Der große eSports- Boom

Die eSports-Industrie gehört zu den schnellstwachsenden der Welt. Die Lindner  Traktorenwerke haben diesen Trend erkannt und stellen seit 2019 ein eigenes eSports-Team.

Im Jahr 2019 erreichten eSports-Turniere und -Events 443 Millionen Zuschauer rund um den Globus.

Einzelne Großveranstaltungen, wie das Mid-Season Invitational 2018, des seit mittlerweile mehr als zehn Jahren äußerst populären Spiels League of Legends von Riot Games wurden in den 17 Tagen, in denen das Turnier live übertragen wurde, von 60 Millionen Onlinezuschauern verfolgt, die zusammengerechnet über zwei Milliarden Stunden vor ihren Bildschirmen verbrachten. Auch das Wachstum der eSports-Industrie lässt viele klassische Sportarten vor Neid erblassen. Ende 2019 setzte die gesamte Industrie weltweit 1,1 Milliarden US-Dollar um, ein Wachstum von 54 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei gleichbleibendem Wachstum werden eSports-Veranstaltungen im Jahr 2022 mehr Wert generieren als die UEFA Championsleague oder die Formel 1.

ATTRAKTIVES ANGEBOT

Bei der digitalen Generation, also den nach 1981 Geborenen, ist eSports besonders beliebt. Ein wichtiger Grund, warum sich immer mehr Unternehmen mit Sponsorings und eigenen Teams in verschiedenen eSports-Disziplinen engagieren. Auch in Österreich werden immer mehr Firmen im eSports aktiv. Eine davon ist das Tiroler Familienunternehmen Lindner aus Kundl. Seit 2019 stellt der Traktorenhersteller ein eigenes Team bei der Farming Simulator League (FSL) des Schweizer Spielherstellers Giants Software. Die FSL basiert auf dem überaus erfolgreichen Landwirtschaftssimulator der Schweizer Spieleschmiede, der sich seit seiner ersten Veröffentlichung im Jahr 2008 millionenmal verkauft hat und zu den beliebtesten Computerspielen im deutschsprachigen Raum zählt. „Das Thema eSports erlebt seit einiger Zeit einen regelrechten Boom – auch im landwirtschaftlichen Bereich. Da kam das Angebot, an der FSL teilzunehmen, gerade recht. Das Spiel ist bei vielen jungen Lindner-Fans äußerst beliebt“, erklärt David Lindner, Juniorchef und Marketingleiter des Tiroler Traditionsunternehmens.

LANDWIRTSCHAFT FÜR JEDERMANN

Das Erfolgsrezept des Landwirtschaftssimulators ist, dass er Landwirtschaft für jedermann erlebbar macht. Das bestätigt auch Marco Reisch, der bei Lindner für das Onlinemarketing zuständig ist und auch als Teammanager des eSports-Teams fungiert: „Man bekommt einen guten Eindruck davon, welche Tätigkeiten in der Landwirtschaft durchgeführt werden müssen. Ich habe selbst keinen landwirtschaftlichen Hintergrund. Das Spiel hat mir dabei geholfen, die Abläufe auf einem Bauernhof besser zu verstehen.“ Der Landwirtschaftssimulator ist aber nicht nur für Hobbybauern interessant, die sich in ihrer Freizeit auf ihrem digitalen Bauernhof entspannen wollen. Auch Fans der Technik von Landmaschinen und Traktoren kommen, laut Reisch, voll auf ihre Kosten: „Die Fahrzeuge und Geräte, wie unsere Lintrac Traktoren, wurden sehr detailgetreu ins Spiel integriert. Für viele, die sich vor allem für die Technik interessieren, ist das sicher ein riesiger Anreiz zu spielen.“

NAHE BEIM KUNDEN

Lindner war schon vor dem Einstieg in die FSL dafür bekannt, sich immer wieder neue und innovative Programme und Formate zur Interaktion mit seinen Kunden einfallen zu lassen. Seit 24 Jahren veranstaltet das Unternehmen den Geotrac Supercup, der unter Fans auch als die „Formel 1 der Traktorfahrer“ bekannt ist. Bei den Rennen müssen die teilnehmenden Fahrer ihr Geschick und ihre Schnelligkeit auf einer ausgeklügelten Rennstrecke beweisen, auf der verschiedene Aufgaben mit dem Geotrac-Modell von Lindner zu bewältigen sind. „Wir haben eine sehr aktive Community von Lindner-Fahrern, die große Freude an den Wettbewerben haben“, weiß David Lindner erfreut zu berichten. Regelmäßig veranstaltet der Traktorenhersteller auch die Lindner-Spritsparmeisterschaft, bei der es darum geht, in einer Einsatzsaison einen möglichst geringen Durchschnittsverbrauch zu erzielen.

