TIROLER Versicherung: Sicherheit für Land und Leute

Als eine der ältesten Versicherungen Österreichs bietet die TIROLER seit 200 Jahren Versicherungsschutz für Tirol, Südtirol und Trentino. Zum Jubiläum legt sie mit der Aktion FrauTIROLER den Fokus auf eines der größten gesellschaftlichen Probleme: Gewalt gegen Frauen und Kinder.

Die Wurzeln der TIROLER VERSICHERUNG liegen im Feuer: Im Tirol des frühen 19. Jahrhunderts wurden immer wieder Existenzen und teilweise ganze Dörfer durch Brände ausgelöscht. Den Opfern blieb oft nichts anderes über, als zu betteln oder als Tagelöhner von Hof zu Hof zu ziehen, um überleben zu können – und selbst das war nur mit einer offiziellen Genehmigung erlaubt, dem Kaiserlichen Brandbettel. Um sich vor den Folgen solcher Brandereignisse schützen zu können, entstand mit der TIROLER VERSICHERUNG vor genau 200 Jahren die erste Feuerversicherung Österreichs, getragen alleine von den Beiträgen der Mitglieder.

„Es haben sich Leute in Not zusammengetan, um eine Lösung für ein Problem zu finden“, sagt Isolde Stieg, die seit September als Vorstandsdirektorin die Geschicke der TIROLER VERSICHERUNG leitet. An diese Pionierleistung will man im Jubiläumsjahr anknüpfen – 2021 geht es allerdings nicht um Brände, sondern um eine andere, ebenso große gesellschaftliche Herausforderung: Gewalt gegen Frauen und Kinder.

Hinschauen und handeln

Das große Jubiläum sei ein Grund zum Feiern, aber auch ein Anlass, mutig zu sein und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. „Wir haben uns gefragt, in welchem Bereich wir in unserer Region noch nicht so gut dastehen und überlegt, was die Basis für eine funktionierende, faire Gesellschaft ist, wo wir ansetzen und Impulse geben können, wo sich die Leute heute zusammentun und etwas verbessern müssen“, erzählt Stieg. „Bei uns im Haus sind Chancengerechtigkeit und Gleichberechtigung gelebte Realität, das kann aber nur eine Selbstverständlichkeit sein, wenn die Basis passt und unsere Kinder angst- und gewaltfrei aufwachsen können.“
Gewalt sei ein sehr unbequemes Thema, das trotz seiner Relevanz gerne ignoriert wird, und genau deshalb habe man beschlossen, das Jubiläum dafür zu nutzen, hier aktiv zu werden. „Es reicht bei diesem Themenbereich nicht aus, stillschweigend zu spenden“, betont die Vorstandsdirektorin – man müsse darüber reden, aufeinander schauen und als Gesellschaft für Veränderung sorgen. „Uns ist klar, dass das kein lustiges und kein einfaches Thema ist, aber mit vereinten Kräften können wir hier etwas bewegen.“

Um das zu schaffen, wurde die Initiative FrauTIROLER ins Leben gerufen, die Frauen- und Kinderprojekte in der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino mit insgesamt 200.000 Euro unterstützt. Die Hälfte des Geldes wird über eine Online-Abstimmung der Bevölkerung vergeben, die restlichen 100.000 Euro vergibt eine Fachjury bestehend aus Andrea Hohenegger (Opferschutzgruppe Klinik Innsbruck, Eva Pawlata (Gewaltschutzzentrum Tirol), Elisabeth Rathgeb (Caritas Tirol), Martina Steiner (Plattform offene Jugendarbeit Tirol) und Martin Ritsch (Männerberatung Mannsbilder Tirol).

Grundprinzip Solidarität

Das soziale Bewusstsein und das Bestreben, die Region und die Gesellschaft positiv zu beeinflussen, sind tief in der Geschichte der TIROLER verankert. Die 1823 statutarisch festgelegten Prinzipien gelten zum großen Teil auch heute noch: ist ein Verein auf Gegenseitigkeit und gehört den Kundinnen und Kunden, es gibt keine Eigentümer, Gewinnausschüttungen oder Versicherungspflicht – erwirtschaftete Gewinne werden für die Weiterentwicklung des Unternehmens und zur Bildung von Reserven für schwierige Jahre verwendet, Solidarität steht an erster Stelle. Aufträge werden deshalb auch soweit möglich an Kundinnen und Kunden vergeben das Kapital wird regional veranlagt: „Uns ist wichtig, dass die Wertschöpfung möglichst in der Region bleibt. Nur wenn unsere Wirtschaft funktioniert, können wir den Wohlstand und die soziale Sicherheit, die wir hier gewohnt sind, sicherstellen“, betont Stieg.

