Dynatrace expandiert in Innsbruck und übersiedelt ins Callas

Dynatrace hat einen neuen Standort für sein Innsbrucker Entwicklungslabor. Der in Linz gegründete Weltmarktführer bei Software Intelligence ist mit mittlerweile 12 Mitarbeitern im Coworking Wundervoll in der Pembaurstraße an die Kapazitätsgrenzen gestoßen. Im Jänner 2023 erfolgt daher die Übersiedelung in das neu errichtete Wohn- und Bürogebäude Callas in der Höttinger Au 74. Im achtgeschossigen Callas, das einen neuen Gebäudetypus nach Innsbruck bringt, bezieht das Team rund um Standortleiter Andreas Doblander drei Etagen. Damit schafft Dynatrace 1.300 m2 Bürofläche für bis zu 80 MitarbeiterInnen. Architektonisches Herzstück des neuen Dynatrace-Entwicklungslabors ist ein „Stairway to Heaven“ genannter Arbeits- und Vortragsraum. Dieser verbindet zwei Geschosse miteinander und führt zu „schwebenden Wolken“, die als Arbeitsplätze genutzt werden. Neben der Arbeit an den Entwicklungsschwerpunkten “Platform Engineering” und „Cloud Automation“ bleibt das Recruiting ein Hauptfokus in Innsbruck. Doblander will verstärkt Software-Engineers mit Führungserfahrung ansprechen und die Arbeitgebermarke Dynatrace bekannter machen.

„Dynatrace entfaltet am Standort Innsbruck die erhoffte grenzüberschreitende Anziehungskraft für IT-Talente“, zieht Doblander ein knappes Jahr nach der Eröffnung Zwischenbilanz. So konnte der Standortleiter (Lab-Lead) KollegInnen aus Italien, Spanien und sogar aus den USA gewinnen. Jetzt wird Bürofläche für bis zu 80 MitarbeiterInnen geschaffen, die es in den kommenden Jahren zu füllen gilt. Um dieses Ziel zu erreichen, will Doblander vermehrt erfahrene MitarbeiterInnen mit Führungskompetenz aufnehmen. „Wir brauchen deren Erfahrung und Routine, um Berufseinsteiger in das international agierende Team zu integrieren“, erklärt Doblander, der an der TU Graz in Technischer Informatik promoviert hat. Durch eine erste Klassenpatenschaft in der digBiz HAK Imst wurde ein erster wichtiger Schritt gesetzt, um den Kontakt zum Nachwuchs zu intensivieren und die Markenbekanntheit zu erhöhen.

Dynatrace unentbehrlich im digitalen Alltag

Mit der Entwicklung einer Software, die auftretende Probleme und Sicherheitslücken in IT-Systemen in Echtzeit erkennt und automatische Reparaturen anstoßen kann, ist Dynatrace zum Weltmarktführer bei Software Intelligence avanciert. 2005 wurde Dynatrace in Linz gegründet, notiert seit 2019 an der New Yorker Börse und beschäftigt weltweit mehr als 3.600 MitarbeiterInnen. Das technologische Herz von Dynatrace schlägt nach wie vor in Österreich – neben dem Gründungsstandort in Linz in den Entwicklungslaboren in Hagenberg, Wien, Graz, Klagenfurt und Innsbruck. „Dynatrace erhöht bei praktisch allen digitalen Transaktionen des täglichen Lebens die Zuverlässigkeit, den Komfort und die Sicherheit“, erklärt Doblander. Davon profitieren nicht nur die Konsumenten beim Kauf von Produkten oder Services im Internet. „Auch viele Tiroler Betriebe verlassen sich – oft sogar unbewusst – auf die Software Intelligence Plattform von Dynatrace“, betont Doblander. Die Tourismusbranche ist dafür ein gutes Beispiel. Startet ein Kunde irgendwo auf der Welt über eine große Buchungsplattform die Suche nach einer Reise oder einer Unterkunft in Tirol,

löst das einen hochkomplexen Prozess aus, weil damit auf unzählige Komponenten in der globalen Cloud-Architektur zugegriffen wird. Funktioniert nicht alles reibungslos, kann es sein, dass der Gast ein anderes Reiseziel bucht.

