Die Universität Innsbruck bilanziert ein sehr erfolgreiches Jahr

Das Team um Rektor Tilmann Märk blickt auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück. Trotz der Einschränkungen durch die Pandemie und enormer Herausforderungen im Lehr- und Forschungsbetrieb, gab es nie zuvor so viele Publikationen, so hohe Drittmitteleinnahmen und so viele erfolgreiche Studienleistungen an der Universität Innsbruck. Bei einem Pressegespräch am Mittwoch präsentierte das Rektor*innen-Team außerdem neue Aspekte zur räumlichen Situation sowie wichtige Vorhaben für die kommenden Jahre.

Der Universität Innsbruck ist es während der Pandemie – trotz ständig wechselnder Rahmenbedingungen – gelungen, den Forschungs- und Lehrbetrieb bestmöglich aufrecht zu erhalten und in den wichtigen Bereichen hervorragende Leistungen zu erbringen. „Die vorliegende Wissensbilanz ist ein beredtes Zeugnis dieser Anstrengungen“, sagte Rektor Tilmann Märk beim Pressegespräch. „Man kann wohl mit Fug und Recht behaupten, dass die Wissensbilanz 2021 die positivste ist, seitdem wir die Daten und Fakten auf diese Art und Weise erheben.“

So wurden im Studienjahr 2020/21 insgesamt 4.337 Studien an der Universität Innsbruck erfolgreich abgeschlossen. Ein wesentlicher Faktor dafür ist die wachsende Zahl der prüfungsaktiv betriebenen Studien (min. 16 ECTS): im Vorjahr waren dies 19.235, oder 7 % mehr als im Jahr zuvor. Die besonders prüfungsaktiv betriebenen Studien (min. 40 ECTS) sind um 13 % auf 11.678 gestiegen. „Die vielfältigen Bemühungen, die Studien attraktiver und ‚studierbarer‘ zu gestalten, tragen also sichtbare Früchte“, sagte Rektor Märk. „Insgesamt werden mittlerweile zwei Drittel der Studien prüfungsaktiv betrieben.“ Auch die Forschungsleistung im zweiten Pandemie-Jahr ist beeindruckend: Sowohl die Zahl der Publikationen als auch die Drittmitteleinwerbung bewegten sich 2021 auf Rekordniveau. So wurden insgesamt 4.615 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht, darunter 1.500 Beiträge in Fachzeitschriften, die im Web of Science aufscheinen. Im Jahr 2020 waren es 1.427, das ist eine Steigerung um 5 %.

Das Jahr 2021 stand ganz im Zeichen der Leistungsvereinbarungsverhandlungen mit dem Wissenschaftsministerium und zahlreicher Bauvorhaben. Für die Universität Innsbruck wurde eine Budgeterhöhung von 9,5 % vereinbart, in den Jahren 2022 bis 2024 stehen insgesamt 832 Millionen Euro an Globalbudgetmitteln zur Verfügung. „So sehr die aktuelle Inflationsentwicklung und die Teuerungen in wesentlichen Sektoren auch die Universitäten vor Probleme stellen, ist auf Basis dieses Abschlusses zweifellos gewährleistet, dass die Universität Innsbruck – aufbauend auf dem soliden finanziellen Fundament der Vergangenheit – ihren Weg zielgerichtet weiterverfolgen kann“, zeigte sich Rektor Märk optimistisch. „Um diese Weiterentwicklung voranzutreiben haben wir im Vorjahr einerseits die Themen Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Internationalisierung, Diversität und Student-Life-Cycle als Querschnittsthemen definiert, die künftig unser Handeln entscheidend mitbestimmen werden und andererseits sehr große Anstrengungen unternommen, um die Infrastruktur entsprechend auszubauen.“

Neue Studien, mehr Internationalität und Flexibilität

Das Angebot für Studierende möglichst vielfältig und flexibel zu gestalten, stand auch im vergangenen Jahr im Mittelpunkt. Eine Reihe neuer Studien wurde etabliert: Bei den Bachelorstudien im Lehramt das neue Unterrichtsfach „Ethik“, bei den Masterstudien „Strategisches Management und Innovation“, „Marketing und Branding“, „Software Engineering“ sowie bei den Erweiterungsstudien „Entrepreneurship“. Nach dem erfolgreichen Start des „Window of Opportunity“, das Studierenden große Gestaltungsfreiräume im Umfang von bis zu 30 ECTS (bzw. bis zu einem Semester) bietet, konnte dieses bereits in zahlreiche Studienpläne eingebaut werden. Studierende der betreffenden Fachrichtungen können aus derzeit 25 Wahlpaketen eine fachliche Erweiterung auswählen, zum Beispiel in den Bereichen „Digital Science“, „Nachhaltigkeit“ oder „Unternehmenskommunikation“.

