Recheis plant neue Produkte

Der Haller Teigwarenproduzent Recheis ist bei seinem Eier-Lieferanten Amering eingestiegen und plant neue Produkte. Nudeln bald erneut teurer.

Nudel und Ei stecken bei Recheis seit heuer unter einem Dach: Der heimische Teigwarenhersteller hat 45 Prozent seines Lieferanten Amering Salzkammergut Eiprodukte im oberösterreichischen Vorchdorf übernommen. Das Unternehmen hat 52 Mitarbeiter und erwirtschaftet rund 40 Mio. Euro. „In der Gruppe haben wir den Umsatz so verdoppelt“, erklärt Recheis-Geschäftsführer Martin Terzer im TT-Gespräch. Die Recheis-Gruppe hat nun insgesamt 200 Mitarbeiter.

Im neuen Jahr soll konsolidiert werden. „Dann gehen wir die weiteren Schritte. Wir wollen beide Familienbetriebe weiterbringen“, kündigt Terzer an. Recheis hat bei Amering auch das Management übernommen. Das Ziel sei, den Umsatz mit neuen Produkten zu erweitern, wozu dann auch mehr Personal gebraucht werde.

Hamsterkäufe im Lockdown

Die Zeit der Pandemie wurde für den Nudelhersteller ein „Wechselbad der Gefühle“, so Terzer. Zwar sei im Lebensmittelhandel kurzfristig viel verkauft worden – Stichwort Hamsterkäufe im Lockdown. Zugleich litt und leidet Recheis aber unter den Sperren der Gastronomie. Ihr Anteil am Geschäft beträgt 30 Prozent. Auch beim Geschäftsfeld „Frische Küche“, die u. a. Schulen und Kantinen beliefert, gab es Rückgänge. Unterm Strich wurde im Ausnahmejahr 2020 um 7 Prozent mehr Umsatz erwirtschaftet. Heuer wird mit 35 Mio. Euro Umsatz bei den Teigwaren (2019: 34 Mio. Euro) und 4 Mio. Euro bei der „Frischen Küche“ (2019: ca. 6 Mio. Euro) in etwa das Niveau von 2019 erwartet. Das Produktionsvolumen beträgt 17.000 Tonnen, um 5 Prozent weniger als vor Corona. Recheis stellt auch Nudeln für Eigenmarken her, wobei der Anteil unter 10 Prozent liegt.

Wie berichtet, sind die Getreidepreise heuer explodiert. Die ersten Verteuerungen bei Spaghetti und Co. sind bereits in den Regalen sichtbar. Die Kunden müssen sich aber auf weitere Erhöhungen im Handel einstellen. Denn auch die höheren Kosten für Transport, Energie, Kartonagen und Arbeit verschärfen den Kostendruck. Dazu kommen die Auswirkungen von Pandemie und Klimakrise. Terzer erwartet daher, „dass eine moderate Preiserhöhung bleiben wird“. Dabei rede man bei Recheis von 20 Cent mehr pro Packung, beim Konkurrenten Barilla von 30 Cent.

Im Trend lägen übrigens Dinkel- und Bio-Nudeln, kohlenhydratarme oder glutenfreie Pasta sowie Produkte aus alternativen Rohstoffen.

Recheis plant neue Produkte
Recheis braucht an einem Produktionstag rund 100.000 Eier. Bei Amering werden Eier von über 450.000 Hühnern verarbeitet. Mit dem Einstieg bei den Oberösterreichern hat Recheis seinen Umsatz verdoppelt.

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