EGGER Gruppe: Zufriedenstellende Geschäftsentwicklung zum Halbjahr

Foto: Fritz Egger
Die EGGER Gruppenleitung (v. l.): Thomas Leissing (Gruppenleitung Finanzen/Verwaltung und Sprecher der Gruppenleitung), Hannes Mitterweissacher (Gruppenleitung Technik/Produktion), Frank Bölling (Gruppenleitung Logistik) und Michael Egger jun. (Gruppenleitung Vertrieb/Marketing).

EGGER Gruppe: Zufriedenstellende Geschäftsentwicklung zum Halbjahr

Die EGGER Gruppenleitung (v. l.): Thomas Leissing (Gruppenleitung Finanzen/Verwaltung und Sprecher der Gruppenleitung), Hannes Mitterweissacher (Gruppenleitung Technik/Produktion), Frank Bölling (Gruppenleitung Logistik) und Michael Egger jun. (Gruppenleitung Vertrieb/Marketing).

Mit einem konsolidierten Umsatz von 2,26 Mrd. Euro (+14,0 % zum Vorjahr) hat die EGGER Gruppe mit Stammsitz in St. Johann in Tirol (AT) das erste Halbjahr ihres Geschäftsjahres 2022/2023 (Stichtag 31. Oktober 2022) abgeschlossen. Diese Umsatzsteigerung ist in erster Linie den stark gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Energie und Logistik, die zu höheren Verkaufspreisen führten, geschuldet. Die vielen Unsicherheiten und Krisen und deren Auswirkungen auf die Energie- und Rohstoffmärkte sowie die massive Inflation und der damit einhergehende Kaufkraftverlust haben für einen merklichen Nachfragerückgang gesorgt. Der Ausblick auf das zweite Halbjahr ist daher gedämpft.

Das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2022/23 war wirtschaftlich und politisch von einer Vielzahl an Krisen und Unsicherheiten geprägt. Thomas Leissing, Sprecher der EGGER Gruppenleitung und verantwortlich für Finanzen/Verwaltung: „Die sehr starken Ergebnisse des Vorjahres sind auf die extrem hohe Nachfrage im Zuge des Cocooning-Effekts aus der Corona-Krise zurückzuführen und daher als außergewöhnlich einzuordnen. Dieser Nachfrage-Boom hat seit dem Frühjahr 2022 merklich nachgelassen. Inzwischen sehen wir Nachfragerückgänge in fast allen Märkten. Gleichzeitig sind wir unverändert mit einer Vielzahl an Unsicherheiten konfrontiert.“

Nachfrage merklich nachgelassen

Im ersten Halbjahr 2022/23 konnten ein Umsatz von 2.255,4 Mio. EUR (+14,0 % zum 1. Halbjahr 2021/22) und ein EBITDA von 353,7 Mio. EUR (–26,1 % zum Vorjahreszeitraum) erzielt werden. Die EBITDA-Marge beträgt 15,7 %, die Eigenkapitalquote liegt auf dem hohen Niveau von
51,2 %.

Dieses Ergebnis spiegelt die hochvolatilen Rahmenbedingungen und Entwicklungen der vergangenen Monate wider. Der Ergebnisrückgang verteilt sich über alle Divisionen, wobei der Vorjahreszeitraum auch in allen Bereichen von einem außergewöhnlich guten Marktumfeld und Margenniveau geprägt war. Am deutlichsten fiel der Rückgang in der Division Building Products aus, welche im Vorjahr durch den Bauboom Rekordergebnisse erzielt hatte. In der Division Decorative Products konnten einzig im jüngsten Werk in Lexington, NC (US) Mengensteigerungen erzielt werden. Ergebnisrückgänge verzeichneten vor allem die osteuropäischen Werke, wo die Auswirkungen der Ukraine-Krise am unmittelbarsten spürbar wurden. Die Ertragsentwicklung in der Division Flooring Products ist aufgrund sinkender Nachfrage vor allem im Baumarkt-Bereich ebenso rückläufig.

Weiter in Werke investiert

Seit jeher ist es Teil der EGGER Strategie, die Unternehmensgruppe kontinuierlich weiter zu entwickeln. Laufende Investitionen in bestehende Werke werden getätigt, um sie am neuesten Stand der Technik zu halten. Im ersten Halbjahr beliefen sich die Investitionen auf
229,7 Mio. EUR (141,1 Mio. im Vorjahreszeitraum). Diese Investitionsausgaben gingen insbesondere in Projekte zur Rückwärtsintegration, zur Steigerung der Nachhaltigkeitsleistung in der Produktion sowie auf die Optimierung des innerbetrieblichen Materialflusses und der Effizienzsteigerung in der Lagerhaltung.

Herausforderungen auf Rohstoff- und Energiemärkten

Äußerst herausfordernd war und bleibt die Situation auf den globalen Rohstoff- und Energiemärkten. Im ersten Halbjahr 2022/23 stiegen die Preise auf allen für EGGER relevanten Rohstoffmärkten deutlich an und bleiben auf einem sehr hohen Niveau. Auch die Verfügbarkeiten waren unter Druck. Die oberste Priorität der EGGER Einkaufsstrategie war daher stets, die Versorgung aller Werke mit den wesentlichen Rohstoffen Holz, Chemie und Papier abzusichern und die Kunden zuverlässig zu versorgen. Hinsichtlich einer potentiell drohenden Energieknappheit ist EGGER dank der eigenen Biomassekraftwerke an allen größeren Standorten gut abgesichert. EGGER strebt mit dieser Strategie eine weitgehende Entkopplung von fossilen Brennstoffen an, vermeidet zugleich aber die rein thermische Verwertung von Rohstoffen und fördert die kaskadische Nutzung des wertvollen Rohstoffes Holz.

Ausblick auf 2. Halbjahr mit vielen Unsicherheiten behaftet

Der gesamtwirtschaftliche Ausblick bleibt auch in den nächsten Monaten mit großer Unsicherheit behaftet und wird weiterhin stark von den Herausforderungen auf den Energie- und Rohstoffmärkten geprägt sein. Damit ergibt sich auch für das zweite Geschäftshalbjahr 2022/23 eine gedämpfte Ergebniserwartung. EGGER rechnet mittelfristig mit einem unverändert hohen Preisniveau und einem stabilen Umsatz, jedoch mit einer moderaten Nachfrage aus den wesentlichen Märkten. Langfristig wird die EGGER Gruppe die Produktionsvorteile der hochmodernen industriellen Basis weiter für sich nutzen. Auf Basis des nachhaltigen Geschäftsmodells und der starken finanziellen Basis wird EGGER die gegenwärtige gesamtwirtschaftliche Eintrübung nicht nur gut überstehen, sondern sogar gestärkt daraus hervorgehen.

Wachstumsschritt mit Akquisition in Italien

Gemeinsam mit seinen rund 10.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit wird EGGER auch in Zukunft weiter wachsen und Mehr aus Holz machen. Ein weiterer bedeutender Schritt auf diesem Weg wurde jüngst bereits gesetzt: Wie letzte Woche kommuniziert, erwarb EGGER mit 15. Dezember 2022 60 % der Anteile am italienischen Holzwerkstoffhersteller SAIB. SAIB mit Sitz in Caorso, nahe Piacenza, ist seit 60 Jahren einer der führenden Holzwerkstoffhersteller in Italien mit großem Fokus auf Design und Nachhaltigkeit. EGGER bekräftigt mit dieser Akquisition seine Strategie, auch am Heimatmarkt Europa weiter zu wachsen



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