ONLINE, ABER TROTZDEM REGIONAL

Die in Innsbruck beheimatete Tyrolia GmbH unterhält Filialen an 18 Standorten in ganz Österreich. Neben Büchern werden dort vor allem Papier- und Schreibwaren sowie diverse Geschenk- und Dekoartikel verkauft. Onlinebestellungen sind seit 1999 möglich, auch Click und Collect bietet das Unternehmen an.

Der erste bundesweite Lockdown ist mittlerweile etwas über ein Jahr her. Wie haben Sie damals darauf reagiert?

STEPHAN BAIR: Der erste Lockdown war natürlich auch für uns ein Schock. Dieser hat allerdings nur kurz gedauert, weil wir prompt reagiert haben und mit unserem Onlineshop gut aufgestellt waren. Es hat sich viel auf diesen Bereich verschoben, aber man muss auch sagen: Wenn 18 Geschäfte wochenlang geschlossen bleiben, lassen sich die Umsatzrückgänge mit dem Onlinehandel natürlich nicht vollständig kompensieren. Trotzdem wollen wir nicht jammern, immerhin konnten wir damit trotz geschlossener Filialen Umsatz machen. Der Buchabsatz über den Onlineshop hat sich 2020 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt, von 6 Prozent auf über 13 Prozent.

Welche Folgen hatte diese verstärkte Onlinenachfrage?

Wir mussten natürlich einiges ändern, organisieren, Ressourcen aufstocken oder vielmehr umschichten, um den unglaublichen Run auf unseren Onlineshop abwickeln zu können. Unter anderem mussten wir von einem Tag auf den anderen die gesamte Logistik erweitern, und die immer wieder unterschiedlichen Regelungen bezüglich Abholung in den Geschäften haben das Ganze im Hinblick auf Click und Collect natürlich nicht unbedingt einfacher gemacht. Generell hat sich unser Onlineangebot erweitert, vor allem im Papier- und Schreibwarenbereich, in dem es schwer ist, Produkte in einem gemeinsamen Warenkorb mit Büchern abzubilden. Aber wir haben uns bemüht, zumindest gängige Artikel, die man immer wieder braucht, aufzunehmen, und daran arbeiten wir weiter.

Welchen Stellenwert wird der Onlinebereich künftig für Ihr Unternehmen haben?

Unseren Onlineshop gibt es schon seit 22 Jahren, und er ist sukzessive gewachsen. Über die Jahre haben wir immer wieder mit unseren bescheidenen Mitteln versucht, den Leuten zu vermitteln, dass es kein internationaler Großhändler sein muss, sondern man auch beim regionalen Buchhändler online bestellen kann. Aber erst durch Corona und verschiedene damit einhergehende Kampagnen, die dazu animieren sollten, regional einzukaufen, scheinen das viele Menschen nun richtig realisiert zu haben. Jedenfalls glaube ich, dass der Trend zu (lokalem) Onlineshopping bleiben wird – auch wenn das den persönlichen Kontakt und das Einkaufserlebnis natürlich nicht ersetzen kann und soll.

  • Stephan-Bair-Tyrolia

    Stephan Bair, Vorstand Handel Tyrolia

ONLINE, ABER TROTZDEM REGIONAL
Der Tyrolia Onlineshop

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