Tiroler mit aktueller Wohnsituation zufrieden

Das Thema Wohnen und Wohnraum ist in Tirol ein sehr spannendes, aber auch spannungsgeladenes Thema: Gibt es in Tirol Bedarf für freifinanzierte Wohnungen? Erwerben denn nur noch ausländische Investoren Wohnungen in Tirol? Was tun mit den vielen leeren Wohnungen? Stehen Investorenwohnungen wirklich größtenteils leer? Sind es die Bauträger, welche die Grundstückspreise in die Höhe treiben?

Die zentrale Frage der heute frisch präsentierten IMAG-Umfrage lautet: Wie zufrieden ist die Bevölkerung mit der Wohnungssituation in Tirol? „Das Ergebnis zeigt, dass die Tiroler Bevölkerung überwiegend mit der Wohnsituation zufrieden ist, genau genommen 81 Prozent. 11 Prozent sehen dies neutral und nur 8 Prozent sind unzufrieden. Bereits diese Zahlen belegen ein sehr positives Ergebnis im Tiroler Immobilienmarkt", erläutert Philipp Reisinger, Obmann der Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Tiroler Wirtschaftskammer.

IMAD-Umfrage

An der aktuellen IMAD Umfrage wurden 500 Tirolerinnen und Tiroler befragt. „Zudem wurden Hausverwalter stichprobenartig zu den Themen ‚Wohnen‘ und der ,Entwicklung des Immobilienmarktes' interviewt. 33 Prozent haben teilgenommen, sodass wir ein sehr objektives und zukunftsweisendes Bild darstellen konnten“, erklärt Barbara Traweger-Ravanelli, Geschäftsführerin des IMAD – Institut für Marktforschung und Datenanalysen.

Der Berufsgruppensprecher der Bauträger, Michael Kugler, beleuchtet die Studie im Detail und führt aus, dass die Umfragewerte zeigen, dass 24 Prozent der Studienteilnehmer eine Wohnung kaufen wollen. Bei der Frage nach freifinanzierten oder geförderten Objekten haben 31 Prozent angegeben, dass sie ein freifinanziertes Objekt suchen. „Es kann durch diese repräsentative Umfrage belegt werden, dass nur 7 Prozent eine Immobilie als Anlageobjekt suchen“, erläutert Kugler die Umfrage und fügt an: „Die Faktenlage zeigt eindeutig, dass 65 Prozent der Befragten Wohnobjekte zur Eigennutzung erwerben möchten, lediglich ein Drittel als Anlageobjekte. Selbst bei den Anlageobjekten sind 80 Prozent von Privatanlegern.“

Investorenkäufe

„Fakt ist, dass nur 7 Prozent der Tiroler Immobilien von ausländischen Investoren erworben werden. Dies kann auch über Jahre zurückverfolgt und mittels Studie belegt werden“, fügt Reisinger an.

Zur vieldiskutierten Leerstandsproblematik erläutert Kugler, dass hier ein Marktanteil von 7 Prozent besteht - welcher aufgeteilt werden kann in 4 Prozent fluktuationsbedingtem Leerstand und kurzfristigem Mieterwechsel sowie 1 Prozent der teilweisen Zweitwohnsitznutzung zugerechnet werden kann. „Genau diese Fluktuation begründet den funktionierenden Mietmarkt, zumal um diesen zu generieren, mindestens ein Leerstand von 3 Prozent vorliegen muss. Denn ohne Leerstand gibt es keinen Mietmarkt“, erklärt Kugler. Obmann Reisinger ergänzt: „Diese fundierte Studie bestätigt, dass es diese öffentlich thematisierte Leerstandsthematik nicht gibt.“ Hervorzuheben ist, dass nicht die Investoren die Preistreiber sind, da nur 15 Prozent der Käufe mit Umsatzsteuer ausgewiesen sind, „Der Großteil sind Tirolerinnen und Tiroler. Fakt ist, dass private Anleger für den Mietmarkt zwingend erforderlich sind, da sonst zu wenig Mietwohnungen am Markt sind.“

Preisentwicklung

Die aktuelle Studie zeigt, dass rund 40.000 der Tirolerinnen und Tiroler an einen Wohnungswechsel denken. „Hier besteht ein extremer Nachfrageschub, welchen die gewerblichen Bauträger nicht abdecken können“, so Kugler. „Ein Umdenken in den umliegenden Gemeinden ist hier dringend gefordert, damit keine weiteren Baustopps erfolgen.“ Die Problematik liegt hier auf der Hand. „Gemeinnützige Bauträger dürfen zu 90 Prozent nur Mietobjekte bauen. Wenn die gewerblichen Bauträger wegen Baustopps nicht mehr bauen können, entsteht ein extremes Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Umso wichtiger ist eine entsprechende Bodenversiegelung, um für den ökologischen Ausgleich zu sorgen. Künftig wird ein Bauen in die Höhe notwendig werden. Es braucht einfach mehr Wohnungen.“

Politik ist gefordert

Gerade für Jungfamilien ist Eigentum ein wichtiger Punkt, an welchem künftig auch die Politik arbeiten muss. „Nachvollziehbar ist, dass junge Leute und Familien aufgrund wirtschaftlicher und privater Überlegungen eher zur Miete tendieren. Nachhaltig ist jedoch nur Eigentum. Hier braucht es dringend Anreize für Jungfamilien, um Wohnen wieder leistbar zu machen“, stellt Obmann Philipp Reisinger Forderungen an das Land Tirol. „Es braucht eine Erhöhung der Subjektförderung. Auch der Bund ist gefordert, insbesondere junge Leute sollen entlastet werden und hier beim Erstkauf von der Grunderwerbssteuer befreit werden.“

Tiroler mit aktueller Wohnsituation zufrieden
Präsentierten die aktuelle IMAD-Umfrage der Tiroler Immobilien: Philipp Reisinger, Obmann der Tiroler Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder, Barbara Traweger-Ravanelli, Geschäftsleitung IMAD – Institut für Marktforschung und Datenanalysen, und Michael Kugler, Berufsgruppensprecher der Bauträger der Tiroler Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder.

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