TVB Seefeld trennt sich von der Bezeichnung „Olympiaregion“

Die Beatles eroberten gerade die Welt und Elvis Presley führte die österreichische Hitparade an, als die Olympischen Winterspiele in Seefeld stattfanden. Ja, 1964 und 1976 sind schon lange her. Und auch wenn Seefeld im Jahr 2012 noch einer der Austragungsorte der Jugendwinterspiele war, möchte sich der Tourismusverband nun von der Bezeichnung „Olympiaregion“ lösen.

„Olympia ist Teil der Geschichte Seefelds, das ist gar keine Frage. Aber der Begriff ist nicht nur positiv behaftet und sorgt auch nicht für Bilder im Kopf“, erklärt TVB-Obmann Alois Seyrling.

Angestoßen hat die Diskussion TVB-Geschäftsführer Elias Walser. Den Gedanken trage er schon länger mit sich herum. Vielfach sei er von außen schon gefragt worden, warum die Region an dem Namen festhalte und was es damit auf sich habe. „Der Name Olympiaregion kommt einfach nicht an. Wir brauchen eine neue Dachmarke“, erklärt Walser.

In den Vordergrund will man zukünftig die Natur stellen. „Studien zeigen ganz klar, dass die Gäste vor allem wegen Natur und Landschaft zu uns kommen“, sagt der TVB-Geschäftsführer. Und Natur und Landschaft hat die Region jedenfalls zu bieten. Im Verbandsgebiet liegen gleich vier Naturparkgemeinden: Seefeld, Reith, Scharnitz und Leutasch – das mit dem heutigen 1. Jänner erst in den Kreis aufgenommen wurde. Die Initiative, den Naturpark Karwendel um das Naturschutzgebiet Ahrnspitze (auch Arnspitze) in Leutasch zu erweitern, ging ebenfalls vom TVB aus.

Walser kann sich deshalb vorstellen, den Namen in „Naturparkregion Seefeld“ abzuändern. Seefeld als Hauptort zieht bei den Touristen und bleibt jedenfalls Bestandteil des Markennamens.

Ein Vorteil sei auch, so Walser, dass die Bezeichnung „Naturparkregion“ auf keine Jahreszeit fokussiert ist – im Gegensatz zu „Olympia“, das sich auf den Winter bezieht. Aktuell wird aber noch abgeklärt, ob der Begriff „Naturpark“ auch in Deutschland richtig verstanden wird und was sich Deutsche darunter vorstellen.

Zu einer finalen Entscheidung über den neuen Namen will der Tourismusverband mittels Diskussionen in Kleingruppen kommen. Auf einen kostspieligen Markenbildungsprozess verzichtet man in Zeiten von Corona bewusst.

Für Elias Walser ist aber klar, dass es mit der Änderung des Namens nicht getan ist. Die neue Marke müsse auch mit Leben befüllt werden.

Interessantes Detail am Rand: Vor einigen Jahren hat Elisabeth Gürtler vom Fünf-Sterne-Hotel Astoria in Seefeld bei einer Vollversammlung des Tourismusverbands den Markennamen angesprochen und gemeint, man möge doch über eine zeitgemäßere Bezeichnung nachdenken. Gut angekommen ist das damals nicht.

TVB Seefeld trennt sich von der Bezeichnung „Olympiaregion“
Der TVB Seefeld möchte sich von der Bezeichnung „Olympiaregion“ trennen und die Natur stärker im Markennamen abbilden.

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