75 Jahre Industriellenvereinigung Tirol

Am 13. März 1947 gründeten engagierte Tiroler Unternehmer ihre eigene Interessenvertretung – auf freiwilliger Basis.

Die Gründungsversammlung der „Vereinigung Österreichischer Industrieller, Landesgruppe Tirol“ wurde vor 75 Jahren, am 13. März 1947, abgehalten. Die Gründungsmitglieder wählten ein Präsidium mit dem späteren Landeshauptmannstellvertreter, Josef Anton Mayr, als ersten Präsidenten. Die Gründungsversammlung wurde im Sitzungssaal der heutigen Wirtschaftskammer in Innsbruck abgehalten. Präsident Christoph Swarovski erinnert zu diesem Anlass an den Gründungsauftrag, nämlich die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen am Standort und damit auch die industriellen Arbeitsplätze im Land abzusichern. Dies sei die wichtigste Aufgabe der industriellen Interessenvertretung geblieben, auch wenn sich das Umfeld über die Jahrzehnte laufend massiv verändert habe.

Den Erfolg der Industrie mitgestaltet

„Die rasanten technischen Fortschritte, von der Fließbandarbeit hin zu hochautomatisierten Prozessen, die Entwicklung der Informationsgesellschaft hin zu Industrie 4.0, die Globalisierung der Märkte und zahlreiche Krisen haben nicht nur die Betriebe und ihre Mitarbeiter laufend gefordert, sondern auch ihre Interessenvertretung. Die Industrie hat einen wesentlichen Anteil an der erfolgreichen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung des Landes. Die Industriellenvereinigung hat über 75 Jahre die Unternehmen in ihrer Entwicklung unterstützt und verantwortungsvoll, ausgewogen und parteiunabhängig ihre Interessen vertreten“, stellt Swarovski zum Selbstverständnis der IV fest.

Dank für Engagement und Weitblick

Engagierte Tiroler Unternehmerpersönlichkeiten haben als Mitglieder und Funktionäre der IV über all die Jahre dafür gesorgt, dass ihre Interessenvertretung eine starke Stimme für die Industrie ist. Der IV-Präsident dankt ihnen zum Jubiläum, dass sie für die gemeinsamen Anliegen eintreten und sich bei Politik und Öffentlichkeit Gehör verschaffen. „Die Industriellenvereinigung bezieht ihre Stärke aus dem Rückhalt und der Treue der Mitglieder“, dankt Präsident Swarovski anlässlich des Gründungstages den vielen Industriebetrieben und industrienahen Unternehmen, die in der Industriellenvereinigung Tirol freiwillig Mitglied sind und ihre Beiträge leisten. Die IV pflegt seit ihrer Gründung auch eine sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer und stellt über die „Fachliste der Tiroler Industrie“ die Funktionäre für die Gremien der Sparte Industrie in der WK-Tirol.

Die folgenden Präsidenten standen der IV in Tirol seit ihrer Gründung vor:

  • Josef Anton Mayr (1947 bis 1969)
  • Fritz Heiß (1969 bis 1984)
  • Martin Huter (1984 bis 1992)
  • Arthur Thöni (1992 bis 2000),
  • Heinrich Scherfler (2000 bis 2002)
  • Oswald Mayr (2002 bis 2008)
  • Reinhard Schretter (2008 bis 2016)
  • Christoph Swarovski (seit 2016)

Tiroler Industrie – 1947 / 2022 – im Vergleich

  • Im Gründungsjahr der IV-Tirol 1947 betrug die Inflationsrate unglaubliche 97%. Die österreichische Bundesregierung beschließt den Text der Bundesregierung. In Tirol wurde in diesem Jahr Osttirol wieder mit Nordtirol vereinigt.
  • 1947 waren in der Tiroler Industrie 18.000 Mitarbeiter beschäftigt – es herrschte akuter Personalmangel. Heute bietet die Tiroler Industrie über 40.000 Arbeitsplätze (2021) in über 400 Betrieben.
  • In der Zeit – seit der Neugründung der IV Landesgruppe - hat sich die Struktur der Tiroler Industrie stark verändert. Der Anteil, der im Bergbau und in der Textilindustrie Beschäftigten, hat stark abgenommen. Heute bestimmt eine breite Mischung von Betrieben der Bau-, der Nahrungs- und Genußmittelindustrie, der Energieproduktion, von Unternehmen mit Weltruf aus der Metall-, Glas- und der chemischen Industrie das Erscheinungsbild der Tiroler Industrie.
  • Die - nicht wertbereinigte – Industrieproduktion Tirols betrug im Jahre 1947 um die 315 Millionen Schilling (!) - umgerechnet 23 Millionen Euro. Heute liegt der Produktionswert (2020) bei 11,05 Milliarden Euro.
  • Die Industrieexporte beliefen sich 1947 auf rund 80 Millionen Schilling (!), umgerechnet 5,8 Millionen Euro. Heute exportiert Tirol Güter im Wert von 6,3 Milliarden Euro (2020).
  • Der durchschnittlich Bruttostundenlohn in der Tiroler Industrie belief sich 1947 auf 3,10 Schilling (!), umgerechnet 0,22 Euro. Heute liegt der Personalaufwand der Tiroler Industrie pro Arbeitsstunde bei 43,14 Euro.
  • Die Tiroler Industrie liefert - von der breiten Öffentlichkeit meist unterschätzt - den größten Beitrag zur Wertschöpfung in Tirol: 26 % der Bruttowertschöpfung werden von produzierenden Betrieben (mit Bauwirtschaft) erbracht!
75 Jahre Industriellenvereinigung Tirol
Inudstriellenvereinigung Tirol – Interessenvertretung für den Industriestandort

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