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Arbeitsmarktservice Tirol

Bilanz und Ausblick für Tiroler Arbeitsmarkt

Bilanz und Ausblick für Tiroler Arbeitsmarkt
ams-bilanz-und-ausblick_shutterstock-symbolbild - Bilanz und Ausblick für Tiroler Arbeitsmarkt
Bei starker Personalnachfrage und der niedrigsten Arbeitslosenquote seit fast 40 Jahren zieht das AMS eine positive Bilanz für den Tiroler Arbeitsmarkt im Jahr 2023.
Arbeitsmarktservice Tirol

Bilanz und Ausblick für Tiroler Arbeitsmarkt

Bilanz und Ausblick für Tiroler Arbeitsmarkt
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Bei starker Personalnachfrage und der niedrigsten Arbeitslosenquote seit fast 40 Jahren zieht das AMS eine positive Bilanz für den Tiroler Arbeitsmarkt im Jahr 2023.

Mit dem Jahr 2023 geht ein anspruchsvolles Jahr für den Tiroler Arbeitsmarkt zu Ende. Bei starker Personalnachfrage auf dem Arbeitsmarkt und einer bemerkenswert niedrigen Arbeitslosenquote, die seit beinahe 40 Jahren nicht mehr erreicht wurde, kann eine positive Bilanz gezogen werden.

Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete Tirol einen Rückgang der durchschnittlichen Arbeitslosen um -0,4 %. Mit der Ausnahme von Kärnten, wo ebenfalls ein Rückgang von -0,4 % verzeichnet wurde, stieg die Arbeitslosigkeit in allen anderen Bundesländern an (österreichweit um +2,9 %). Im Jahresdurchschnitt waren 14.664 Personen arbeitslos, was den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2001 bedeutet. Die Anzahl der offenen Stellen, die beim Arbeitsmarktservice gemeldet wurden, bleibt mit 8.025 weiterhin auf einem hohen Niveau im langjährigen Vergleich. Trotzdem erreichte die unselbständige Beschäftigung mit über 356.000 Beschäftigungsverhältnissen einen Rekordwert. Im Jahr 2023 waren in Tirol so viele Menschen wie nie zuvor unselbständig beschäftigt. Die Arbeitslosenquote blieb mit 4,0 % im Vergleich zum Vorjahr unverändert und war zuletzt im Jahr 1984 (3,8 %) niedriger. Besonders erfreulich ist der stärkste Rückgang bei der Langzeitbeschäftigungslosigkeit im Bundesländervergleich, der bei -26,3 % liegt.

„Am Tiroler Arbeitsmarkt ist die wirtschaftliche Eintrübung der letzten Monate, gemessen an der Entwicklung der Arbeitslosigkeit, etwas schwächer ausgefallen als im Rest Österreichs. Tirol profitiert von der starken Dienstleistungsbranche. Der Personalmangel macht sich zunehmend bemerkbar, sowohl bei den Unternehmen, als auch bei den Beschäftigten durch hohe Arbeitsbelastung.“
Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführung AMS Tirol

Verhalten optimistischer Ausblick für 2024

Trotz der anhaltend sehr angespannten geopolitischen Lage fällt die Prognose für den Tiroler Arbeitsmarkt im Jahr 2024 positiv aus. Im Vergleich zum Vorjahr werden sowohl die Arbeitslosigkeit (+100) als auch die Arbeitslosenquote voraussichtlich nur marginal steigen. Die aktive Beschäftigung wird hingegen aufgrund der zunehmenden Erwerbsbeteiligung von älteren Arbeitskräften und Frauen sowie einer anhaltend starken Zuwanderung von Arbeitskräften aus dem Ausland weiter ansteigen (+3.900).

