Lehre mal anders – Matthäus Hilber

Foto: Axel Springer, Franz Oss
„Mein Plan A war der Sport, aber ich wollte mir ein zweites Standbein schaffen für den Fall, dass es nicht klappt.“ Matthäus Hilber, ausgebildeter Mechatroniker

Lehre mal anders – Matthäus Hilber

„Mein Plan A war der Sport, aber ich wollte mir ein zweites Standbein schaffen für den Fall, dass es nicht klappt.“ Matthäus Hilber, ausgebildeter Mechatroniker

Es gibt zahlreiche Wege, einen Lehrberuf zu erlernen. Von der Lehre mit Matura bis hin zu Sport und Lehre. Wir stellen Matthäus Hilber vor, der sich in einem zweiten Schritt für eine praktische Ausbildung entschieden hat.

Zweites Standbein

Biathlet Matthäus Hilber strebt eine Karriere als Profisportler an. Er weiß aber auch, dass es nur wenigen gelingt, vom Sport zu leben. Deshalb absolvierte er eine Mechatronikerlehre.

Will man ProfisportlerIn werden, gilt es, viel Zeit und Energie in den Sport zu investieren. Macht man parallel dazu auch noch eine Lehre, dann ist perfektes Zeitmanagement gefragt. Einer, der das weiß, ist Matthäus Hilber. Bereits als junger Bub wollte der heute 21-Jährige Profisportler werden – zuerst im Langlauf, schlussendlich ist es der Biathlon geworden.

Nach Abschluss der Sporthauptschule in Wörgl stand er vor der Entscheidung, wie es weitergehen sollte. „Mein Plan A war der Sport, aber ich wollte mir ein zweites Standbein schaffen für den Fall, dass es nicht klappt. So entschied ich mich, eine Lehre zum Mechatroniker zu machen.“

Unter einem Hut

Neben Organisationstalent ist auch ein verständnisvoller Lehrbetrieb gefragt, um Spitzensport und Ausbildung zu vereinbaren. Mit Innio Jenbacher, die sich mit Hilber das erste Mal am Modell Lehre und Sport versucht haben, hatte der ambitionierte Sportler Glück. „Wir waren offen, da Hilber ein interessanter Kandidat war und wir immer gute Leute brauchen. Sein Ziel ist, Profisportler zu werden. Wenn er das nicht schafft, dann haben wir einen super ausgebildeten Facharbeiter“, erklärt Eugen Hotarek, Ausbildungsleiter bei Innio Jenbacher.

Es wurde ein flexibles Gleitzeitmodell mit einer 27-Stunden-Woche eingeführt. Zu Lehrgängen musste Hilber anwesend sein und konnte sein Zeitkonto aufbauen. Darauf konnte er zurückgreifen, wenn er für Training und Wettkämpfe frei brauchte. Inzwischen ist Hilber mit seiner Ausbildung fertig und in Teilzeit bei Innio angestellt. „Ich kann mir vorstellen, bei einem entsprechenden Bewerber oder einer entsprechenden Bewerberin das Modell noch einmal anzuwenden“, sagt Hotarek.

Entscheidendes Jahr

Dieser Winter sei laut Hilber ausschlaggebend für ihn. „Mein Ziel ist, Kaderathlet zu werden. Sollte es heuer nicht klappen, werde ich mich ganz auf meinen Beruf konzentrieren.“ In beiden Fällen ist der 21-Jährige dank seiner oft fordernden Lehrjahre mit Sport und Ausbildung mit Matura gut vorbereitet.

Lehre und Sport

Lehre und Sport ist eine Initiative der WK Tirol und des Vereins der Tiroler Sportfachverbände tiSport. Sie sieht beispielsweise eine längere Ausbildungsdauer und eine Freistellung der Lehrlinge für Trainings und Wettkämpfe vor. Lehrbetriebe erhalten zusätzliche Unterstützung.

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    „Ich kann mir vorstellen, bei einem entsprechenden Bewerber das Modell noch einmal anzuwenden.“ Eugen Hotarek, Ausbildungsleiter bei Innio Jenbacher



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