Schlüssel zum Erfolg

Die TIROLER ist nicht nur ein relevanter Wirtschaftsfaktor im Land, sondern auch eine wichtige Arbeitgeberin: Mehr als 350 Personen sind aktuell im Unternehmen beschäftigt. Damit man Talente anziehen und halten kann, wird großer Wert darauf gelegt, ein attraktives Arbeitsumfeld zu bieten. „Wir verlangen viel, sind aber auch bereit, viel zu geben“, so Stieg. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben ganz verschiedene Bedürfnisse, und heutzutage ist es möglich, sehr gut darauf einzugehen und so ein leistungsförderndes Klima zu schaffen.“ Verschiedene Teilzeitmodelle – auch für Führungskräfte –, flexible Arbeitszeiten und Homeoffice sind im Unternehmen selbstverständlich, alles andere wäre aus Sicht der Vorstandsdirektorin mit den heutigen Möglichkeiten nicht zeitgemäß.
Dass es für dieses Bestreben regelmäßig Auszeichnungen gebe, sei schön und habe hoffentlich auch Signalwirkung für andere Unternehmen: „Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, welche Möglichkeiten man als Unternehmen hat. Da können wir sicher ein Vorbild sein.“

Timeline

  • 1821
    Gründung der Feuer-Versicherungs-Anstalt für Tirol als Privat-Verein durch kaiserliche Genehmigung
  • 1823
    Veröffentlichung der Statuten, die bis heute fast unverändert sind
  • 1899
    100.000 Mitglieder, ca. 160.000 versicherte Gebäude
  • 1919
    Verlust der Mitglieder aus Südtirol und Trentino als Folge der Teilung Tirols
  • 1931
    Umzug in die Wilhelm-Greil-Straße 10, wo bis heute der Hauptsitz zu finden ist
  • 1938
    Enthebung des Direktors Josef Dobin durch die Nazis
  • 1945
    Rückkehr Dobins, Beginn Wiederaufbau der zerbombten Zentrale
  • 1979
    Mehr als 50 Prozent aller Häuser in Tirol sind bei der TIROLER gegen Feuerschäden versichert
  • 1982
    Angebot um Lebens­versicherung erweitert
  • 1998
    Ein neues Logo und die neue Werbelinie sorgen für Aufsehen.
  • 2000
    Walter Schieferer und Franz Mair übernehmen Vorstandsagenden
  • 2006
    Eröffnung einer Landesdirektion für Südtirol in Bozen und Wiederherstellung des ursprünglichen Marktes
  • 2020
    Auszeichnung als Top-Arbeitgeber des Wirtschaftsmagazins Trend, erstmals mehr als 350 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
  • 2021
    Zum 200-Jahr-Jubiläum startet die Initiative FrauTIROLER, die Projekte fördert, die Frauen und Kinder stärken.

Zahlen und Fakten

Die TIROLER VERSICHERUNG beschäftigt rund 365 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, den Großteil davon im Hauptsitz in Innsbruck.

Die Landesdirektion in Bozen betreut Südtirol und Trentino, dazu kommen Kundenbüros und Zulassungsstellen in allen Be­zirken. Insgesamt zählt die TIROLER aktuell rund 120.000 Kundinnen und Kunden.

FrauTIROLER & Kampagne „Feier und Flamme für die Frauen“

Zum 200-Jahr-Jubiläum vergibt die TIROLER Versicherung 200.000 Euro an Projekte, die Frauen und Kinder im Euregio-Raum unterstützen. Alle TIROLER Kundinnen und Kunden ab 18 können bis 7. November bestehende und neue Projekte einreichen.

Pro Projekt werden bis zu 10.000 Euro vergeben. Über eine Online-Abstimmung werden 100.000 Euro verteilt, weitere 100.000 Euro vergibt eine Fachjury. Begleitend dazu läuft gerade die Kampagne „Feier und Flamme für die Frauen“, deren bunte Sujets und Plakate für mehr Bewusstsein und Zivilcourage werben. Mehr Infos dazu unter frautiroler.info.

Zur Person

Isolde Stieg ist seit zehn Jahren Teil der TIROLER VERSICHERUNG. Gestartet hat sie ihre Karriere dort im Bereich Rechnungswesen und Controlling. 2020 ist sie in die erweiterte Geschäftsführung eingetreten, seit September 2021 ist sie Vorstandsdirektorin.

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    Vorstandsdirektorin Isolde Stieg in der Innsbrucker Zentrale der TIROLER VERSICHERUNG.

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    Seit 1931 befindet sich der Hauptsitz der TIROLER in der Wilhelm-Greil-Straße.

  • Buero1939B

    Vorstandsdirektorin Isolde Stieg in der Innsbrucker Zentrale der TIROLER VERSICHERUNG.

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    Ab 2000 übernahmen Franz Mair und Walter Schieferer die Vorstandsagenden

TIROLER Versicherung: Sicherheit für Land und Leute
Vorstandsdirektorin Isolde Stieg in der Innsbrucker Zentrale der TIROLER VERSICHERUNG.

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