Fliegender Wechsel

Electro Terminal ist einer der Hidden Champions des Landes. In Tirol eher unbekannt, wird das Unternehmen weltweit für seine elektrotechnischen Verbindungselemente und Systemkomponenten geschätzt. Seit 2014 ist Electro Terminal ganz in Tiroler Hand.

Am Anfang stand der Glaube, dass Electro Terminal als unabhängiges Unternehmen noch erfolgreicher sein könnte als eingebettet in einen Konzern“, erklärt Walter Mittermüller, Geschäftsführender Gesellschafter von Electro Terminal. Mittermüller, der bereits seit 1989 im Unternehmen arbeitet und seit 2002 als Geschäftsführer tätig ist, war mit seiner Einschätzung nicht alleine. Zwei weitere Manager der Firma und die Geschäftsführer des  Logistikunternehmens AFS unterstützten seinen Plan.

ÜBERZEUGUNGSARBEIT

Nachdem der Entschluss gefasst war, einen Management-Buy-out zu wagen, musste der damalige Eigentümer von Electro Terminal, die Vorarlberger Zumtobel Gruppe, davon überzeugt werden, das seit der Gründung im Jahr 1964 stets erfolgreiche Unternehmen an das Tiroler Managementteam zu verkaufen. Mittermüller und seine Mitstreiter verhandelten mit viel Geschick und einem langen Atem: „Die Verantwortlichen bei Zumtobel gaben schließlich unserem Wunsch nach, obwohl das Innsbrucker Unternehmen in Zeiten der Konzernzugehörigkeit stets ein erfolgreiches Profit-Center darstellte“, erinnert sich Mittermüller. Beide Seiten vereinbarten Stillschweigen über den Verkaufspreis. Auch nach der Übernahme bleibt Electro Terminal ein wichtiger Lieferant für die Zumtobel Gruppe.

GELUNGENE PARTNERSCHAFT

Ein großer Vorteil eines Management-Buy-outs ist, dass das Führungsteam keine Eingewöhnungsphase benötigt, um fest im Sattel zu sitzen. Auch bei Electro Terminal gab es nach dem Wechsel der Eigentumsverhältnisse einen nahtlosen Übergang.
Vor allem die Zusammenarbeit mit dem Transportunternehmen AFS erwies sich als absoluter Glücksgriff für den Klemmenhersteller: „Die beiden Unternehmen sind nicht nur finanziell miteinander verbunden, sondern nutzen den Synergieeffekt auch in der strategischen und operativen Zusammenarbeit“, erläutert Mittermüller. Der Hauptabsatzmarkt von Electro Terminal liegt in Mitteleuropa, genau jenem Gebiet, auf das sich AFS Logistics spezialisiert hat und in dem es bestens vernetzt ist. Doch die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen endet nicht hier: „Auch in Hinblick auf die Digitalisierung werden Systeme integriert, um sich prozesstechnisch besser aufzustellen und so den Kunden ein optimales Service bieten zu können“, führt Mittermüller weiter aus.

DER PLAN GEHT AUF

Bereits nach einem Jahr der Eigenständigkeit geht die Strategie des Führungsteams auf. Electro Terminal ist nach dem Management-Buy-out erfolgreicher denn je. Mit einem Umsatz von 24,5 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2014/2015 stieg der Umsatz um 12 Prozent. Dieser Aufwärtstrend setzt sich auch in den nächsten Jahren fort. „Als eigenständiges Unternehmen können wir flexibel und unabhängig am Markt agieren und den Anforderungen unserer Kunden noch besser gerecht werden“, resümiert Mittermüller.
Auch von der Belegschaft von Electro Terminal wurde der Führungswechsel positiv aufgenommen, wie Walter Mittermüller berichtet: „Bereits am Tag des Management-Buy-outs war eine positive Aufbruchstimmung deutlich spürbar. Und dieser Optimismus setzt sich bis heute fort, auch wenn die Wirtschaftsbranche, in der wir tätig sind, schon seit einiger Zeit äußerst volatil ist.“
Wie gut das Verhältnis zwischen Management und Mitarbeitern ist, zeigt die Geschichte von Rosa-Maria Penz. Sie stieg innerhalb von nur acht Jahren zur Vertriebsleiterin auf und hält seit 2018 Anteile am Unternehmen. Im selben Jahr beteiligte sich auch Gerhard Rieser von der Exeedation Sales GmbH an Electro Terminal.

Fliegender Wechsel

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