150 Jahre Miller United Optics

Als Friedrich Miller 1871 in Innsbruck sein optisches Geschäft eröffnete, dürfte er wohl nicht damit gerechnet haben, dass er damit den Grundstein für ein Tiroler Traditionsunternehmen gelegt hat.

„Wir dürfen uns um die zwei Sinne Sehen und Hören und somit um Lebensqualität kümmern. Uns und unsere Mitarbeiter*innen aller Generationen eint die Leidenschaft, unseren Kund*innen zu helfen, mit ihrem Seh- und Hörsinn schöne Lebensmomente zu erleben“, erklären die Geschäftsführer Markus und Sohn Ulrich Miller das vielleicht wichtigste Erfolgsgeheimnis ihres Unternehmens. 150 Jahre nach der Firmengründung, ist Miller United Optics mit rund 130 Mitarbeiter*innen der Experte für Sehen und Hören in Tirol und dabei nach wie vor ein 100-prozentiges Familienunternehmen geblieben. Mit zehn Standorten in Innsbruck, Hall, Schwaz, Telfs, Wörgl und Völs erwirtschaftete Miller 2020 einen Jahresumsatz von 13,51 illionen Euro. 

Innovationsfreundlichkeit als Erfolgsfaktor

Wissens- und Know-how-Führerschaft übernehmen zu wollen, ist tief in der Unternehmens- und Familienkultur von Miller United Optics verwurzelt. Anfangs fertigte das Unternehmen Brillengläser selbst und betrieb eine feinmechanische Werkstatt. Im Laufe der Unternehmensgeschichte entwickelte sich der Familienbetrieb immer mehr zum Dienstleister. In den 1950er Jahren begann Markus Miller‘s Vater Dr. Bruno Miller mit dem Aufbau einer Kontaktlinsenabteilung, in der Folge das erste Kontaktlinseninstitut Österreichs. Es folgten Hörgeräte und eine Spezialisierung im Bereich der Brille. 1993 war Markus Miller eine der treibenden Kräfte bei der Entstehung des Optikernetzwerks United Optics. Dieses wurde ursprünglich als Schulungsunternehmen gegründet. Es folgten mit Marketing, Fortbildung, EDV und dem gemeinsamen Einkauf weitere Bereiche, die man im Verbund besser bewältigen kann. „Heute ist United Optics eine etablierte Marke, die die Eigenständigkeit der einzelnen Optikerbetriebe stärkt. Die Kunden profitieren von der Kompetenz ihres regionalen Optikers zum günstigen Preisniveau einer großen Kette“, ist Markus Miller stolz. 

Onlinehandel stärkt stationären Handel

Seit 2007 betreibt Miller United Optics mehrere Onlineshops und hat damit die unausweichliche Entwicklung vom stationären hin zum Onlinehandel aktiv mitgestaltet. „Während der Erstkontakt mit dem Kunden früher über das Schaufenster passiert ist, verlagert sich das heute immer mehr online. Als beratungsintensiver Dienstleister sind wir gefordert, technologische Innovationen zu nutzen. Der Fokus muss dabei darauf liegen, unsere Beratungskompetenz und unser Know-how digital anzubieten und dadurch Kunden in unsere Geschäfte zu bringen“, erklärt Ulrich Miller und hält fest: „Zukunft bedeutet für uns trotzdem immer Handwerk. Für uns ist ganz klar, dass wir unsere Handwerkskompetenz und den damit verbundenen Ausbildungsvorteil nicht aus der Hand geben werden. Die Brillen, die wir verkaufen, werden wir auch immer bei uns im Haus fertigen.“ Das hohe Ausbildungsniveau der Mitarbeiter von Miller United Optics verdeutlicht Markus Miller: „Bei uns arbeiten derzeit 34 Mitarbeiter*innen mit einer Meisterausbildung im Bereich Augenoptik oder Hörakustik. Das ist eine ungewöhnlich hohe Quote im Vergleich zu vielen anderen Mitbewerbern, wo oft mehrere Geschäfte von einem Meister betrieben werden. Das macht einen Qualitätsunterschied.“

Ein Familienunternehmen durch und durch

Den Erfolg von Miller machten niemals einzelne Personen, sondern immer das Team aus. „Familienunternehmen können viel langfristiger planen und sind nicht auf kurzfristige Geschäftserfolge, sondern auf Kontinuität ausgelegt. Wir übernehmen auch lokal und regional Verantwortung als Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb. Besonders die Corona-Zeit hat uns die große Verbundenheit zum Unternehmen gezeigt und wir sind sehr stolz auf unser Team“, reflektiert Ulrich Miller und sein Vater Markus Miller ergänzt: „Der Begriff Familie hat für mich auch noch eine weitere Bedeutung: Wir sehen unsere Mitarbeiter*innen als Familie und legen größten Wert darauf, dass sie langfristig bei uns angestellt sind. Wenn wir heute jemanden als Lehrling aufnehmen, dann ist das für uns eine Partnerschaft, die im besten Fall über Jahrzehnte hält.“

Sicherer Arbeitgeber und Lehrlingsausbildner seit 150 Jahren

Die Mitarbeiter*innen schätzen den Abwechslungsreichtum sehr, der vom Handwerk über die Beratung bis hin zu Gesundheitsdienstleistungen wie den Sehtests und Hörtests geht. „Ein weiterer Faktor ist die Unternehmenskultur und dass Entscheidungen bei uns vor Ort, in Tirol, getroffen werden. Als regionales Familienunternehmen können wir im Vergleich zu großen Konzernen wichtige Entschlüsse schnell fällen und so agil auf Herausforderungen reagieren. Auch unsere lange Geschichte wird von unserem Team geschätzt. 150 Jahre Miller vermittelt Sicherheit“, sind Markus und Ulrich Miller überzeugt. In den letzten zehn Jahren hat Miller United Optics außerdem eine eigene interne Lehrlingsakademie aufgebaut und bekam dafür vom Land Tirol das Gütesiegel „Ausgezeichneter Tiroler Lehrbetrieb“ verliehen. In seiner Unternehmensgeschichte hat der Familienbetrieb bisher rund 500 Lehrlinge ausgebildet. Abschließend hält Markus Miller fest: „Wir hatten das Glück, dass es immer genügend Nachkommen gab, die das Unternehmen weiter führen wollten. Ganz wichtig war dabei, dass alle Generationen die Firma nicht als Besitz, sondern als Institution betrachtet haben, etwas Unantastbares, ähnlich einer Stiftung.“

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    Friedrich Miller startete 1871 in der Innsbrucker Heiliggeiststraße mit einem optisch-mechanischen Institut.

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    Das optisch-mechanische Institut von Friedrich Miller in der Innsbrucker Heiliggeiststraße von Innen.

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    Das heutige Stammhaus in der Meranerstraße um 1910.

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    Das heutige Stammhaus in der Meranerstraße in den 1950er Jahren.

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    Die Geschäftsführenden Gesellschafter Markus und Ulrich Miller (rechts)

150 Jahre Miller United Optics
Das Geschäft in der Innsbrucker Meraner Straße ist das heutige Stammhaus des Unternehmens.

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