Private Tiroler Gesundheitsbetriebe sichern medizinische Versorgung

In Tirol tragen mehr als 120 private Gesundheitsbetriebe zu einer flächendeckenden medizinischen Versorgung bei. Speziell in der Pandemie-Zeit wird sichtbar, dass sie neben den öffentlichen Krankenanstalten und den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten die dritte wichtige Säule des Gesundheitswesens im Land bilden.

In den vergangenen Monaten verzeichneten viele der Gesundheitsbetriebe weniger Patientenfrequenz. In Zukunft möchte die Interessensvertretung – die WK Fachgruppe Gesundheitsbetriebe – vermehrt über die systemrelevanten Leistungen ihrer Mitglieder informieren.

Gut funktionierendes Netz

Zu den privaten Tiroler Gesundheitsbetrieben zählen Sanatorien und Tageskliniken, Ambulatorien für physikalische Therapie, Altenwohn- und Pflegeheime, Rehazentren und Kurbetriebe sowie Institute für CT, MRT und Nuklearmedizin. Tirol kann aufgrund der mehr als 120 privaten Betriebe auf ein gut funktionierendes Netz aus medizinischen Angeboten vertrauen.

Ausgezeichnete Versorgung

Mit Standorten in allen Bezirken bleiben den Patientinnen und Patienten lange Anfahrtswege erspart. „Mit unseren 94 Mitgliedsbetrieben an 120 Standorten Tirols und mit mehr als 4000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten wir einen erheblichen Beitrag zur Versorgungssicherheit im Land. Vom Außerfern bis Osttirol garantieren unsere Betriebe mit hygienischen Top-Standards täglich für eine ausgezeichnete Versorgung der Tiroler Patientinnen und Patienten“, erklärt der WK-Fachgruppengeschäftsführer Mag. Patrick Rauter. Privater Gesundheitsbetrieb bedeutet nicht, dass dieser nur für Privatpatientinnen und -patienten zugänglich ist. Die Behandlung in den meisten Ambulatorien erfolgt fast ausschließlich über Zuweisung einer Ärztin oder eines Arztes. Die Kostendeckung durch die verschiedenen Kassenverträge variiert je Betrieb.

Entlastung der öffentlichen Einrichtungen während Corona

„Die Relevanz der privaten Gesundheitsbetriebe zeigt sich in der derzeitigen Situation besonders deutlich“, betont Ing. Oswald Jenewein, WK Fachgruppenobmann der Gesundheitsbetriebe. So wurden im Reha Zentrum Münster zu Beginn der Pandemie BewohnerInnen von Altenwohnheimen der Umgebung stationär aufgenommen. 2020 und 2021 erfolgten Übernahmen von teils beatmungspflichtigen Covid-Infizierten aus den öffentlichen Krankenhäusern, um die dortigen Ressourcen zu entlasten. „Ein erheblicher Teil der Betroffenen ist nahtlos in eine Post-Covid-Reha übergegangen. Ein weiterer Teil befindet sich noch immer in einer Anschluss-Reha in Münster“, schildert Dr. Franz Größwang, WK Fachgruppenobmann-Stellvertreter.

Betten für Omikron-Patient:innen und Lungenrehabilitation

Seit kurzem besteht zwischen dem Reha Zentrum Münster und dem Land Tirol eine Kooperationsvereinbarung für die derzeit laufende Omikronwelle. 40 Betten werden für die Betreuung von Covid-Erkrankten zur Verfügung gestellt. Aktuell (Stand Ende Jänner 2022) sind 15 dieser Betten belegt. Mit den Sanatorien, wie beispielsweise der Privatklinik Hochrum, bestehen ähnliche Vereinbarungen. Die REHAmed-tirol in Innsbruck, eine ambulante private Krankenanstalt für Lungenrehabilitation, hat bereits mehr als 300 Personen mit Post- oder Long Covid-Symptomen behandelt. „Die vollen Auswirkungen der Pandemie sind noch nicht abschätzbar. Eine erhebliche Last der Covid-Nachbetreuung liegt auch auf den Schultern der privaten Krankenanstalten“, erklärt Dr. Franz Größwang.

Neue Herausforderungen, bewährte Qualität

Gemäß dem Versorgungsauftrag sind die privaten Tiroler Gesundheitsbetriebe auch während der gesamten Pandemie für ihre PatientInnen da. Einige Kurien, wie beispielsweise die physikalischen Ambulatorien, waren und sind immer noch stark von der Pandemie betroffen. „Zahlreiche PatientInnen verzichten derzeit auf die Therapie“, informiert Ing. Oswald Jenewein, selbst Betreiber einer Physiotherapeutischen Institution. Dies stellt die privaten Betriebe vor neue Herausforderungen: MitarbeiterInnen im „Kurzarbeitsmodus“, Mehrkosten aufgrund der Anschaffung von Schutzausrüstung und das bei nahezu keiner Unterstützung durch die Sozialversicherungsträger. „Trotz unermüdlichem Einsatz erhielten die MitarbeiterInnen der privaten Gesundheitsbetriebe leider keine staatlichen Covid-Prämien“, informiert Jenewein.

Mehr Unterstützung gefordert

Für die Zukunft hoffen die Vertreter der Gesundheitsbetriebe auf mehr Unterstützung seitens der Politik und Sozialversicherungsträger. „Die Kostenspirale dreht sich laufend nach oben, die Vergütungen der Gesundheitskassen aber leider nicht. Wenn wir die flächendeckende Versorgung in Tirol aufrechterhalten wollen, brauchen unsere Mitglieder die notwendige Unterstützung“, betont Obmann Jenewein. In Zukunft wird die WK Fachgruppe vermehrt auf die systemrelevanten Leistungen ihrer Mitglieder aufmerksam machen. „Ohne die privaten Gesundheitsbetriebe gerät die Gesundheitsversorgung in Tirol ins Wanken“, erklärt Jenewein abschließend.

Private Tiroler Gesundheitsbetriebe sichern medizinische Versorgung
Informierten über die zahlreichen systemrelevanten Leistungen der Tiroler Gesundheitsbetriebe: Fachgruppenobmann Oswald Jenewein (Mitte), sein Stellvertreter Franz Größwang (r.) und Fachgruppengeschäftsführer Patrick Rauter.

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