Vom Installateur zum Prokuristen

Nach der Lehre schlug David Narr einen neuen Berufsweg ein. Heute arbeitet er unter anderem als Funktionär in der Wirtschaftskammer.

Angefangen hat David Narrs berufliche Karriere auf der Baustelle. Heute entwickelt er Marketingstrategien für die Firma Holly Kaffeesysteme, leitet die gesamte Personalabteilung und arbeitet nebenbei noch als Funktionär für die Tiroler Wirtschaftskammer.

Narr ist Prokurist und darf bei Holly damit im Sinne des Geschäftsführers handeln. Strategisches Arbeiten, die Leitung großer Teams und das Ausarbeiten strukturierter Zukunftspläne gemeinsam mit dem Geschäftsführer - all das gehört heute zu seinem Alltag. Aber der Wechsel von der Baustelle in die Geschäftswelt war nicht immer einfach für den heute 41-jährigen.

Einstieg ins Berufsleben

Als Narr mit 15 die Lehre Installation und Heizungstechnik begann, bedeutete das für ihn zunächst, sich vom ständigen Sitzen in der Schule an den Arbeitsalltag auf der Baustelle zu gewöhnen. "Die Lehrzeit war herausfordernd, da kann ich mich noch gut daran erinnern. Die körperliche Arbeit war natürlich anstrengend und auch die Kälte am Bau hat mir am Anfang oft zu schaffen gemacht. Aber gleichzeitig war alles auch sehr neu und interessant für mich", erzählt Narr. Durch die Lehre habe er sehr viel gelernt und sei schon früh viel herumgekommen: "Ich weiß noch, wie wir in großen Villen neue Bäder gemacht haben oder auch in diversen Altbauten. Diese Häuser hat man sonst nur von außen bewundern können und das war für mich damals schon sehr spannend."

Dank einem zukunftsorientierten Chef ging es auch oft zu Produktschulungen, zum Beispiel nach Wien. Danach durfte er auch manchmal mit den Kollegen ausgehen. Für Narr war die Lehrzeit gleichzeitig der erste Schritt ins Erwachsenenleben. Auch wenn er als Lehrling viel leisten musste, habe die Arbeit ihm immer Spaß gemacht. "Im Team wurde uns stets viel Freundlichkeit entgegengebracht, deshalb habe ich meine Lehrzeit einfach sehr genossen", fügt er hinzu.

Nach Abschluss der Lehre arbeitete Narr noch eine Zeit lang als Anlagenbauer. Dann ging es für ihn direkt von der Baustelle in die Wirtschaftskammer. Denn in der Bildungsabteilung wurde jemand mit fachlichem Zugang gesucht. Mit der neuen Stelle im Büro schlug der Installateur einen komplett neuen Berufsweg ein.

Wie eine zweite Lehre

Auch wenn Narr sich erst an die Arbeit im Büro gewöhnen musste, konnte er in der Wirtschaftskammer sein Können nach und nach unter Beweis stellen. Als Leiter der Tyrol Skills gestaltete er die Lehrlingswettbewerbe um, wurde Bereichsleiter und schließlich der erste Geschäftsführer der Wirtschaftskammer Österreich, der ausschließlich einen Lehrabschluss hatte. An dieser Stelle sei Narr sehr dankbar, dass Johannes Huber, derzeitiger Leiter der Bildungsabteilung, ihn damals unter seine Fittiche genommen habe: "Er hat mich von Anfang an sehr unterstützt und mir geholfen, an meinen Schwächen zu arbeiten. Das war dann eigentlich wieder wie eine zweite Lehre für mich", erklärt er weiter.

Nach fast zehn Jahren zog es Narr dann in die Privatwirtschaft zur Firma Holly. Als Funktionär arbeite er aber dennoch gerne in der Wirtschaftskammer weiter. Denn auch wenn er heute nicht mehr in seinem Lehrberuf arbeitet, sei er dennoch fest davon überzeugt, dass die Lehre eine zukunftsweisende Ausbildung darstelle. "Für jeden Beruf bedarf es spezieller Kompetenzen. Ebenso wie man nach dem Studium noch nicht ausgelernt hat, muss man auch nach Abschluss einer Lehre die Eigenheiten verschiedenster Bereiche kennen lernen", meint Narr.

Wichtig sei vor allem das Interesse am Beruf und der Wille zum Lernen - das sei der Schlüssel zum Erfolg.

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Vom Installateur zum Prokuristen
David Narrs Karriere begann auf dem Bau. Heute ist er Prokurist bei der Firma Holly Kaffeesysteme und arbeitet nebenbei in der WK.

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