INNOVATIVE MARKETINGKANÄLE

Mit dem Einstieg in die FSL schafft es Lindner nun, neue Zielgruppen von potenziellen Kunden und Fans anzusprechen: „Es ist eine gute Möglichkeit, Menschen anzusprechen, die man über die klassischen Marketingkanäle nicht erreichen kann. Eine Zielgruppe, die jünger, global und sehr technologieaffin ist“, führt Reisch aus. „Durch den Eventcharakter der Turniere bleiben einem die Teams und Marken sehr stark im Kopf“, so Reisch weiter. Für ein mittelständisches Familienunternehmen wie Lindner, das sich mit Erfolg auf den internationalen Märkten bewährt, ein großer Vorteil, wie David Lindner hervorhebt: „Vor Ausbruch der Covid-19-Pandemie war die FSL mit ihren Turnieren auf allen großen Spielemessen Europas vertreten. Diese internationale Sichtbarkeit ist für uns sehr interessant: Unsere Exportquote liegt bei mehr als 50 Prozent.“ Die Spiele der FSL werden über die Kanäle des Turnierveranstalters auf Twitch, der größten Streamingplattform für Videospiele, und YouTube übertragen und bieten den teilnehmenden Unternehmen damit eine innovative Bühne, Menschen auf der ganzen Welt zu erreichen und ihre Produkte digital anzupreisen.

Wie läuft ein Spiel in der FSL ab?

Jedes Team besteht aus drei Spielern, von denen einer die Kapitänsschleife trägt. Vor dem Match können die Spieler ihre Fahrzeuge aus einer Reihe von verschiedenen Traktoren auswählen. Jedes Fahrzeug hat seine besonderen Vor- und Nachteile, und die richtige Auswahl ist entscheidend dafür, die gewählte Strategie umsetzen zu können. Das Spielfeld besteht aus zwei gespiegelten, ident großen Weizenfeldern, zwei Scheunen mit zwei Zufahrtswegen, in der gepresste Heuballen abgeliefert werden müssen, um Punkte zu erzielen, und je einem kleinen Dorf mit einem Kornsilo pro Team, in dem gedroschenes Korn abgegeben werden kann, um einen Punktemultiplikator zu erhalten. Nach dem Start der Partie müssen die drei Spieler versuchen, die richtige Kombination aus Mähdreschern und Ballenpressen für ihr Team zu ergattern. Jeder Mannschaft stehen vier Mähdrescher und vier Ballenpressen zur Verfügung. Sobald ein Team eine Landmaschine erreicht hat, ist sie für die Gegner nicht mehr auswählbar. Mähdrescher und Ballenpressen werden im Anschluss dafür genutzt, Korn zu dreschen, einzusammeln und die Schwad, das Heu, das nach dem Dreschen übrig bleibt, zu Ballen zu pressen. Die drei Spieler arbeiten zusammen, um so schnell wie möglich die größte Anzahl an Ballen zu ihrer Scheune zu bringen. Das Team, das innerhalb von 15 Minuten die meisten Punkte erzielt, gewinnt die Partie.

Das Lindner-eSports-Team

Das FSL-Team von Lindner besteht aus vier Spielern und Teammanager Marco Reisch. Um sein Team zusammenzustellen, veranstaltete Lindner zu Beginn des Jahres 2020 ein Casting, bei dem sich jeder begeisterte Landwirtschafts-Simulator-Spieler bewerben konnte. Durch das Casting konnten vier Spieler rekrutiert werden, die seither als Team Lindner bei den Turnieren der FSL antreten.

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    DAVID LINDNER, MARKETINGLEITER LINDNER

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    Die Fans der FSL freuen sich darauf, die Games wieder live mitverfolgen zu können.

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    2020 startete Lindner in seine bereits dritte Saison in der FSL.

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    2020 startete Lindner in seine bereits dritte Saison in der FSL.

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    MARCO REISCH, TEAMMANAGER UND ONLINEMARKETINGSPEZIAL IST BEI LINDNER

Der große eSports- Boom
Das Lindner-eSports-Team beim Turnier auf der Agritechnica-Messe

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