„Für das Jahr 2024 gehen wir allenfalls von einem leichten Anstieg der arbeitslos vorgemerkten Personen aus. Das Beschäftigungswachstum dürfte trotz erstmaliger Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters der Frauen im Jahr 2024 etwas schwächer ausfallen als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote sollte somit auch im Jahr 2024 auf einem sehr niedrigen Niveau bleiben. Der Personalmangel bleibt die größte Herausforderung am Tiroler Arbeitsmarkt.“
Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführung AMS Tirol

Tiroler Arbeitsmarkt im Dezember 2023

Mit 31. Dezember 2023 verzeichnet der Tiroler Arbeitsmarkt 15.814 arbeitslose Personen, was einem Anstieg von 569 Menschen (+3,7 %) im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Von den arbeitslos gemeldeten Personen haben 39,0 % bereits eine Einstellzusage erhalten. Die Mehrheit, nämlich 74,4 %, ist kürzer als 3 Monate arbeitslos, und 42,4 % haben maximal einen Pflichtschulabschluss. Österreichweit stieg die Arbeitslosigkeit um 6,4 %, derzeit gibt es 329.328 Arbeitslose in Österreich.

Mit 15.814 Arbeitslosen und geschätzten 367.000 unselbständig Beschäftigten (eine Zunahme von 3.000 Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr) beträgt die Arbeitslosenquote im Dezember 2023 in Tirol 4,1 %. Zusätzlich zu den arbeitslos Vorgemerkten befanden sich am 31. Dezember 2023 2.131 Personen in Schulungsmaßnahmen des AMS Tirol. Dies entspricht einem Anstieg von 215 Personen oder +11,2 % im Vergleich zum Vorjahr.

Mehr Männer als Frauen arbeitslos

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Arbeitslosenquote bei Frauen um +1,7 %, während Männer mit einem deutlich stärkeren Anstieg von +4,7 % konfrontiert sind. Ende Dezember sind in Tirol 4.882 Frauen und 10.932 Männer arbeitslos, die Arbeitslosenquote der Frauen liegt hier mit 2,7 % deutlich unter derjenigen der Männer (5,4 %).

Deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit im Handel

In bestimmten Wirtschaftszweigen ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr überdurchschnittlich angestiegen, wie beispielsweise in der Arbeitskräfteüberlassung um +15,0 %, im Handel um +9,4 % und in der Beherbergung und Gastronomie um +7,7 %. In der Baubranche hingegen ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr mit einem Anstieg von +1,4 % auf 4.533 Personen etwas moderater, wobei beachtliche 80,1 % der Betroffenen bereits eine Einstellzusage von einem Betrieb erhalten haben.

Offene Stellen unter dem Rekordniveau des Vorjahres

Zum Ende des Monats Dezember wurden dem AMS Tirol insgesamt 8.043 offene Stellen für eine unmittelbare Besetzung gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der offenen Stellen um -17,9 % gesunken. Obwohl ein rückläufiger Trend zu verzeichnen ist, bleibt der Personalbedarf weiterhin hoch, insbesondere in Branchen wie der Beherbergung (-808), der Gastronomie (-396), der Arbeitskräfteüberlassung (-247) und dem Einzelhandel (-178). Der ungedeckte Personalbedarf ist gegenwärtig besonders in der Beherbergung und Gastronomie mit 2.169 offenen Stellen sowie im Handel (1.844) am deutlichsten ausgeprägt.

Die am stärksten nachgefragten Berufe, gemessen an absoluten Zahlen, sind HändlerInnen und VerkäuferInnen (1.091), gefolgt von KellnerInnen (707), GaststättenköchInnen (584), Stubenmädchen/-burschen (277) und KochgehilfInnen (268).

Rückgang der Langzeitbeschäftigungslosigkeit

Derzeit sind in Tirol 1.635 Personen langzeitbeschäftigungslos. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet die Langzeitbeschäftigungslosigkeit in Tirol einen Rückgang um 8,9 % (österreichweit: -2,4 %). Unter diesen arbeitsmarktfernen Personen weisen 63,1 % gesundheitliche Vermittlungseinschränkungen oder eine Behinderung auf, 56,2 % sind älter als 50 Jahre, und 49,3 % haben maximal einen Pflichtschulabschluss.

03. Januar 2024 | AutorIn: David Wintner | Foto: Shutterstock

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