Als Engel & Völkers im Oktober 2015 seine Dependance in der Tiroler Landeshauptstadt eröffnete, kostete eine Eigentumswohnung in guter Lage rund 3.500 Euro pro Quadratmeter.
Zehn Jahre später liegt der Preis im Schnitt bei 7.900 Euro – eine Verdoppelung in nur einer Dekade. Trotz gestiegener Zinsen bleibt der Markt bemerkenswert stabil. Am Standort Innsbruck zeigt sich, wie stark ein begrenztes Angebot, hohe Lebensqualität und neue Käufer:innenprofile die Dynamik eines Immobilienmarkts prägen können.
Inzwischen zählt Innsbruck zu den gefragtesten Adressen im alpinen Raum. „Diese Dekade war geprägt von deutlichen Preissteigerungen, neuen Käufer:innenmotiven sowie veränderten Rahmenbedingungen, einem hohen Zinsniveau und steigenden Baukosten. Dennoch zählt Innsbruck heute zu den gefragtesten Standorten im alpinen Raum“, sagt Florian Höll, Büroleiter von Engel & Völkers Innsbruck.
Die Zahlen, auf die das Büro anlässlich seines zehnjährigen Bestehens blickt, sprechen für sich. Während der Tiroler Landesdurchschnitt aktuell bei 4.700 Euro pro Quadratmeter liegt, markieren Objekte in der Stadt Innsbruck die Spitze: Zwischen 7.100 und 7.900 Euro werden derzeit für Wohnungen mit 60 bis 100 Quadratmetern aufgerufen. Auch im Umland ziehen die Preise an. In Regionen wie dem Achensee, dem Zillertal oder im Bezirk Innsbruck-Land zahlen Käufer:innen heute rund 4.700 bis 5.000 Euro – bis zu 80 Prozent mehr als noch 2015.
Breites Käufer:innenfeld – vom Anleger bis zur Familie
Dabei hat sich nicht nur das Preisniveau, sondern auch das Profil der Kaufinteressierten gewandelt. „Junge Familien orientieren sich zunehmend ins Umland, wo mehr Wohnfläche zur Verfügung steht und ein familienfreundliches Umfeld geboten wird. Anleger:innen konzentrieren sich hingegen vor allem auf kleinere bis mittlere Wohnungen in zentraler Lage, die sich ideal zur Vermietung eignen. Freizeitsuchende und Zweitwohnsitzkäufer:innen wiederum zieht es in Regionen wie den Achensee oder das Zillertal, die durch ihren hohen Freizeitwert attraktive Alternativen bieten“, sagt Höll.
Das Marktvolumen von Engel & Völkers Innsbruck beläuft sich seit 2015 auf knapp 100 Millionen Euro. Besonders rege war das Geschäft in den Jahren 2019 bis 2021, als das historisch niedrige Zinsniveau viele Käufer:innen zur schnellen Entscheidung bewegte. Mit dem Zinsanstieg ab 2022 kühlte die Dynamik etwas ab – doch die Nachfrage blieb, nicht zuletzt wegen des geringen Angebots an Neubauten.
Neue Rahmenbedingungen: Zinsen, Baukosten, Energieeffizienz
Inzwischen bestimmen andere Faktoren die Kaufentscheidungen. Die Zinsen sind wieder gestiegen, die Baukosten ebenfalls. „Käufer:innen kalkulieren genauer und achten stärker auf langfristige Werthaltigkeit. Parallel dazu haben steigende Baukosten den Neubausektor belastet, während Bestandsobjekte mit guter Energiebilanz stärker in den Fokus gerückt sind. Kriterien wie Energieeffizienz, Sanierungspotenzial und Nachhaltigkeit gewinnen zunehmend an Bedeutung“, erklärt Höll.
Die Nachfrage unterscheidet sich deutlich zwischen Stadt und Land. Während die Stadt durch Nähe zu Hochschulen, Kliniken und Arbeitgebern dauerhaft gefragt bleibt, haben Gemeinden im Umland spürbar aufgeholt. Orte rund um Innsbruck punkten mit guter Erreichbarkeit und naturnaher Lage. Das Zillertal wiederum zieht mit seinem Freizeitwert und internationaler Bekanntheit Käufer:innen aus dem In- und Ausland an – preislich jedoch noch unterhalb der Stadt Innsbruck oder des Achensees.
Stabilität durch Knappheit – trotz gestiegener Zinsen
Dass der Markt trotz verschärfter Finanzierungsbedingungen stabil bleibt, liegt auch an der aktuellen Zinspolitik. „Wir sehen derzeit sehr günstige Finanzierungsmöglichkeiten am Markt. Nach acht EZB-Zinssenkungen seit 2024 scheint die Talsohle erreicht – günstigere Kreditkonditionen sind in den kommenden Monaten kaum zu erwarten. Während Fixzinssätze zuletzt wieder leicht gestiegen sind, gibt es österreichweit weiterhin attraktive Aktionsprodukte, die Sicherheit und Flexibilität vereinen,“ so Bernd Ebner, Geschäftsführer der realfinanz Immobilienfinanzierung.
Langfristig wird die Verfügbarkeit von Baugrund – vor allem in urbanen Lagen – eine der zentralen Stellschrauben für Preisentwicklungen bleiben. In der Stadt Innsbruck ist dieser Faktor bereits heute spürbar. Höll ist überzeugt: „Innsbruck und seine Umlandregionen gehören zu den dynamischsten Immobilienmärkten im Alpenraum. In den letzten zehn Jahren haben wir nicht nur enorme Preissteigerungen, sondern auch eine klare Veränderung der Käuferprofile erlebt. Unser Jubiläum ist für uns Anlass, auf diese Entwicklung zurückzublicken – und gleichzeitig mit Zuversicht in die Zukunft zu schauen.“
Hintergrund: Was bedeutet „7.900 Euro pro Quadratmeter“?
Ein durchschnittlicher Quadratmeterpreis von 7.900 Euro bedeutet, dass eine 80 Quadratmeter große Wohnung rund 632.000 Euro kostet – vor Nebenkosten und Einrichtung. Zum Vergleich: 2015 hätte eine Wohnung dieser Größe etwa 280.000 Euro gekostet. Damit liegt Innsbruck auf dem Niveau von Städten wie Salzburg oder München – zumindest, was Immobilienpreise betrifft.
Über Engel & Völkers: Engel & Völkers ist ein weltweit führendes Dienstleistungsunternehmen in der Vermittlung von hochwertigen Wohn- und Gewerbeimmobilien im Premium-Segment. Zudem ist Engel & Völkers in der Vermarktung von Yachten und Privatjets tätig.