Braukunst mit Tradition

Zillertal Bier wird bereits in 16. Generation als  Familien­betrieb geführt. Die traditionsreiche Brauerei ist eng mit der Region, den Menschen und der Geschichte des Landes verwurzelt.

Angefangen hat alles vor mehr als 500 Jahren: Das Erzbistum Salzburg verlieh dem „Polsingerhaus“ in Zell am Ziller das Recht, Bier zu brauen und Branntwein herzustellen. Im 17. Jahrhundert erwarb Ludwig Jobst das Haus und damit auch das verliehene Recht. 15 Generationen später lenkt dessen direkte Nachfahrin, Eva Maria Lechner, zusammen mit ihrem Mann Martin Lechner die Geschicke des Tiroler Familienbetriebs.

„Als Geschäftsführer eines Familienunternehmens mit dieser Geschichte und Tradition ist man sich bewusst, dass es nicht zielführend ist, auf kurzfristige Erfolge zu setzen“, erklärt Martin Lechner. Entscheidungen, die man trifft, haben direkte Auswirkungen auf nächste Generationen und im besten Fall auch auf viele weitere. Der Begriff Erfolg bekomme somit eine völlig neue Bedeutung. Wirtschaftliches Vorankommen sei ein wichtiger Faktor, allerdings sicherlich nicht der einzige.

Geballte Identität

Zillertal Bier ist nicht nur namentlich stark in Tirol verortet: „Wir verkaufen unsere Bierspezialitäten ausschließlich in Tirol“, erklärt Lechner, „einerseits, weil wir es nicht künstlich haltbar machen. Andererseits, weil wir finden, dass nicht ein langer Transportweg, sondern gerade die Frische das Bier besonders macht.“ Dadurch habe sich eine enge Verbundenheit mit der Region entwickelt: „Wir kennen fast alle unsere Kunden persönlich“, meint der Geschäftsführer, „die Menschen, die Region, die Landschaft haben Zillertal Bier über Jahrhunderte zu dem gemacht, was es heute ist.“

Nicht zuletzt merke man das beim traditionellen Gauder Fest, das 2020 und 2021 nicht stattfinden konnte: „Dabei kommt die geballte Identität des Tales zum Ausdruck“, zeigt sich Lechner stolz. Die traditionelle Bockbierverkostung hat er vor allem vermisst: „Im kleinen Kreis macht das weniger Spaß. Mir sind in den letzten zwei Jahren unsere rund 30.000 Gäste abgegangen“, ist Martin Lechner froh, dass diese Zeit vorbei ist.

Große Auswirkungen

Neben der Hauptsorte Pils braut Zillertal Bier auch Märzen, Weißbier, Dunkles, Schwarzes, Granat und eben den Gauder Bock – insgesamt 17 verschiedene Sorten. Um die 14.000 Flaschen (0,5 Liter) werden pro Stunde abgefüllt. Ganze 60 Mitarbeiter kümmern sich darum, dass alles reibungslos abläuft – die, so Lechner, seien das Herzstück des Unternehmens.

„Führt man einen Betrieb, der schon seit Jahrhunderten eng mit der Region und ihren Menschen verbunden ist, verhält man sich ganz einfach anders und denkt anders als ein Manager, der bei einem internationalen Konzern als Dienstleister fungiert“, sagt Lechner. Nicht zuletzt deswegen, weil man als Familienunternehmen nicht nur Rücksicht auf die eigene Familie, sondern auch auf jene aller Mitarbeiter nehmen müsse. Entscheidungen im Betrieb hätten nicht bloß Auswirkungen auf das Unternehmen, sondern auf die Mitarbeiter, also die Nachbarschaft und die Menschen in der Umgebung. Dies sei aber kein Grund, bei der Qualität Abstriche zu machen. „Das genaue Gegenteil ist der Fall“, betont Martin Lechner. 

Das Unternehmen in Zahlen:

  • Das Polsingerhaus, dem das Braurecht im Mittel­alter verliehen wurde, gibt es immer noch.
  • Etwa 10 Millionen Flaschen Bier werden bei Zillertal Bier jährlich abgefüllt.
  • In einer eigenen Kleinbrauerei werden 4 Spezial­biere gebraut und teilweise in Barrique­fässern veredelt.
  • Von Falstaff wurde Zillertal Bier 2021 als beliebtesten Kleinbrauerei Tirols ausgezeichnet.
Braukunst  mit Tradition
Gemeinsam mit seiner Ehefrau Maria Lechner, leitet Martin Lechner Zillertal Bier bereits in der 16. Generation.

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