Hobby zum Beruf

Markus Ambach ist Lehrlingsbeauftragter beim Ausgezeichneten Tiroler Lehrbetrieb Berger-Logistik in Wörgl. Schrittweise hat er die Lehrlingsausbildung in seinem Unternehmen aufgebaut und ruht sich nicht auf den Erfolgen aus.

Lehrlingsausbildung ist Arbeit, die man annehmen muss“, sagt Markus Ambach, Lehrlingsbeauftragter bei Berger-Logistik in Wörgl. Als er vor 14 Jahren in das Unternehmen kam, wurde noch kein einziger Lehrling ausgebildet. Gleichzeitig zeichnete sich der mittlerweile allseits bekannte Fachkräftemangel ab und dem wollte Ambach, der 1993 die Ausbilderprüfung gemacht hatte, vorbeugen. „So fassten wir 2012 die Entscheidung, jährlich drei Lehrlinge aufzunehmen und auszubilden“, erzählt der Ausbilder. Was nach einer überschaubaren Zahl klingt, bedeutete damals sehr viel Arbeit. Angefangen bei der Akquirierung der Lehrlinge, die nicht nur wegen der Konkurrenz schwierig war und ist: „Anhand eines Schulzeugnisses erfährt man nicht, wer zum Vorstellungsgespräch kommt“, erklärt Ambach. Deshalb wird auf das Gespräch und die Menschenkenntnis gesetzt: „Das Interesse an einer kompetenten Fachkraft, sicheren Jobmöglichkeiten und vielen Perspektiven darf nicht nur auf unserer Seite bestehen“, meint der Lehrlingsbeauftragte von Berger-Logistik.

Praxisorientierte Ausbildung

Ist man nämlich an Bord, genießt man eine „vielseitige, praxisorientierte Ausbildung und durchläuft möglichst alle Abteilungen im Unternehmen“. Außerdem werden Exkursionen angeboten: sei es zu Schwesterunternehmen der Bergergruppe oder zu Messen, wie beispielsweise der Logistik-Messe in München. Einmal in der Woche steht auch das mehrstündige Lehrlingsmeeting auf dem Plan: „Fachvorträge, Referate und Recherchen werden hierbei den Lehrlingen näher- gebracht, und Aufgaben gibt es für sie auch“, erzählt Ambach.

Arbeit machen, Arbeit schaffen

Er selbst ist gelernter Elektroinstallateur, hat einen zweiten Lehrberuf dazugelernt, über den zweiten Bildungsweg die HTL nachgeholt und später sogar studiert. 2016 hat Ambach dann den Diplomierten Lehrlingsausbilder gemacht. Im gleichen Jahr durfte sich sein Unternehmen das Prädikat Ausgezeichneter Tiroler Lehrbetrieb auf die Fahne schreiben und im Jahr darauf wurde beschlossen, fortan vier oder auch fünf Lehrlinge jährlich aufzunehmen.

Ohne Widerstand und Bedenken konnte dieser Erfolg nicht eingefahren werden, erinnert sich Ambach: „Das ist ganz normal.“ Lehrlinge würden nämlich einen Teil der Arbeit verrichten, sie seien selbst auch Arbeit und eine Aufgabe für das ganze Unternehmen. Jahr für Jahr sah er aber das Bewusstsein im Unternehmen im Bezug auf die Lehre wachsen und heute gäbe es, so Ambach, zwischen den einzelnen Abteilungen eher einen Wettkampf um die Lehrlinge. Die Ausbildungszeit sei aber dazu da, um möglichst alle Teilaspekte des Berufs kennenzulernen und diese Chance möchte er keinem Lehrling nehmen. „Schließlich müssen sie von Kommunikation über fachspezifische und wirtschaftliche Themen bis zu Organisatorischem alles lernen, damit sie nach drei Jahren vollständig ausgebildete Speditionskaufleute sind oder, wenn sie ein Jahr dranhängen, Speditionslogistiker.

Noch besser

„Lehrlingsausbildung ist mein Hobby“, sagt Markus Ambach, „ich liebe es, mit jungen Menschen zu arbeiten und sie in ihrer Ausbildung zu begleiten.“ Dass sich seine Ausbildungsphilosophie mit den Kriterien für das Prädikat Ausgezeichneter Tiroler Lehrbetrieb deckt, freut ihn sehr. Auch „macht es bei potenziellen Bewerbern Eindruck“, habe er gemerkt. Das sei aber nicht das Wichtigste an seinem Beruf: „Den Jugendlichen beim Erwachsenwerden zuzuschauen macht am meisten Spaß und motiviert mich immer wieder, nicht nur jeden Tag weiterzumachen, sondern noch besser zu werden.“

  • Berger-Logistik1

    Markus Ambach, Lehrlingsbeauftragter Berger-Logistik

  • Berger-Logistik14

    Die Lehrlinge lernen alle Abteilungen des Unternehmens kennen.

  • Berger-Logistik13

    Die Lehrlinge lernen alle Abteilungen des Unternehmens kennen.

Hobby zum Beruf
Die Lehrlinge von Berger-Logistik betätigen sich im Rahmen ihrer Lehre in allen Abteilungen des Unternehmens.

Beitrag teilen:

Werbung

Newsletter

Wir informieren Sie kostenlos und wöchentlich über
Tirols Wirtschaftsgeschehen

Bitte JavaScript aktivieren, um das Formular zu senden