Dieser Gestaltungsspielraum ist eine wesentliche Voraussetzung, um den Studierenden im Kontext der Aurora European University Allianz eine größtmögliche Flexibilität zu gewähren. „Damit zeigt sich gerade die Universität Innsbruck als sehr dynamische und vorbildgebende Partnerin. Für unsere Studierenden stellt das Aurora Netzwerk bereits heute eine hervorragende Möglichkeit dar, mit und bei unseren Partneruniversitäten Auslandserfahrung zu sammeln sowie sich zusätzliche Kompetenzen anzueignen“, betonte Bernhard Fügenschuh, Vizerektor für Lehre und Studierende.

Mit Beginn des nächsten Wintersemesters wird die Universität mit einem Buddy-/Mentoring-System an allen Fakultäten einen neuen Weg zur vertieften Kommunikation zwischen Studierenden und Lehrenden beschreiten. „Neben dem bereits gewohnten und selbstverständlichen Austausch im Rahmen von Lehre und Forschung wird mit dieser Idee ein System etabliert, das die Kommunikation zwischen Lehrenden und Studierenden auch außerhalb der Lehrveranstaltungen intensivieren wird“, erklärte Bernhard Fügenschuh. Die enge Abstimmung zwischen Buddys (studentischen Tutor*innen) und Mentor*innen (Lehrenden) soll ein umfassendes und vor allem niederschwelliges Angebot an Aktivitäten ermöglichen, um „das gemeinsame Wirken an unserer und für unsere Universität noch stärker in den Fokus zu rücken,“ so Vizerektor Fügenschuh.

Im Wettbewerb um Forschungsmittel erfolgreich

Ein wesentlicher Teil der Forschung wird durch sogenannte Drittmittel finanziert. Diese werden national und international im Wettbewerb mit anderen Institutionen eingeworben. Die Wissenschaftler*innen der Universität Innsbruck waren im vergangenen Jahr mit ihren Projektanträgen besonders erfolgreich. So konnten die Drittmittelerlöse 2021 um 13 % auf insgesamt 56 Millionen Euro gesteigert werden. In dem im Vorjahr gestarteten neuen EU-Rahmenprogramm Horizon Europe war die Universität besonders erfolgreich: Der Europäische Forschungsrat (ERC) zeichnete seit Start des Programms bereits sechs Wissenschaftler*innen mit einem ERC-Grant aus, davon drei besonders prestigeträchtige Advanced Grants für die Physiker*innen Hans Briegel und Francesca Ferlaino und die Biochemikerin Kathrin Thedieck.

Ebenfalls in einem kompetitiven Verfahren konnte die Universität Innsbruck gemeinsam mit zahlreichen Unternehmenspartnern, der Wirtschaftskammer Tirol, Tourismusverbänden, dem Land Tirol und der Stadt Innsbruck zwei neue Stiftungsprofessuren einwerben: die Stiftungsprofessur Aktive Mobilität: Bewegung in Freizeit und Alltag sowie die Stiftungsprofessur für Holzbau - Architektur, Ressourceneffizienz und Fabrikation.

„Für die Zukunft bemühen wir uns um ein erfolgreiches Abschneiden beim Exzellenzzentren-Programm des Wissenschaftsfonds FWF“, erklärte die Vizerektorin für Forschung, Ulrike Tanzer. Die Exzellenz-Cluster bilden die erste von drei Säulen der Förderungsoffensive excellent=austria, um den Wissenschaftsstandort Österreich in der internationalen Spitzenklasse weiter zu stärken. „Unsere drei Lead-Anträge greifen wichtige Forschungsfragen aus den Themenbereichen Quantenphysik, Klimaforschung und Ökonomie auf.“ An sieben weiteren Anträgen ist die Universität beteiligt. Die Entscheidung über die Förderung wird im Frühjahr 2023 fallen.

Arbeitgeberin Uni: Familienfreundlich, divers und flexibel

Im vergangenen Jahr konnte die Universität nicht nur bestehende Stellen nachbesetzen, sondern vor allem in den Bereichen Digitalisierung, Sicherheit und Gesundheit sowie Nachwuchsförderung zusätzliches Personal aufbauen. „Das Wachstum im Personal liegt insgesamt bei 4,9 % (Vollzeitäquivalent). Dass wir mit anderen Arbeitgebern konkurrenzfähig sind, zeigen auch die vielen Auszeichnungen, die wir im vergangenen Jahr erhalten haben. Gerade unsere Kernthemen Familienfreundlichkeit und Diversität werden auch von außen als sehr erfolgreich wahrgenommen“, sagte Vizerektorin Anna Buchheim.

