75 Jahre IV-Tirol

Rund 200 Gäste fanden sich am Dienstag, 5. Juli 2022, im Congresspark Igls ein, um „75 Jahre IV-Tirol“ zu feiern. Unternehmer, Führungspersönlichkeiten der Tiroler Industrie, Politiker sowie Vertreter des öffentlichen Lebens trafen sich, um einen langen gemeinsamen Weg – eine Erfolgsgeschichte – zu würdigen.

Christoph Swarovski, Präsident der Industriellenvereinigung Tirol, sprach beim Festakt einen großen Dank für die Treue zur Interessenvertretung aus, die seit der Gründung bis heute von den Mitgliedern gelebt werde.

Bedeutung der Industrie mehr anerkennen

Die Steuerleistung der Tiroler Industrie betrug im Jahr 2019 rund 2,9 Milliarden, wie eine aktuelle Studie des Wirtschaftsforschungsinstitutes Eco Austria ergeben hat. Das ist die Hälfte des Jahresbudgets des Landes Tirol. Für Präsident Swarovski wird die Bedeutung der Tiroler Industrie im Land Tirol nicht immer und von allen ausreichend wahrgenommen. „Wir wünschen uns als Wirtschaftssektor mit dem höchsten Anteil an der Wertschöpfung in Tirol mehr Gehör und jene Anerkennung, die dem Stellenwert der Industrie gerecht wird,“ stellte Swarovski fest.

Mattle: Industrie ist zentrale Säule der Tiroler Wirtschaft

Für Wirtschaftslandesrat Anton Mattle ist die Industrie eine zentrale Säule der Tiroler Wirtschaft, wichtiger Treiber für Technologie und Innovation, verlässlicher und sicherer Arbeitgeber, hochqualitativer Ausbildner, wichtiger Bewahrer des Wohlstandes und nicht zuletzt auch starker Partner des Landes in Zukunftsfragen. „Ich gratuliere der Industriellenvereinigung Tirol als starke Interessenvertretung zu ihrem 75-jährigen Jubiläum recht herzlich. Ich danke als Wirtschaftslandesrat für die stets offene und ehrliche Kommunikation gepaart mit hoher Fachkompetenz und freue mich auf die weitere gemeinsame Zusammenarbeit zum Wohle unseres Wirtschaftsstandortes“, so Wirtschaftslandesrat Anton Mattle.

Erfolgsgeschichte Tiroler Industrie

Im Gründungsjahr 1947 beschäftigte die Tiroler Industrie immerhin bereits 18.000 Mitarbeiter, die einen Produktionswert von 315 Millionen Schilling erwirtschaftetet, wovon 80 Millionen in den Export gingen. Heute arbeiten weit über 40.000 Menschen in der Industrie und der Exportanteil liegt über 90 Prozent. Als Erfolgsfaktor der Industrie sieht Präsident Swarovski das Zusammenwirken von weitblickenden und innovativen Unternehmen und fleißigen und loyalen Mitarbeitern. Swarovski: „Der Industrie und den zahlreichen familiengeführten Mitgliedsbetrieben ist und war die Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern immer mindestens so wichtig, wie der Unternehmenserfolg selbst. Die Verantwortung gegenüber dem Mitarbeiter ist in Tirol mehr als ein Schlagwort.“

Verantwortungsvolle Interessenvertretung

Die IV wurde 1947 in einer Zeit großer Unsicherheit gegründet und auch heute, 75 Jahre später, stehen wir wieder vor großen Herausforderungen, in einem Umfeld geprägt von großer Unsicherheit. Präsident Swarovski erinnerte daran, dass die Industriellenvereinigung im Land und im Bund die Interessen immer auf der Grundlage von Daten und Fakten vertrete und brachte das Selbstverständnis der IV so auf den Punkt: „Es ist wichtig als Interessenvertretung der Industrie niemals als laut und polternd aufzutreten, sondern immer gemäßigt mit vernünftigen Argumenten zu überzeugen.“ Als IV heiße es, zusammenzustehen, die Interessen gemeinsam zu vertreten und das Beste aus allen Gegebenheiten zu machen. So, wie es in den letzten 75 Jahren immer passiert sei.

