Round-Table-Gespräch mit Philipp Lantos

top.tirol: Wie sind Sie in Ihrem Unternehmen bis jetzt durch die Coronapandemie gekommen?

Nach den Lockdowns ist derzeit im Autosegment ein Nachholbedarf spürbar, im Motorradsektor hat sich die Pandemie überhaupt nicht bemerkbar gemacht. Da ist es eher so, dass wir froh sind, wenn wir alle Bestellungen liefern können. Wobei sich Honda Motorrad um fristgerechte Lieferungen sehr bemüht. Auch der Gebrauchtwagensektor läuft sehr gut. Das Segment Elektroautos könnte besser sein. Während der Pandemie wollten viele Leute wegen der Ansteckungsgefahr nicht mehr mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu ihrer Arbeitsstätte fahren und haben in ein Auto investiert. Nach dem Stopp der Investitionsprämie Ende Feber merkt man, dass der „Käufer-Schalter“ mit einem Schlag umgelegt wurde.

Sind wir bereits im Zeitalter der Elektromobilität angekommen oder ist der Weg dorthin noch mit mehreren „Stromausfällen“ gepflastert?

Das Interesse an Elektrofahrzeugen stammt hauptsächlich von Firmenkunden. Ein kleiner Anteil resultiert aus Privatkunden. Für Unternehmer ist natürlich die Vorsteuerabzugsfähigkeit ein Thema, auch der Wegfall des Sachbezugs ist für Firmen ein Vorteil. Ein Privatkunde nützt ein E-Auto meist nur als Zweitfahrzeug. Vom elektrischen Kleinwagen Honda e haben wir uns schon mehr erwartet. Er ist zwar nicht der günstigste Kleinwagen in diesem Segment, schaut aber sehr gut aus, ist als intelligentes High-Tech-Gerät topausgestattet und bereitet viel Fahrspaß.

Wie wird sich Ihrer Meinung nach der Autohandel in den kommenden Jahren entwickeln?

Die Statistiken bestätigen, dass die Verkäufe nicht rückläufig sind. Das bestätigen uns auch die Fahrschulen, die nach wie vor regen Zulauf verzeichnen. Das Bedürfnis nach Individualität und Freiheit auf den eigenen vier Rädern wird auch die Zukunft bestimmen. Das Auto und die selbstbestimmte Mobilität haben bei uns einen sehr hohen Stellenwert, deshalb wird sich nicht viel ändern. Onlinekäufe sehe ich sehr kritisch, weil zu viele Fragezeichen unbeantwortet bleiben. Außerdem stellt ein Autokauf die zweitwichtigste Investition nach dem Wohnungskauf dar.

Was war eigentlich das Traumauto Ihrer Jugend?

Von Jugend an hatte ich immer die Gelegenheit, diverse Autos aus unserem Autohaus zu bewegen. Doch der Jaguar E-Type hat mich immer schon aufgrund seines Designs begeistert.

Zur Person:

Philipp Lantos ist in einer traditionellen Innsbrucker Autofamilie geboren. Sein Großvater Viktor Moriggl war Gründer des heute immer noch gleichnamigen Autohauses. Nach seinem Vater übernahm Philipp mit seinem Bruder Florian die Geschäfte auf der Hallerstraße. Seit letztem Jahr sind die Brüder auch Honda-Motorradhändler.

Round-Table-Gespräch mit Philipp Lantos
Philipp Lantos, Autohaus Moriggl

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