Nachhaltig wirtschaften von Serfaus bis Fieberbrunn

Von Serfaus bis Fieberbrunn, von Steinach bis in die Leutasch: Nachhaltiges Wirtschaften ist gefragt. Das Klimabündnis Tirol hatte im letzten Jahr alle Hände voll zu tun. 26 Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen haben sich dem Netzwerk angeschlossen: Kultur- und Gesundheitsbetriebe, genauso wie kommunale Einrichtungen. Einen deutlichen Zuwachs gab es auch bei den Tourismusbetrieben.

26 Tiroler Betriebe haben sich 2020 dem Klimabündnis angeschlossen – so viele wie noch nie.

"Wir müssen verstehen, dass nachhaltiges Wirtschaften langfristig Geld spart und nicht kostet", sagt Christian Wandl vom Biohotel Leutascherhof. In seiner Funktion als Vorstandsmitglied des Tourismusverbands Olympiaregion Seefeld möchte er möglichst viele Betriebe animieren, an einer nachhaltigen Tourismuslandschaft mitzuwirken. Ein erster Schritt ist der KlimaCheck von Klimabündnis Tirol. Von Energie, Mobilität und Abfall bis hin zu Beschaffung, Verpflegung und Kommunikation werden beim KlimaCheck alle relevanten Bereiche eines Betriebs durchleuchtet und im Anschluss Klimaziele für die nächsten Jahre vereinbart. Auf den Zug aufgesprungen ist im letzten Jahr nicht nur der Leutascherhof von Familie Wandl. 25 weitere Tiroler Unternehmen sind seit kurzem Klimabündnis-Betriebe, acht davon aus der Tourismusbranche.

Großes Interesse der Tiroler Betriebe

„Im vergangenen, von der Coronakrise geprägten Jahr haben viele UnternehmerInnen gespürt, dass nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit organisierte Betriebe stabiler und sicherer durch Krisenzeiten kommen. Das liegt nicht nur an der inneren ausbalancierten Organisation, sondern auch am gestiegenen Bewusstsein für gesunde Wirtschaftskreisläufe und faire Produktions- und Dienstleistungsbedingungen. Das zeigt sich im großen Interesse der Tiroler Betriebe für eine Beteiligung am Klimabündnis-Betriebeprogramm, was mich für eine klimafitte und krisenfeste Entwicklung der Tiroler Wirtschaft sehr zuversichtlich stimmt“, so LHStvin Ingrid Felipe, die dem Klimabündnis Tirol als Obfrau vorsteht.

Seit Januar 2020 wird das Programm für Klimabündnis-Betriebe vom Land Tirol und der EU vollständig gefördert. Das Team von Klimabündnis Tirol kann die Beratungen zu einem geringen Selbstbehalt von 100 Euro pro Beratungstag anbieten. „So wird es auch für kleinere Unternehmen wie die Ötztaler Museen oder die Alpenaquafarm in Hall leichter sich in allen klimarelevanten Bereichen durchchecken zu lassen“, erklärt die Projektleiterin Dagmar Rubatscher.

Klimabündnis-Netzwerk

Neben den Tourismusbetrieben, sind zuletzt auch auffallend viele Sozial- und Kulturbetriebe sowie kommunale Einrichtungen dem Klimabündnis-Netzwerk beigetreten. Bei den Klimazielen stehen die Themen Beschaffung, Energie und Mobilität meist ganz oben. „Wenn wir bis 2030 CO2-neutral sein wollen, also keine zusätzlichen Emissionen produzieren wollen, müssen wir einen Fokus auf unser Mobilitätsverhalten legen und den Ausstieg aus fossilen Antriebssystemen schaffen“, ist IKB-Vorstandsvorsitzender Helmuth Müller überzeugt. Und auch Reinhard Jennewein von den Stadtwerken Wörgl sieht im fossilfreien Wirtschaften die Zukunft: „Wir setzen uns für erneuerbare, regionale Quellen ein. Immer noch ist unser Import von fossilen Energieträgern in Tirol viel zu hoch. Da geht uns sehr viel regionale Wertschöpfung verloren.“

Die neue Klimabündnis-Betriebe nach Bezirken:

  • Imst: Ötztaler Museen (Längenfeld), Vermessung AVT-ZT (Imst), Haus Sunne (Arzl im Pitztal)
  • Innsbruck: Vier und Einzig, SOS Kinderdorf International, Leitstelle Tirol, Aufbauwerk Zentrale IBK, Innsbrucker Immobilien Gesellschaft, Innsbrucker Kommunalbetriebe, Clavis Kommunikationsberatung
  • Innsbruck Land: Rotes Kreuz Bezirksstelle IL (Schönberg), Arche Tirol (Steinach in Tirol), ILF (Rum in Tirol), Alpenaquafarm Tirol (Hall in Tirol), Holly Kaffeesysteme (Hall in Tirol), Biohotel Leutascherhof, Haus Gemsenblick (Leutasch)
  • Kitzbühel: Abwasserverband Großache (Erpfendorf), Regio-Tech Hochfilzen Pillerseetal Regionalentwicklung, EcoDrive Austria Fuhrparkmanagement (St. Ulrich am Pillersee), Biobauernhof Mittermoos (Fieberbrunn)
  • Kufstein: Stadtwerke Wörgl
  • Landeck: Hotel-Feriengut Darrehof (Serfaus), Haus Enzian (Serfaus), Fisserhof (Fiss), Kölner Haus DAV (Serfaus)
Nachhaltig wirtschaften von Serfaus bis Fieberbrunn
Der Leutascherhof ist einer von 8 Tourismusbetrieben, die im letzten Jahr den KlimaCheck von Klimabündnis Tirol durchlaufen haben.

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