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Club Tirol besucht neues Parlament in Wien

Foto: Ulrike Wieser
Der Business-Club Tirol besuchte das Parlament in Wien.

Club Tirol besucht neues Parlament in Wien

Der Business-Club Tirol besuchte das Parlament in Wien.

Club Tirol nahm nach der Begrüßung durch den Nationalratspräsidenten das frisch renovierte Haus am Ring vom Keller bis zum Dachboden in Augenschein.

Die Pultdeckel mit den darunter liegenden Löchern für ein Tintenfass an den Sitzen im historischen, behutsam renovierten Reichsratssitzungssaal wirken so, als würden sie gleich zum Einsatz kommen – für eines der legendären Pultdeckelkonzerte, mit den Abgeordnete hier einst ihrem Unmut Ausdruck verleihen wollten. Top-modern ausgestattet ist hingegen das „Demokratikum“, dass im Erdgeschoss unter dem alten Saal situierte neue Besucherzentrum. Auf 1.500 m² Fläche stehen hier für Interessierte 27 interaktive Medienstationen mit knapp 80 Stunden an „Content“ zur Entwicklung der Demokratie in Österreich, der Arbeit der Parlamentarier:innen, den Abläufen im Parlament oder den Möglichkeiten zur demokratischen Teilhabe parat. Das Wissen über Recht und Politik lässt sich in der tollen Atmosphäre des historischen Lesesaals in der nunmehr für alle zugänglichen Parlamentsbibliothek vertiefen.

Was es noch so alles an Neuem sowie frisch renoviertem Alten im Haus am Ring gibt, das konnten nun 60 Mitglieder des Club Tirol bei einer Führung durch das neue, alte Parlamentsgebäude in Augenschein nehmen. „Wir sind jetzt ein vollkommen offenes Haus für alle Menschen, komplett barrierefrei“, begrüßte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka denn auch die in Wien heimischen Tiroler:innen. Die jüngste Renovierung samt Um- und Ausbau des mittlerweile 140 Jahre alten Hauses habe, so Sobotka, durch den „Einschub“ zweier neuen Ebenen im zuvor kaum genutzten Erdgeschoss/Kellerbereich und Dachboden zusätzliche Flächen von 10.000 m² gebracht, die „Besuchern und Gästen vorbehalten sind.“ Wie die Demokratiewerkstatt oberhalb des Plenarsaals und das Besucherzentrum, dessen Türen von Montag bis Samstag jeweils zwischen 9 und 18 Uhr offenstehen. Eintritt kostenlos.

Diese weite Öffnung des Parlamentes ist dem Nationalratspräsidenten ganz besonders wichtig, denn „unsere Demokratie endet nicht bei den 183 Nationalratsabgeordneten.“ Im Land herrsche oft noch das Demokratieverständnis, die Abgeordneten sollen entscheiden und fertig. Sobotka: „Nein, Demokratie ist unser aller Anliegen, es braucht das Engagement aller.“ Deshalb ist das Parlament als Ort für einen offenen Dialog und der Auseinandersetzung so wichtig. „Kommen Sie deshalb wieder, bringen sie ihre Familie, ihre Freunde und Bekannten mit“, appellierte Sobotka.

Hervorragender Arbeitsplatz

„Ein großes Lob für das neue, alte bauliche Herzstück unserer österreichischen Demokratie und insbesondere die auf Veranlassung von Präsident Sobotka erfolgte Adaptierung zu einem barrierefreien Parlament“, bedankte sich Club-Tirol-Präsident Julian Hadschieff im Namen der Tiroler Community. Anschließend durften die Besucher unter fachkundiger Leitung von Sobotka-Mitarbeiter Tristan Pöchacker sowie Club Tirol-Mitglied Matthias Urrisk-Obertynski durch das vom Architektenteam Jabornegg & Pálffy neu gestaltete Gebäude gehen.

Mit Start im Besucherzentrum führte die Tour in den mit modernster Technik ausgestatteten neuen großen Ausschuss- und Veranstaltungssaal im Keller, über die vier neu errichteten, mit Kunstwerken behangenen Stiegenhäuser („aus Brandschutzgründen zentraler Punkt des Umbaus“), in den heute nur noch für die Bundesversammlung genutzten historischen Reichsratssitzungssaal, weiter in den Empfangssalon für internationale Gäste des Präsidiums mit dem jetzt dort stehenden, schon berühmt gewordenen vergoldeten Bösendorfer-Flügel, durch die von Architekt Theophil Hansen einst als Dialogort zwischen Mitgliedern des Herren- und Abgeordnetenhaus konzipierte Säulenhalle („hat hier nie funktioniert“) bis hinüber zum technisch aufgerüsteten großen Plenarsaal des Nationalrates, der im 1950er-Jahre-Stil erhalten geblieben ist, aber durch die neue Glaskuppel wieder die einst schon von Hansen geschaffene lichtdurchflutete Stimmung bekommen hat. Als letzte Rundgang-Station wartete der Blick auf die Wiener Innenstadt von den vier neuen Dachterrassen.

Sind am „hervorragend funktionierenden neuen Arbeitsplatz“ (Sobotka) nach gut drei Monaten Vollbetrieb schon irgendwo Probleme aufgetaucht? Nicht wirklich, aber eine Herausforderung sei, so Pöchacker, die Unmenge an sich automatisch öffnenden (Sicherheits-)Türen im ganzen Haus täglich funktionstüchtig zu erhalten. Das neue Glasdach weist zwei gesprungene Scheiben auf („ist kein Problem“), allerdings existiert die Herstellerfirma des Daches nicht mehr.



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