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Experten-Talk

Baukrise als Chance nutzen

Baukrise als Chance nutzen
hella-architektur-club-januar-2024_fn-hella - Baukrise als Chance nutzen
v.l.n.r: Univ.-Prof. Architekt Dipl.-Ing. Christoph M. Achammer (Vorstandsvorsitzender ATP architekten ingenieure), Mag. Thomas Winkler, LL.M. (CEO UBM Development AG), Andreas Kraler (Geschäftsführender Gesellschafter der HELLA-Gruppe), Rainer Nowak (Ressortleiter Wirtschaft, Innen- und Außenpolitik Kronen Zeitung), Daniel Riedl, FRICS (Vorstandsmitglied Vonovia SE).
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Baukrise als Chance nutzen

Baukrise als Chance nutzen
hella-architektur-club-januar-2024_fn-hella - Baukrise als Chance nutzen
v.l.n.r: Univ.-Prof. Architekt Dipl.-Ing. Christoph M. Achammer (Vorstandsvorsitzender ATP architekten ingenieure), Mag. Thomas Winkler, LL.M. (CEO UBM Development AG), Andreas Kraler (Geschäftsführender Gesellschafter der HELLA-Gruppe), Rainer Nowak (Ressortleiter Wirtschaft, Innen- und Außenpolitik Kronen Zeitung), Daniel Riedl, FRICS (Vorstandsmitglied Vonovia SE).

Die Bauindustrie steckt derzeit in ihrer größten Krise seit Jahrzehnten. Anstiege der Baukosten, hohe Zinsen und verschärfte Umweltauflagen beeinflussen maßgeblich, wie ArchitektInnen und PlanerInnen ihre Projekte konzipieren und umsetzen.

Im Rahmen des dritten HELLA Architektur Clubs am 17. Januar im Vienna Ballhaus tauschten Univ.-Prof. Architekt Dipl.-Ing. Christoph M. Achammer (Vorstandsvorsitzender ATP architekten ingenieure), Daniel Riedl, FRICS (Vorstandmitglied Vonovia SE) und Mag. Thomas Winkler, LL.M. (CEO UBM Development AG) Ansichten über den Balanceakt zwischen Kreativität und Kostenexplosionen aus. Der HELLA Architektur Club fungiert als Forum für Vernetzung, Austausch und Inspiration für ArchitektInnen, Developer und die Fachmedien. Beim dritten Event der Veranstaltungsreihe stand die aktuelle Krise in der Bauwirtschaft und ihre Auswirkungen auf die Architektur im Fokus. Rund 60 geladene Gäste folgten der Einladung zu diesem spannenden Experten-Talk.

Kreativität als Antwort auf die Baukrise

Univ.-Prof. Achammer betonte in seinem Eingangsstatement überzeugt, dass die aktuelle Baukrise keineswegs eine Kreativitätskrise nach sich ziehe - im Gegenteil: „Die Krise ist eine große Chance für unsere Branche, die seit 100 Jahren mit 30 bis 50 Prozent Verschwendung arbeitet. Enge ökonomische Rahmenbedingungen führen nicht zu weniger kreativen Projekten, sondern bringen vielmehr innovativere Produkte hervor!“

Thomas Winkler von UBM stimmte dem auch zu: „Es gibt seit 100 Jahren den Prototypen-Bau. Wir müssten viel mehr standardisieren und modularisieren, statt immer nur zu improvisieren!“ Einbußen bei der Kreativität oder Ästhetik sieht auch er nicht: „Es schauen auch nicht alle Autos gleich aus, nur weil sie seriell gefertigt sind. Standardisierung und Modularisierung sind von entscheidender Bedeutung, wenn es darum geht, Kosten zu reduzieren und Prozesse zu beschleunigen“, so Winkler. „Wir alle streben danach, etwas Schönes zu schaffen – aber das muss nicht unbedingt teuer sein!“

Gemeinschaftlich nutzbare Flächen im Fokus

Daniel Riedl von Vonovia wies beim Thema Kostendruck insbesondere auf den Bereich Wohnbau hin. Er plädierte dafür, Grundrisse effizienter zu gestalten und wieder vermehrt gemeinschaftlich nutzbare Flächen zu berücksichtigen. „Durch durchdachte Grundrisse können Kosten für Wohnungen deutlich reduziert werden. Gleichzeitig fördern gemeinschaftlich nutzbare Flächen den Social Community-Gedanken und tragen dazu bei, Gemeinschaften innerhalb eines Hauses oder Viertels zu stärken!“

Moderator Rainer Nowak, Ressortleiter für Wirtschaft, Innen- und Außenpolitik der Kronen Zeitung, erkundigte sich bei der Expertenrunde auch nach neuen Entwicklungen im Bereich Digitalisierung sowie aktuellen Anforderungen im Bereich Nachhaltigkeit. In Bezug auf die Digitalisierung stellten alle DiskutantInnen eine deutliche "Luft nach oben" in der Branche fest, während Nachhaltigkeit mittlerweile fest in der Strategie vieler Unternehmen verankert ist. „Ein Objekt, das nicht ESG-konform ist, wird in zehn Jahren nicht mehr werthaltig sein“, so Thomas Winkler.

Andreas Kraler, geschäftsführender Gesellschafter der HELLA-Gruppe, äußerte sich hocherfreut über die interessante Diskussion und die aktive Beteiligung des Publikums während der anschließenden Fragerunde: „Austausch fördert Kreativität und zeigt neue Blickwinkel auf. Gerade in herausfordernden Zeiten ist der regelmäßige Dialog daher immens wichtig, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln und den Weg zu ebnen für die Zeit nach der Krise – und die kommt bestimmt!“

23. Januar 2024 | AutorIn: Sarah Daum | Foto: HELLA

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