Berufung für beide Generationen

Seit bereits 15 Jahren ist Markus Zanier CEO des Osttiroler Bergsportartikel-Herstellers Zanier. Im Interview spricht er über die Übergabe des Familienunternehmens, Herausforderungen und Werte.

Sie haben das Unternehmen 2005 übernommen. Wie war das damals mit der Übergabe?

MARKUS ZANIER: Wie in jedem Familienunternehmen war es ein sehr emotionales und nicht reibungsloses Unterfangen. Wir haben aber einen Weg gefunden, um uns gegenseitig Freiräume zu schaffen. Ich empfehle Familien bei Übergaben Mentoren, die der Generation des Gegenübers entsprechen. Dies kann vieles entschärfen. Wir bei Zanier hatten das Glück, dass unser Unternehmen auch Berufung für beide Generationen war.

Was konnten Sie von Ihrem Vorgänger mitnehmen?

Vor allem die Werte und die gelebte Partnerschaft meines Vaters. Viele seiner Grundsätze gelten bei uns noch heute, auch wenn sich das Geschäftsfeld seit 1969 an sich komplett transformiert hat. Werte wie Partnerschaft, familiäres Mitarbeiterumfeld, Wertschätzung des Gegenübers und Leidenschaft für das Produkt, den Sport und unsere Bergwelt leben wir noch immer.

Worauf muss man als junger Unternehmer achten?

Bodenhaftung, gute Mentoren, Offenheit für neue Ideen und Wege.

Was waren die größten Herausforderungen, die Sie bisher als Unternehmer zu bewältigen hatten?

Abgesehen vom Coronaschock war es für mich die Arbeit am Geschäftsmodell von Zanier. Wir sind immer schlank gewesen, haben aber im Zuge unseres Umzugs nach Innsbruck das Unternehmen in mehrfacher Hinsicht transformiert. Das war persönlich und organisatorisch eine Herausforderung. Ich würde es aber immer wieder genau so machen.

Was ist Ihnen in Ihrer Arbeit am wichtigsten?

Gegenseitige Wertschätzung und hohe Qualität unserer Arbeit sind mir persönlich wichtig. Zu den Werten von Zanier zählen die hohe Innovationsbereitschaft, die Wertschätzung unserer Historie als Familienbetrieb, Nachhaltigkeit – wir sind als erster Handschuhhersteller klimaneutral – und die partnerschaftliche Kooperation mit leidenschaftlichen Sportlern, die zu unserer Expertise in der Produktentwicklung beitragen.

Zur Person

Markus Zanier übernahm als jüngstes von drei Kindern 2005 das Familienunternehmen seines Vaters. Der ausgebildete Investmentbanker zog mit demHandschuhhersteller 2017 von Osttirol nach Innsbruck und versucht seither von der Landeshauptstadt aus, die Vorteile des Familienbetriebs auf dem internationalen Markt auszuspielen.

Berufung für beide Generationen
Markus Zanier CEO des Bergsportartikel-Herstellers Zanier

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