Digitaler Rettungsanker

Im ersten Lockdown hat Aerial-Amazons-Geschäftsführerin Britt Bloem innerhalb weniger Tage ihre Kurse ins Internet verlagert. Was anfangs eine Notlösung war, ist mittlerweile fixer Bestandteil ihres Angebots – und wird das auch bleiben.

Schon zwei Tage, nachdem 2020 alles geschlossen wurde, hat Britt Bloem ihre ersten Onlinekurse gegeben. „Am Anfang habe ich meinen Laptop auf einen kleinen Hocker gestellt, und das war’s. Ich habe mit kleinen Gruppen angefangen und war total überrascht, wie gut das gegangen ist“, erzählt sie. „Die Bereitschaft der Leute war aber natürlich in der Situation viel größer. Wenn wir das vor drei Jahren angeboten hätten, hätten wahrscheinlich nur wenige mitgemacht, aber jetzt hatte niemand eine Wahl.“

ANPASSUNGEN

Inzwischen hat Bloem ihr Set-up um eine bessere Webcam, ein iPad und Airpods ergänzt: Mit dem Laptop zeichnet sie die Klassen auf, mit dem iPad behält sie den Überblick über die Teilnehmerinnen. Die ersten eineinhalb Jahre hat sie nur Live-Onlineklassen gemacht, mittlerweile kombiniert sie alle Unterrichtsformen: Wenn sie einen Kurs im Studio gibt, kann online live mitgemacht werden, die Aufzeichnung steht aber später auch on demand zur Verfügung. Diese Digitalisierung des Angebots führe dazu, dass die Kursinhalte sich etwas verändern, sagt Bloem. „Ich muss sehr viel erklären und im Vorhinein absichern, dass alle das Wissen haben, um die Übungen richtig zu machen. Also ich muss viel mit Reden lösen, wo ich im Studio vielleicht mal hingreifen würde.“ Das sei besonders bei Poledance der Fall, wo das Verletzungsrisiko relativ hoch sei.

NEUE CHANCEN

Onlineunterricht könne den Unterricht vor Ort nicht ersetzen, aber er habe neue Möglichkeiten kreiert – und ohne das digitale Angebot hätte ihr Unternehmen nicht überlebt: „Ich habe durch die Pandemie extrem viele Kunden verloren und die Onlinekurse gebraucht, um über Wasser zu bleiben. Das war meine Rettung“, betont Bloem. Die Nachfrage habe zwar von Monat zu Monat fluktuiert, aber es habe trotzdem funktioniert. Der Hauptgrund dafür: Instagram. „Ohne Instagram geht gar nichts. So bekomme ich fast alle meine Kundinnen“, so die Unternehmerin. In den Onlinekursen seien so auch Kundinnen aus der ganzen Welt, die sie entweder von einem ihrer Workshops oder Instagram kennen und jetzt die Gelegenheit nützen, trotz Distanz mit ihr zu trainieren.

Ihr digitales Angebot will Bloem auch deshalb auf jeden Fall fortführen. „Ich habe mir schon überlegt, den Fokus voll auf online zu legen, aber ich liebe das Studio und meine Mädels, und solange das funktioniert, werde ich das auch weiter so betreiben.“

Das Geschäftsmodell Aerial Amazons

Kundinnnen können einzelne Kurse oder Blöcke für das Aerial-Amazon-Angebot (Poledance, Flexibility, Aerial Arts) kaufen, die online oder im Studio eingelöst werden können. In Zukunft soll es auch ein Abomodell für den Onlinebereich geben.

Zur Person

Die Niederländerin Britt Bloem ist studierte Industrie- und Grafikdesignerin. Vor elf Jahren hat sie ihre Leidenschaft für Poledance entdeckt und diese inzwischen zum Beruf gemacht: Ihr Studio Aerial Amazons hat sie 2018 eröffnet, zusätzlich ist sie international für Workshops und Ausbildungen unterwegs.

  • Britt-Bloem2

    35K – So viele Follower hat Britt Bloem auf Instagram. Die Social-Media-Plattform ist für sie das Marketing-Tool Nummer 1 – und nimmt täglich zwei bis drei Stunden Arbeit in Anspruch.

  • Britt-Bloem

    „Am Anfang habe ich meinen Laptop auf einen kleinen Hocker gestellt, und das war’s.“, Britt Bloem

  • Britt-Bloem3

    Britt Bloem, Inhaberin Aerial Amazons

Digitaler Rettungsanker
„Ohne Instagram geht gar nichts. So bekomme ich fast alle meine Kundinnen.“ Britt Bloem, Inhaberin Aeriel Amazons

Beitrag teilen:

Werbung

Newsletter

Wir informieren Sie kostenlos und wöchentlich über
Tirols Wirtschaftsgeschehen

Bitte JavaScript aktivieren, um das Formular zu senden