Automation macht Komplexität beherrschbar

Das Suchen, Buchen und Bezahlen von Produkten und Dienstleistungen im Internet produziert eine buchstäblich unfassbare Datenlawine. „Rund 6 Milliarden digitale Transaktionen zwischen Anwendungen auf Computern, Servern, Smartphones und anderen Infrastruktur-Elementen in der weltumspannenden Cloud-Architektur hat Dynatrace jede Millisekunde im Auge“, präzisiert Andreas Doblander. „Diese Komplexität ist nur mittels Automatisierung beherrschbar.“ So erkennt Dynatrace jede sich anbahnende Komplikation im Such-, Buchungs- oder Kaufprozess vollautomatisch. Unterstützt durch Künstliche Intelligenz wird analysiert, ob sich die Buchungs-Plattform für den Browser des Kunden optimieren lässt, wie schnell sich die angesteuerte Seite aufbaut und ob die Transaktionen der Benutzer erfolgreich abgewickelt werden konnten. Treten Komplikationen auf, reagiert Dynatrace automatisch, löst vorausschauend IT-Prozesse aus, die Abhilfe schaffen, oder informiert den Kunden über konkrete Schritte zur Fehlervermeidung oder -behebung. Bei Bedarf können zusätzliche Serverkapazitäten zur Verfügung gestellt werden.

Cloud Automation statt „Computer Babysitting“

Die Automatisierung möglichst aller Prozesse, die keine kreative oder menschliche Lösungskompetenz brauchen, ist der Entwicklungsschwerpunkt des Innsbrucker Teams von Dynatrace. „Wir wollen Computer Babysitting weitgehend durch Cloud Automation ersetzen“, erklärt Doblander. Qualifizierte IT-Fachkräfte anspruchslose Tätigkeiten durchführen zu lassen, die man automatisieren kann, sei heute nicht mehr notwendig. „Mehr als 40 Prozent der hochbegehrten IT-Fachkräfte müssen ihre Zeit mit „Computer Babysitting“ verbringen, anstatt sich auf ihre eigentlichen, kreativen Kernaufgaben konzentrieren zu können.“

Markenbekanntheit erhöhen

Schon im Jänner wird Dynatrace jenes neue Entwicklungslabor beziehen, das bestens öffentlich angebunden, sich über drei Etagen erstreckt und von der Planet Realitäten Treuhand GmbH angemietet wird. Dass der neue, markante und gut sichtbare Standort gleich neben dem Einkaufszentrum West liegt, sollte einen Schub in der öffentlichen Wahrnehmung bringen, glaubt Doblander. „Wir müssen unsere Markenbekanntheit noch erhöhen. In der IT-Community kennen die meisten Dynatrace zwar schon. Dass ein maßgeblich in Österreich entwickeltes Software-Produkt für Firmen wie Asics, H&M, Kroger, Porsche, Samsung, SAP, oder Walmart unentbehrlich geworden ist, müssen wir aber noch stärker im öffentlichen Bewusstsein verankern.“ Von Innsbruck aus Teil des internationalen Entwicklungsteams für einen IT-Weltmarktführer zu sein, sei schließlich für IT-Talente eine seltene berufliche Chance.

Arbeiten und Wohnen im Callas

Von der ArchitektInnengemeinschaft aus Columbos Next und Astrid Tschapeller/Michael Steinlechner wurde der Callas als Gebäudetypus mit differenzierten räumlichen Qualitäten für Wohnen und Arbeiten entworfen. „Dass Dynatrace nunmehr alle 1.300 m2 Bürofläche alleine mietet, ist ein gestalterischer Glücksfall. So kann das Architekturkonzept gänzlich ohne Nahtstellen umgesetzt werden“, freut sich Hausherr Martin Baldauf, Geschäftsführer der Planet Realitäten Treuhand. So bietet jener straßenseitig gelegene Gebäudeteil, den Dynatrace anmietet, flexible und unkonventionelle Raumsituationen. Neben einem gemütlichen Loungebereich, gemeinschaftliche Koch- und Essnischen verfügt dieser auch über Terrassen und einen grün bewachsenen Besprechungspavillon. Ganz speziell gestaltet sich das Arbeiten im auskragenden östlichen Gebäudeteil: Über dem schrägen Boden „schweben“ hölzerne Ebenen im luftig-hohen Raum, ausgestattet mit mobilen Arbeitsplätzen, die flexibel in Betrieb genommen werden können. Roh belassener Sichtbeton kontrastiert mit haptisch warmen Teppichböden und Lärchenholz. Meetings lassen sich auch auf Sitzsäcken und -stufen abhalten.

Dynatrace expandiert in Innsbruck und übersiedelt ins Callas
Die Planet Realitäten Treuhand GmbH-Geschäftsführer Martin Baldauf (li.) und Wolfgang Sommavilla (re.) mit Dynatrace-Lab Lead Andreas Doblander in den gerade entstehenden Büroräumlichkeiten im Callas.

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