IV-Präsident Georg Knill: Dekarbonisierung ohne Deindustriealisierung

Der Präsident der Industriellenvereinigung Österreich, Georg Knill, ging in seinen Grußworten auf die für Menschen und Unternehmen sehr fordernde Situation mit dem Krieg in der Ukraine ein. Knill: „Die Energieversorgung ist in Gefahr und die Inflation erreicht wöchentlich neue Rekordwerte. Vor diesem Hintergrund gilt es rasch unabhängiger zu werden von russischen Erdgaslieferungen und die Dekarbonisierung ohne Deindustrialisierung weiter voranzutreiben.“

Die Industriellenvereinigung habe bereits in ihren Gründungsjahren bewiesen, was durch Resilienz und Innovationskraft erreicht werden kann. Daher sei die heimische Industrie damals und heute der Anker des Wohlstandes für alle Menschen in unserem Land und werde es auch in Zukunft sein. „Ich bin zuversichtlich, dass unsere Industriebetriebe gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Mut und Optimismus nach vorne in die Zukunft blicken und aktuelle wie künftige Herausforderungen bestens bewältigen werden,“ blickte Knill optimistisch in die Zukunft.

Filmprojekt 75 Jahre IV-Tirol

„Ohne großen Beamtenapparat, frei von jedem schädlichen Bürokratismus sollen in dieser Vereinigung alle die Wirtschaft betreffenden Probleme vom Standpunkt der Industrie aus genauestens studiert und begutachtet werden“, wird der historische Arbeitsauftrag in der neuen 20-minütigen Filmproduktion „75 Jahre IV-Tirol“ zitiert.

Wie ein roter Faden zieht sich der „Blick in die Zukunft“ durch die Gespräche mit Präsidenten und Industriepersönlichkeiten, die ein Ziel nie aus den Augen verlieren, Arbeit und Wohlstand in Tirol abzusichern. Die Tiroler Industrie hat dem vergangenen Drei-Viertel-Jahrhundert ihren markanten Stempel aufgedrückt und ist für das Land und seinen Wohlstand unverzichtbar geworden.

Symbolisch für diesen Erfolg würdigt der Film die Mitgliedsunternehmen und die Präsidenten, die aus unternehmerischer Überzeugung für Verantwortung und Gemeinschaft standen und einstehen: Landeshauptmannstellvertreter Josef Anton Mayr (ab 1947), Fritz Heiß (1969 bis 1984), Martin Huter (1984 bis 1992), Arthur Thöni (1992 bis 2000), Heinrich Scherfler (2000 bis 2002), Oswald Mayr (2002 bis 2008), Reinhard Schretter (2008 bis 2016) und Christoph Swarovski (seit 2016).

Ehrungen:

  • Ehrenpräsident - Dr. Reinhard Schretter erhielt als sichtbares Zeichen für besondere Verdienste um die IV eine Anstecknadel mit dem IV-Logo in Gold und die Verleihungsurkunde.
  • Ehrenzeichen - Dr. Werner Ritter erhielt als sichtbares Zeichen für besondere Verdienste um die IV eine Anstecknadel mit dem IV-Logo in Bronze und die Verleihungsurkunde.

Zahlen zur Tiroler Industrie:

  • 425 Tiroler Industriebetriebe
  • 28 % der Tiroler Bruttowertschöpfung werden von produzierenden Betrieben (mit Bauwirtschaft) erbracht.
  • Der Produktionswert der Tiroler Industrie lag 2021 bei 12,54 Milliarden Euro – plus 13,5 % gegenüber dem Vorjahr.
  • Die Zahl der Industrie-Mitarbeiter lag 2021 bei knapp 40.000.
  • 93 Lehrbetriebe bildeten 2021 insgesamt 1.288 Lehrlinge aus – in über 60 verschiedenen Lehrberufen.
  • Direktexporte (2021): 7,4 Milliarden Euro.
  • Für Forschung und Entwicklung (F&E) haben die Tiroler Unternehmen ihre Ausgaben von 477,2 (2015) auf 523,8 (2017) Millionen Euro gesteigert.
  • Das durchschnittliche Gehalt von Industriebeschäftigten lag zuletzt bei 43.123 Euro und damit weitaus höher als in fast allen anderen Branchen der Tiroler Wirtschaft.
75 Jahre IV-Tirol
IV-Tirol Präsident Christoph Swarovski wünscht sich zum Jubiläum, dass die Tiroler Industrie das Gehör und jene Anerkennung erhält, die ihrem Stellenwert gerecht wird.

Beitrag teilen:

Werbung

Newsletter

Wir informieren Sie kostenlos und wöchentlich über
Tirols Wirtschaftsgeschehen