Zum 6. Mal in Folge ist die Universität Innsbruck als Top-Arbeitgeberin Österreichs im Ranking des Wirtschaftsmagazins trend vertreten. Der Botanische Garten hat zum wiederholten Mal das Gütesiegel „Wir sind inklusiv“ für die beispielhafte Einstellung im Bereich der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen erhalten und das Gütesiegel „equalitA“ bescheinigt der Universität eine vorbildliche innerbetriebliche Frauenförderung. Ebenfalls zum wiederholten Mal ist sie familienfreundlichste Arbeitgeberin Tirols in der Kategorie öffentlich-rechtliche Institutionen und hat das BGF-Gütesiegel für Betriebliches Gesundheitsmanagement erhalten. „An diese Erfolge knüpfen wir mit dem Ausbau des Familienservice und unseres Kinderbetreuungsangebot an. Den Anfang macht hier der Standort Theologie/SOWI, weitere werden folgen“, sagte Buchheim.

Und auch die universitäre Diversitätsstrategie treibt das Team um Vizerektorin Buchheim weiter voran: Veranstaltungen wie die „Woche der Vielfalt“ im Juni sollen das Bewusstsein dafür fördern. „Um als Arbeitgeberin weiterhin attraktiv zu bleiben, setzen wir auch auf das Thema Arbeitsflexibilisierung. Aktuell evaluieren wir das im vergangenen Jahr eingeführte Homeoffice-Modell, um es noch im Sommer nachhaltig an der Universität zu etablieren“, so Anna Buchheim. Dabei setzt die Universität Innsbruck auf einen ganzheitlichen Ansatz, schult Führungskräfte mit gezielten Angeboten zur Führung auf Distanz und setzt Maßnahmen, eine transparente Feedbackkultur weiter zu stärken.

Nachhaltige Infrastruktur sichern

Die Maßnahmen im Bereich Infrastruktur stehen allesamt im Zeichen der Nachhaltigkeit: Sowohl größere Bauvorhaben, etwa das neue Gebäude am Innrain 52a, als auch weniger prominent sichtbare werden ressourcenschonend und nachhaltig geplant und umgesetzt. Dafür wurde eine Treibhausgas-Bilanz für die gesamte Universität erstellt. Durch den Umstieg auf 100 % öko-zertifizierten Strom werden ca. 6000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart.

„Allein dieses und vergangenes Jahr haben wir unter anderem mehrere Hörsäle saniert, den Bibliotheksstandort am Campus Technik erneuert und im Hauptgebäude neue Räumlichkeiten für die ÖH geschaffen“, erläuterte Wolfgang Streicher, Vizerektor für Infrastruktur. Im Gebäude am Innrain 52a, das bis Ende Februar 2023 vollständig in Betrieb geht, wird die Universität auch die Gastronomie selbst in die Hand nehmen. „Die dafür eigens gegründete ‚Universität Innsbruck Gastronomiebetriebe GmbH‘ verschreibt sich in Angebot und Auswahl dem bewussten Umgang mit Ressourcen und der Regionalität.“ Bis September 2022 wird die Universität einen Teil des bisherigen Hotels Grauer Bär beziehen, noch dieses Jahr wird die sanierte Victor-Franz-Hess-Hütte am Hafelekar neu eröffnet. „Das Haus der Physik, das im Klima-Aktiv Gold-Standard errichtet werden soll, ist auch auf einem guten Weg, zwölf Entwürfe sind nun in der engeren Auswahl“, sagt Wolfgang Streicher.

Auch Mobilität denkt die Uni neu: An mehreren Standorten gibt es E-Tankstellen bzw. sind sie in Umsetzung, Mitarbeiter*innen profitieren außerdem von einem Zuschuss von 100 Euro für Öffi-Jahreskarten bei VVT, IVB und für das österreichweite Klimaticket. Eine neue Reiserichtlinie zur Verringerung der Treibhausgasemissionen wurde ebenfalls 2021 umgesetzt. Um alle diese Maßnahmen besser evaluieren zu können, wird derzeit ein Nachhaltigkeits-Monitoring-System erarbeitet, das alle Parameter, vom Reisemanagement bis zum Energieverbrauch, erfasst. „Wir sind uns in Bezug auf die Klimakrise unserer Rolle bewusst und setzen alles daran, unserer Treibhausgasemissionen bis 2035 auf null zu senken“, betonte der Vizerektor.

Die Universität Innsbruck  bilanziert ein sehr erfolgreiches Jahr
v.l.: Vizerektor für Infrastruktur Wolfgang Streicher, Vizerektorin für Personal Anna Buchheim, Rektor Tilmann Märk, Vizerektorin für Forschung Ulrike Tanzer, Vizerektor für Lehre und Studierende Bernhard Fügenschuh

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