Wichtig wie die Gäste

Das Tiroler Hotel Jungbrunn wurde kürzlich vom Fachmagazin Falstaff zum besten Arbeitgeber Österreichs gekürt. Personalchef Leo Urban erklärt, wie das Viersternehaus auf das Personal eingeht und was es als Unternehmen davon hat.

Um erfolgreich zu sein, muss ein Hotel auf die Bedürfnisse seiner MitarbeiterInnen mindestens genauso eingehen wie auf die seiner Gäste“, sagt Leo Urban, Personalchef im Hotel Jungbrunn im Tannheimer Tal. Das sei auch ein wesentlicher Unterschied zu früher, wo man primär auf die Gästewünsche geschaut hat. Das funktioniere heute angesichts der veränderten Anforderungen der Arbeitnehmer nicht mehr. „Wir versuchen, auf jeden einzelnen Menschen, der bei uns arbeitet, einzugehen, herauszufinden, was ihm wichtig ist, und auch zu schauen, dass wir helfen können“, sagt der Human Ressources Manager. Natürlich könne man nicht immer jeden Wunsch erfüllen, aber es gehe darum, eine Lösung zu finden, die für den Arbeitgeber und -nehmer passt. „Es muss eine Win-win-Situation sein und ein partnerschaftliches Verhältnis“, so Urban. Denn der Erfolg eines Unternehmens speziell in der Hotellerie stehe und falle mit seinen MitarbeiterInnen.

STETIGER LERNPROZESS

Urban begann seine berufliche Karriere selbst im Jungbrunn und ist dort seit 2014 fest angestellt, seit 2017 als Human Ressources Manager. In dem Jahr wurde auch ein Employer-Branding-Prozess im Hotel gestartet. Man wollte herausfinden, was den Angestellten wichtig ist, und ließ sie 147 Fragen beantworten. Die gleiche Befragung führte man mit der Inhaberfamilie Gutheinz durch. „In der MitarbeiterInnenbefragung hat sich herausgestellt, dass einige bestimmte Werte dem Großteil des Personals besonders am Herzen lagen, und diese deckten sich fast nahezu mit jenen der HotelbesitzerInnen“, erzählt Urban. Die Punkte ließ man im Employer Branding miteinfließen. „Wir entwickeln uns als Arbeitgeber ständig weiter. Unsere MitarbeiterInnen tragen essenziell zu dieser Entwicklung bei, indem sie mit ihren Inputs positive Veränderungen für unser Unternehmen bewirken. Es ist ein stetiger Lernprozess“, so der Personaler. Die Bemühung, neue Wege als Arbeitgeber einzuschlagen, wurde unlängst mit einer Auszeichnung vom Fachmagazin Falstaff belohnt. Bei der erstmals durchgeführten Prämierung stimmten die Mitarbeiter über Österreichs Arbeitgeber in Gastronomie, Hotellerie und Tourismus ab. In der Kategorie „Innovation“ holte sich das Jungbrunn den ersten Platz.

OFFENES OHR

Mit welchen Innovationen das Hotel um neue Mitarbeiter wirbt? „Wir bieten zum Beispiel geregelte und flexible Arbeitszeiten, die von drei bis sechs Arbeitstagen reichen. Es gibt kaum Überstunden und fixe freie Tage. Zudem haben wir ein neues Mitarbeiter-Haus, einen gratis Pkw für unsere Angestellte oder kostenlose Ausflüge“, nennt Urban einige Benefits. „Außerdem bekommen unsere MitarbeiterInnen interne und externe Weiterbildungsmöglichkeiten.“ Um sich in Zeiten des Personalmangels profilieren zu können, gebe es neben dem Hotelmarketing ein eigenes Marketingteam, das sich rein um die Rekrutierung von neuen Mitarbeitern kümmert. Die Zusatzleistungen für das Personal seien jedoch nicht alles. „Das Wichtigste ist, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zuzuhören, sie wahr und ernst zu nehmen und ein harmonisches Miteinander zu haben.“

Das Unternehmen

Das Hotel Jungbrunn in Tannheim wird in dritter Generation von Marcel Gutheinz geführt. Es beschäftigt bei voller Auslastung (197 Betten) 156 MitarbeiterInnen.

  • Leo-Urban

    „Das Wichtigste ist, den MitarbeiterInnen zuzuhören, sie wahr und ernst zu nehmen.“ Leo Urban, Personalchef im Hotel Jungbrunn

Wichtig wie die Gäste
Zufriedene MitarbeiterInnen sorgen für glückliche Gäste – so die Devise im Jungbrunn.

Beitrag teilen:

Werbung

Newsletter

Wir informieren Sie kostenlos und wöchentlich über
Tirols Wirtschaftsgeschehen