Fair Fashion

Kleidung, die auf Kosten von Menschen und Umwelt produziert wird, soll keine Zukunft haben. Das ist die Vision von Lara Heiss und ihrer Mutter Sibel Yildiz, die seit Oktober 2021 mit ihrem Modelabel feminIst durchstarten.

Sibel Yildiz und Lara Heiss haben kein niedrigeres Ziel als die Modewelt zu verändern – und zwar nachhaltig. „Die Vision ist, dass in den nächsten Jahren tatsächlich dieser Müllverbrauch aufhört“, sagt Sibel Yildiz und zielt damit auf Materialien wie Polyester oder Nylon ab. Das Mutter-Tochter-Gespann präsentierte im Oktober 2021 sein eigenes Modelabel feminIst. Der Name enthält icht nur das Bedürfnis, Frauen in der Modewelt zu stärken, sondern auch den Produktionsort der Kleidung: Istanbul.

HERZENSPROJEKT

„Mode aus der Türkei hierherzubringen, war meine Idee“, blickt Sibel Yildiz zurück. Die gebürtige Istanbulerin liebt die Designs aus ihrer alten Heimat. „Als Mama von der Idee erzählt hat, war ich total begeistert“, schwärmt Lara Heiss. Gemeinsam haben sie sich das Ziel gesetzt, der ausbeuterischen und umweltschädlichen Fast Fashion Industrie einen Gegenentwurf zu präsentieren. Gelingen soll das mit fairen Produktionsbedingungen, gerechter Entlohnung
und Stoffen, die die Umwelt nicht belasten.

GESUCHT UND GEFUNDEN

Der Weg zur Nachhaltigkeit war holprig und über ein Jahr Recherche liegt hinter dem motivierten Mutter-Tochter-Gespann. „Dass das so schwierig wird, damit haben wir nicht gerechnet“, erzählt Sibel Yildiz. Während viele große Modelabels, egal ob Billigware oder Designerkleidung, ihre Produktion in Billiglohnländer wie Vietnam oder Bangladesch uslagern, produziert feminIst die Mode dort, wo sie designt wird. Yildiz und Heiss haben Kriterien für die Istanbuler Produzenten festgelegt – aus 30 haben sie schließlich drei Designer mitsamt Ateliers gefunden, die diese Standards einhalten können und wollen.

ALLES ANDERE ALS MASSENPRODUKTION

Im größten der drei Ateliers arbeiten sieben Personen. 30 bis 40 Kleidungsstücke pro Modell in verschiedenen Größen können produziert werden. Hier kommt der Faktor Feminismus ins Spiel: Die schlechten Produktionsbedingungen in der Fast Fashion Industrie gehen vor allem zulasten von Frauen. Keine Arbeitsverträge, geringe Entlohnung, 16-Stunden-Schichten – dagegen kämpft feminIst an – unabhängig vom Produktionsort. „Wenn wir Arbeiterinnen in Bangladesch so behandeln, dann betrifft uns das ganz stark. Wir dürfen uns dann nicht wundern, wenn diese Menschen aufstehen und hierherkommen“, sagt Sibel Yildiz.

STOFFSACHE

Zu den schlechten Produktionsbedingungen gehört auch die Handhabung von giftigen Stoffen. Deshalb setzt feminIst unter anderem auf Bio-Baumwolle, denn sie ist frei von Pestiziden, die letztendlich nicht nur auf der Haut der Plantagenarbeiterinnen, sondern auch auf den Käuferinnen landet. Als Verpackungslösung für die online vertriebenen Kleidungsstücke setzt das Mutter-Tochter-Duo auf Maisstärke. Doch auch im stationären Vertrieb möchte sich feminIst weiterentwickeln. Ein erster Schritt in diese Richtung setzten sie im Februar, mit der Eröffnung eines Pop-up-Stores im Kaufhaus Tirol bei Kastner und Öhler. Abgesehen von der persönlichen Weiterentwicklung des Labels ist die Vision eine große: „Wir werden größer und hoffen, dass sich die Konkurrenz anpasst und sich der Markt ändert“, so Lara Heiss.

Was ist Fast Fashion?

Kleidung, die auf Kosten von Umwelt und Produktionspersonal in großen Massen billig produziert und verkauft wird.

Was ist Fair Fashion?

Kleidung, die unter ethisch und ökologisch gerechten Bedingungen hergestellt wird.

  • Feminist
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Fair Fashion
Die Gründerinnen des Labels feminIst Sibel Yildiz (57, li.) und Lara Heiss (26) sagen der Fast Fashion Industrie den Kampf an.

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