MIT E-COMMERCE DURCH DIE PANDEMIE

Das Tiroler Familienunternehmen Giesswein mit Sitz in Brixlegg hat sich auf Produkte aus Wolle spezialisiert und bietet in vier Filialen in Österreich vor allem Hausschuhe, Sneaker und Bekleidung an. Seit 2006 führt der Betrieb auch einen Onlineshop.

Wie hat sich Ihr Geschäft seit dem ersten Lockdown geändert?

MARKUS GIESSWEIN: Eigentlich haben wir drei Standbeine: B2B, unsere Filialen und den E-Commerce-Handel über unsere Website. Während der Lockdowns fielen die ersten beiden komplett weg, sodass wir nur noch eine Einnahmequelle hatten. Und gerade zu Beginn des ersten Lockdowns im vergangenen März war uns noch nicht klar, welche Produkte in der Pandemie von Konsumenten nachgefragt werden. Zwei Wochen später sind unsere Absätze aber explosionsartig gestiegen, wir haben einen richtigen Boom mit unseren Hausschuhen und Wollsneakern erlebt, sodass wir die Ausfälle mit den Onlinebestellungen quasi auffangen konnten. Wir hatten aber auch richtiges Glück, dass gerade Hausschuhe und Sneaker zu den wenigen Warengruppen in der Kleidungsbranche gehören, deren Absatz nicht komplett eingebrochen ist.

Welche Auswirkungen hatte diese Verlagerung hin zu mehr Onlinebestellungen?

Bei der Produktion gab es von Beginn an eigentlich keinerlei Probleme, mit der Logistik und dem Versand hatten wir aber alle Hände voll zu tun. Plötzlich gab es ein nicht geplantes, nie dagewesenes Volumen an Bestellungen, und auch unsere Transporteure waren anfangs komplett überlastet, sodass wir nur ein beschränktes Kontingent an Paketen verschicken durften. Zudem kam es durch die Grenzthematik zu einigen Lieferverzögerungen. Das waren alles Probleme, die wir uns bis dahin nicht vorstellen konnten, und sie zu meistern, war nicht einfach.

Welche Rolle wird der Onlinehandel künftig für Ihr Unternehmen spielen?

Wir haben davor schon eine recht starke Dynamik in diesem Bereich verspürt, durch Corona hat das Ganze aber noch mal einen Riesenschub bekommen. Die Einschränkungen im Zuge der Lockdowns haben sicher dazu geführt, dass Onlineshopping in der breiten Masse der Gesellschaft noch stärker angekommen ist. Für uns ist E-Commerce mittlerweile jedenfalls der dominante Faktor, und ich glaube, das wird er auch bleiben – denn selbst jetzt, nach einem Jahr Pandemie, ist die Wachstumsdynamik immer noch hoch. Aus heutiger Sicht muss ich sagen, dass wir definitiv zu den Krisengewinnern gehören, und das nicht zuletzt aufgrund unserer Onlinestärke.

  • Markus-Giesswein

    Markus Giesswein, CEO Giesswein

MIT E-COMMERCE DURCH DIE PANDEMIE
der Bereich E-Commerce bei Giesswein immer wichtige

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