Swarovski sieht Industrie vor großen Herausforderungen

Foto: IV-Tirol
Dr. Christoph Swarovski. Präsident, Industriellenvereinigung Tirol.

Swarovski sieht Industrie vor großen Herausforderungen

Dr. Christoph Swarovski. Präsident, Industriellenvereinigung Tirol.

In seiner traditionellen Ansprache zum Neujahrsempfang der Industriellenvereinigung Tirol zog IV-Präsident Dr. Christoph Swarovski eine Bilanz über das herausfordernde Jahr 2022.

Er ging auf die aktuellen Probleme ein und brach eine Lanze für ein Wiedererstarken Europas. Im Klimaschutz fordert der Industriepräsident weniger Aktionismus und mehr Pragmatismus. Mit verbesserter Kinderbetreuung, qualifizierter Zuwanderung und vor allem der Belohnung von Leistung müsse dem Problem der mangelnden Arbeitskräfte begegnet werden. Er warnte davor, dass die Produktion aus Europa abwandert, wenn die Konkurrenzfähigkeit bei den Energiepreisen nicht wieder hergestellt werde. In der Migrationsfrage sei klar zu differenzieren zwischen Wirtschaftsflüchtlingen und Menschen, die vor Krieg und Verfolgung flüchten.

Europa muss konkurrenzfähiger und unabhängiger werden

In der Corona Krise und jetzt im Ukraine Krieg zeige sich, dass Europa gegenüber den USA und China massiv an Wettbewerbsfähigkeit verliere. Dafür verantwortlich seinen einmal die hohen Energiekosten, die nicht nur mit dem Ukraine Krieg zu erklären sind, sondern auch mit der Überregulierung, den Umweltauflagen und den CO²-Abgaben. Die Produktion dürfe nicht weiter aus Europa verdrängt werden. Bei Arzneimitteln etwa gehe es nicht nur um wirtschaftliche Interessen, sondern auch die Gesundheit der Menschen. Gerade in diesem Bereich sei die Abhängigkeit aber besonders hoch. Swarovski: „Ich bin kein Globalisierungsgegner, aber ich bin für klare und faire Spielregeln und für international einheitlich hohe Standards im Sozialbereich, bei Menschenrechten und Umwelt.“

Leistung Voraussetzung für Erfolg und Wohlstand

„Es ist richtig und notwendig, dass jenen Menschen geholfen wird, die sich nicht selbst helfen können“, bekennt sich Präsident Swarovski zu unserem Sozialsystem. Wenn aber immer mehr Menschen lieber Teilzeit arbeiten und an einem beruflichen Aufstieg nicht mehr sonderlich interessiert seien, dann liege es auch am System und nicht nur am Wunsch nach Work-Life-Balance. Präsident Swarovski lobt die Regierung für die Abschaffung der kalten Progression, fordert aber, dass die Lohnnebenkosten weiter gesenkt werden.

Mehr Pragmatismus und weniger Aktionismus

Wenn sich junge Menschen auf Straßen festkleben, dann sei das vor allem Ausdruck der Panik, die in der Klimadiskussion laufend geschürt werde. In der Klimadiskussion brauche es mehr Pragmatismus und weniger Aktionismus und die Erkenntnis, dass wir die Herausforderungen mit und nicht gegen die Wirtschaft lösen müssen. Als Beispiel nannte er die Mobilität, wo einseitig auf E-Autos gesetzt werde. Es sei richtig, Ziele für die Emissionen vorzugeben, aber falsch alternative Technologien auszuschließen. Swarovski: „Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft werden zukunftsfähige Lösungen entwickeln und nicht der politische Zwang von Bürokraten.“ 

Klimaschutz sei zudem ein globales Anliegen und niemanden sei geholfen, wenn Produkte außerhalb Europas wesentlich umweltbelastender produziert würden. 

Regierungsprogramm stimmt optimistisch

Präsident Swarovski lobte in seiner Ansprache das Programm der neuen Tiroler Landesregierung. Industrie komme darin wesentlich öfter vor, als früher. Das zeige, dass auch in Tirol zunehmend die Bedeutung der Industrie für Arbeit und Wohlstand erkannt werde. Swarovski schloss seine Ansprache gewohnt optimistisch: „Egal wie schwierig die Zukunft sein wird, es ist uns immer gelungen, auch große Herausforderungen zu meistern. Die Tiroler Industrie wird auch 2023 ihren Beitrag für eine erfolgreiche Entwicklung des Landes und für den Wohlstand der Menschen leisten.“



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