Einblicke mit Cemit & Fullet
Wenn KI auf Realität trifft
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Leonard, Bernhard, lässt sich wirklich alles mit KI lösen oder wird da manchmal mehr versprochen, als im Unternehmensalltag tatsächlich hält?
Leonard Bartl: Ganz ehrlich – nein. Viele Kund:innen kommen mit der Idee „Wir brauchen KI“, wissen aber noch gar nicht genau, wo eigentlich das Problem liegt. Oft geht es gar nicht um KI-Programmierung, sondern um die Frage: Wie tickt mein bestehendes System? Welche Daten fließen wohin, welche Systeme habe ich im Einsatz und was lässt sich automatisieren? KI funktioniert nur, wenn sie wie eine Spinne im Netz an alle relevanten Systeme angebunden ist. Und manchmal reicht es völlig, bestehende Prozesse sauber zu automatisieren – ganz ohne KI-Hype.
Bernhard Hofer: Das erleben wir ähnlich. Aus der Förderpraxis kennen wir viele Projektideen und Angebote, bei denen der tatsächliche Mehrwert erst im Nachhinein wirklich sichtbar wurde. Genau deshalb bringen wir diese Erfahrung heute viel früher ein: Wir bewerten Vorhaben nicht nur auf Förderfähigkeit, sondern auch auf Sinnhaftigkeit, Umsetzbarkeit und langfristigen Nutzen. Gemeinsam mit Partnern wie Fullet können wir so früh aufzeigen, was tragfähig ist – und wo es bessere Alternativen gibt.
Wie hat sich dann die Rolle der Cemit, welche aus der Förderberatung kommt, und der Fullet, eines klassischen Software-Dienstleisters, in den letzten Jahren gewandelt?
Bernhard: Förderberatung funktioniert heute nicht mehr losgelöst von Gesamtkonzept und technischer Expertise. Wir müssen verstehen, wie Systeme zusammenspielen, welche Prozesse sinnvoll digitalisiert werden können und wo der echte Mehrwert entsteht. Erst mit dieser konzeptionellen Sicht macht auch eine Förderung im nächsten Schritt wirklich Sinn. Diese strukturierte Vorgangsweise betrifft dabei selbstverständlich nicht nur Digitalisierungs- und KI-Themen, sondern alle Bereiche, die wir bei Cemit begleiten – von ökologischen Projekten über Forschung & Entwicklung bis hin zu gesellschaftlichen Herausforderungen.
Leonard: Für IT‑Dienstleister gilt das Gleiche: Es reicht nicht mehr, einzelne Tools umzusetzen. Man muss das Gesamtsystem verstehen, Abhängigkeiten erkennen und Lösungen so denken, dass sie langfristig funktionieren. Diese konzeptionelle Stärke ist heute mindestens so wichtig wie die technische Umsetzung.
Ihr seid beide kleine, mit absoluten Expert:innen besetzte Unternehmen aus Tirol. Welche Vorteile bringt diese regionale Nähe und Expertise? Was sagen eure Kund:innen und Partner:innennetzwerke dazu?
Leonard: Unsere Kund:innen schätzen, dass wir vor Ort sind – in Innsbruck, in Tirol und nicht tausende Kilometer weit weg. Face-to-Face bedeutet kurze Wege, schnelle Entscheidungen und echtes Verständnis für die Situation. Als kleines Team können wir sehr individuell arbeiten und zuhören. Genau das ermöglicht uns, Probleme maßgeschneidert zu lösen und den Nagel auf den Kopf zu treffen, ganz unabhängig davon, wie die finale Lösung aussieht.
Bernhard: Genau. Gute Digitalisierung und sinnvolle KI entstehen dort, wo fachliche Tiefe, regionale Nähe und ehrliche Beratung zusammenkommen. Gerade in einer frühen Projektphase ist es wichtig, Vorhaben praxisnah, kritisch und mit überschaubarem Risiko zu beleuchten. Unterstützend kommt hinzu, dass regionale Beratungsleistungen in vielen Fällen mit bis zu 80 Prozent gefördert werden können – ein Faktor, der fundierte Entscheidungen deutlich erleichtert.