Wenn Pudu das Essen bringt

Neben vielen fleißigen Händen helfen im Yami Asia auch zwei Roboter bei der Bewirtung der Gäste – und liefern einen Vorgeschmack darauf, wie immer mehr Technologie in der Gastronomie Einzug halten könnte.

Ein Roboter namens Pudu greift dem Serviceteam des größten Asia-Restaurants in Tirol seit Mai vergangenen Jahres unter die Arme. Nach einem erfolgreichen Probelauf in Wien organisierte man auch für den Tiroler Standort der Restaurantkette Yami Asia einen elektronischen Helfer, der dem Team eine Menge Arbeit abnehmen und für Erstaunen bei den Gästen sorgen kann. Seit einigen Monaten sind nun im Lokal im Greifcenter Innsbruck bereits zwei Serviceroboter im Einsatz.

SO FUNKTIONIERT’S.

Einmal am Tag werden die Roboter aufgeladen, um beim Ansturm auf Mittags- und Abendessen den Gästen zuverlässig Gerichte und Getränke zu servieren. Mittels Sensoren, die sich an der Decke des im November 2019 eröffneten Lokals befinden, bahnen sich die Kellner auf Rädern ihren Weg zu den jeweiligen Tischen. „Es ist ein sehr zuverlässiges System, denn beide Roboter finden jeden Tisch in unserem Restaurant“, erklärt die Chefin. Das Tempo der Roboter wurde so eingestellt, dass die Speisen noch heiß bei den Gästen landen, ohne dabei das rege Treiben am Buffet zu stören. Die Küche stellt die bestellten Gerichte auf eine der regalartig angeordneten Tabletts und kann dann am oben befindlichen Bildschirm die jeweilige Tischnummer eingeben.

DIE ROBOTER BRAUCHEN PLATZ.

Das Yami Asia eignet sich gut für solch eine technologische Neuheit, da das Raumkonzept genügend Abstand zwischen den Tischen bietet, damit sich die zwei Roboter gut fortbewegen können. „Die Gäste können sich ihr Essen und ihre Getränke selbstständig herunternehmen und die Roboter fahren wieder Richtung Küche, sobald sie ihre Bestellungen ausgeliefert haben“, erklärt die Chefin. Besonders in Pandemiezeiten ist der kontaktlose Service also durchaus eine Bereicherung für die Gastronomie.

EIN ALLROUNDER.

Doch wer glaubt, dass die beiden Roboter nur den Kellnern und Kellnerinnen unter die Arme greifen können, der irrt. Neben dem Service bietet das in China entwickelte System eine weitere Funktion, die vor allem bei besonderen Anlässen für Schmunzeln sorgt. „Bei einer Geburtstagsfeier in unserem Lokal können die Pudus auch ein Geburtstagslied abspielen“, erzählt eine Mitarbeiterin. Wer an seinem Ehrentag im Yami Asia zum Essen vorbeikommt, dem singen die Roboter ein Ständchen, wenn sie die Gerichte zum Tisch servieren. Außerdem werden an den Servicehilfen auch Sternspritzer oder Geburtstagsraketen befestigt, um für einen besonders stimmungsvollen Auftritt für das Geburtstagskind zu sorgen.

DIE KELLNER DER ZUKUNFT?

Auch wirtschaftlich haben die Serviceroboter einen positiven Einfluss auf das Geschäft – zumindest aus Unternehmersicht. „Durch die Hilfe der Roboter konnten wir Mitarbeiter einsparen, da sie uns sehr viel Arbeit abnehmen und einwandfrei funktionieren“, verrät die Chefin. Trotzdem wird im Yami Asia auch in Zukunft nicht völlig auf menschliches Personal verzichtet. Die Roboter ebnen aber einen innovativen Weg in Richtung technologisierte Zukunft und zeigen, welche Vorteile die Digitalisierung mit sich bringen kann.

AUF PUDU IST VERLASS.

Im Restaurant im Greifcenter wird es vorerst bei zwei Exemplaren bleiben. Die Anschaffungskosten für einen Roboter belaufen sich in etwa auf 7.000 Euro. Bei Personalengpässen oder regem Betrieb im Lokal ist auf Pudu I und Pudu II konstanter Verlass. Auch bei den Gästen sorgen die Serviceroboter für Begeisterung, berichtet die Chefin: „Von Jung bis Alt, alle sind erstaunt über unsere technischen Helfer. Sie locken immer mehr Menschen in unser Lokal.“ Ob sich die Roboter in Zukunft auch in anderen Gastronomiebetrieben in Tirol etablieren werden, wird die Zeit zeigen. Doch der erfolgreiche Einsatz der Serviceroboter im Yami Asia spricht für sich und zeigt, dass die Zukunft der Stadt mitunter auch einen mutigen Schritt in Richtung Digitalisierung erfordert, um von den Vorteilen der Technologie zu profitieren.

Über dem Tellerrand

International setzen immer mehr Gastrounternehmen auf Robotik, künstliche Intelligenz und neue Technologien.

Am Times Square in New York verbindet eine Filiale von Taco Bell die Vergangenheit mit Innovation: In einem der ältesten Gebäude der Stadt, dem Paramount Building, bestellt man über Touchscreen und das Essen kann selbst abgeholt werden. Bei der Food-Delivery-Plattform DoorDash wiederum bereitet Roboter Sally Salate und Bowls zu und bei der Burgerkette White Castle frittiert Roboter Flippy Pommes frites. Mithilfe künstlicher Intelligenz ist aber noch mehr möglich, um die Effizienz der Automatisierung für die Gastronomie zu nutzen. Mit dem CookRight-System von Miso Robotics werden Köche beim Braten von Fleisch unterstützt – mittels Kamera wird von der Maschine erkannt, wann die perfekte Garzeit erreicht ist. Roboter-Barkeeper Barney kann Cocktails mixen und versucht, seine Gäste sogar mit Witzen zum Lachen zu bringen.

Wenn Pudu das Essen bringt
Bei Bedarf spielt Pudu auch Geburtstagsständchen.

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