiedenen Aufgabengebieten aus 44 Berufsgruppen testet, erzielt die aktuelle ChatGPT Version bereits heute in 70% der getesteten Aufgaben bessere Ergebnisse als Fachkräfte – bei 11-facher Geschwindigkeit und einem Hundertstel der Arbeitskosten.
Weil klassische Fortbildung in vielen dieser Bereiche oft nicht mehr ausreiche, um im Wettbewerb zwischen Mensch und Maschine zu bestehen, brauche es neue Lösungsstrategien auf individueller und gesellschaftlicher Ebene, führt Kirchmair aus, und liefert dazu ganz konkrete Impulse. Es geht um ethische, sozialpolitische, wirtschaftspolitische und nicht zuletzt auch fiskalpolitische Fragen, die offen diskutiert werden müssen: „Länder, die menschliche Arbeit besonders hoch besteuern, incentivieren die Automatisierung von menschlicher Büroarbeit regelrecht – und damit auch den Wegfall vieler für den Sozialstaat notwendigen Steuereinnahmen.“
Philosophieren bis in die späten Abendstunden
Dass das Thema den Nerv der Zeit traf, zeigte sich besonders im Anschluss an den offiziellen Teil. Die geplante Q&A-Session wuchs schnell über eine reine Fragerunde hinaus. Das begeisterte Publikum nutzte die Gelegenheit und stieg tief in die ethischen und gesellschaftlichen Dimensionen des Wandels ein. Bis spätabends wurde philosophiert, konstruktiv diskutiert und Netzwerke geknüpft. „Die Zukunft ist kein Schicksal, sondern eine Entscheidung“, ermutigte Kirchmair die Gäste, den Wandel aktiv mitzugestalten.
Über das Buch:
Halb fundiertes Sachbuch, halb fesselnder Wirtschaftsthriller: Markus M. Kirchmair liefert mit „Job Angst“ eine tiefgehende Analyse der KI-Revolution und blickt direkt in die Investitionslogik der Tech-Giganten. Untermauert durch über 200 Quellen, Studien und Zitate führender Experten macht der Autor verständlich, warum KI vom Werkzeug zum autonomen Akteur avanciert und welche ökonomischen Dynamiken daraus resultieren. Dabei verbindet er individuelle Handlungsstrategien mit entscheidenden Impulsen für die notwendigen systemischen Lösungen auf gesellschaftlicher und politischer Ebene.
Das Buch „Job Angst: Replacement as a Service – Was bleibt, wenn KI alles (besser) macht?“ von Markus Kirchmair ist ab sofort erhältlich auf www.job-angst.com.