„Es werde Licht“

Klaus Mark, CEO von MK Illumination, erklärt, wie sich der Markt für festliche Beleuchtung in den vergangenen 25 Jahren verändert hat, wie man diesen anführt und worauf er besonders stolz ist.

Wie schafft es ein kleines Tiroler Familienunternehmen zum Weltmarktführer?

Klaus Mark: Wir beschäftigen uns mit festlichem Licht, das Menschen unabhängig von Kultur erfreut. Wir sind Glücksbringer – das ist eine wunderbare Aufgabe, unser ständiger Antrieb und unsere Leidenschaft. Unser Anspruch ist dabei, nicht nur auf Ästhetik zu achten, sondern auch auf nachhaltige Qualität und Wertigkeit. Damit waren wir vor 25 Jahren Vorreiter am Markt – in der Branche gab es keinerlei hochwertige Produkte – und das hat uns sicherlich unseren Erfolg beschert.

Gab es in 25 Jahren Firmengeschichte ein besonderes Highlight?

Wenn man einen besonderen Moment herausnehmen müsste, dann wäre das wohl der Kauf der Firma „American Christmas“ vor fünf Jahren. Seitdem gestalten wir jährlich die wohl weltweit bekanntesten Glanzlichter zur Weihnachtszeit, wie das Rockefeller Center, Saks Fifth Avenue oder die Radiocity Music Hall in Manhattan. Diese Wahrzeichen als Tiroler Unternehmen beleuchten zu dürfen, ist schlichtweg großartig.

Wie hat sich der Markt seit der Unternehmensgründung verändert?

In unseren Anfängen war die klassische Glühbirne E14 und E27 DAS Leuchtmittel. Wir haben bereits in den ersten Jahren damit begonnen, LEDs einzusetzen, 2008 gelang uns als erstes Unternehmen in der Branche die Umstellung auf 100 % patentierte LEDs. Ein Meilenstein in unserer Unternehmensgeschichte – auch was den Energieverbrauch und die Langlebigkeit unserer Produkte betrifft. Früher ging es außerdem vor allem darum, Orte zu behübschen – heute gilt es in Kombination von Sound und Licht ein sinnliches und thematisches Gesamterlebnis zu erzeugen.

Bleiben wir gleich bei der Energieproblematik. Sehen Sie im Falle eines harten Winters Herausforderungen auf Sie zukommen?

Es ist wichtig, eine gute Balance zu finden. Dass die Grundversorgung der Haushalte absolute Priorität hat, steht außer Frage. Aber aus der Weihnachtsbeleuchtung ein Symbol fürs Energiesparen zu machen, ist der falsche Weg. Eine Stadt spart durch den Verzicht auf Weihnachtsbeleuchtung nur 0,007 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs. Kommunen haben die Aufgabe, den öffentlichen Raum so zu gestalten, dass sich die Menschen wohlfühlen. Die letzten Jahre haben deutlich gezeigt, was es mit uns Menschen, aber auch mit unseren Innenstädten macht, wenn wir uns im öffentlichen Raum nicht mehr begegnen.

Strom ist ja nicht die einzige Herausforderung. Merken Sie auch etwas vom Fachkräftemangel?

Durchaus. Allerdings haben wir das Glück, an einem Produkt und Projekten zu arbeiten, die eine positive Wirkung auf Menschen haben – und das von Innsbruck aus in die ganze Welt. Wir bieten unseren MitarbeiterInnen daher in den unterschiedlichsten Bereichen ein interessantes Aufgabengebiet. Außerdem ist bei uns der Mix an unterschiedlichsten Persönlichkeiten hinsichtlich Ausbildung, Herkunft, Alter, Expertise und Firmenzugehörigkeit ganz besonders vielfältig. Das prägt unseren offenen Umgang miteinander und schafft eine besondere Unternehmenskultur. 

Woher kam die Idee für die Lichterparks?

Die Idee habe ich mit einem Freund aus Japan entwickelt. Dort gibt es einige solcher Lichtparkformate. Allerdings schauen diese alle recht ähnlich aus und innovativ sind sie auch nicht. Also haben wir uns gedacht: Das können wir besser. Unser erster Versuch in Japan kam so gut an, dass wir das Konzept in mittlerweile 35 Lichterparks unter der Dachmarke LUMAGICA umgesetzt haben. Dieses Jahr erwarten wir zwischen 1,5 und 2 Millionen BesucherInnen weltweit. Das Ganze hat aber auch einen praktischen Nutzen. In den Parks spüren wir unmittelbar, wie neue Lichtkonzepte bei den Menschen ankommen und wo die Trends liegen. Das macht uns kreativ und wir bleiben wendig.

Weitere Infos:

  • MK Illumination wurde vor 25 Jahren in einer kleinen Garage in Weer nahe Innsbruck ge­gründet.
  • Klaus Mark, seine Frau Marie und sein Zwillingsbruder Thomas dekorierten anfangs noch selbst Christbäume in Hotellobbys und kleinen Gemeinden.
  • Heute ist das Unternehmen Weltmarktführer für festlich dekorative Beleuchtung.
  • In 44 Ländern auf der ganzen Welt besitzt MK Illumination Vertriebsniederlassungen und erwirtschaftete letztes Jahr einen Umsatz von 140 Millionen Euro.

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    Thomas, Marie und Klaus Mark vor Innsbrucker Bergkulisse (v. l. n. r.)

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    Weihnachtsbe­leuchtung des Luxuskaufhauses Saks Fith Avenue in New York.

„Es werde Licht“
„Wahrzeichen wie das Rockefeller Center als Tiroler Unternehmen beleuchten zu dürfen, ist schlichtweg großartig.“ Klaus Mark, CEO MK Illumination

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