Neue Wege einschlagen

Bei der Umrüstung auf erneuerbare Energie- und Wärmeträger spielt die Industriesparte der Tiroler PLETZER Gruppe in der europäischen Königsklasse.  Als stv. Aufsichtsratsvorsitzender begleitet Manfred Pletzer auch die Neuausrichtung beim Landesenergieversorger TIWAG mit.

Die Energiepreise werden in den nächsten Jahren weiterhin auf hohem Niveau bleiben“, steht für Manfred Pletzer fest. „Diese zusätzlichen Belastungen für Haushalte und Betriebe müssen vom Staat kurzfristig abgefedert werden. Zugleich war der finanzielle Druck und damit auch die Chance für eine CO2-freie Neuausrichtung der Energieversorgung aber so hoch wie noch nie.“

Raumwärme elektrisch

Der Ausstieg aus Öl und Gas ist bereits beschlossene Sache: Bis 2035 müssen alle Öl- und Kohleheizungen, bis 2040 alle Gasheizungen durch erneuerbare Heizsysteme ersetzt werden. Bereits ab dem Jahr 2023 dürfen in Neubauten keine Gasheizungen mehr verbaut werden. Derzeit heizen noch etwa 11.000 Haushalte in Österreich mit Kohle, rund 550.000 Haushalte mit Öl und rund eine Million Haushalte mit Gas. „Fast ein Viertel des gesamten Gasverbrauches geht auf die Heizung von Raumwärme zurück – und erhöht so die Abhängigkeit von Russland. Dabei sind die Alternativen vorhanden“, erklärt der Energieexperte. Der zur PLETZER Gruppe gehörende Osttiroler Wärmepumpenhersteller iDM-Energiesysteme verzeichnet derzeit eine Rekordnachfrage und baut den Standort kräftig aus.

Künftig können im Stammwerk in Matrei i. O. über 35.000 Wärmepumpen pro Jahr für den europäischen Markt hergestellt werden. Manfred Pletzer: „Bei der Umrüstung der Heizungsanlagen spielt die Wärmepumpe eine Schlüsselrolle.“ Derzeit arbeitet iDM auch an einem Forschungsprojekt für eine wirtschaftliche Wärmepumpenlösung im mehrgeschossigen Wohnbau. Damit können bis zu 800.000 Gasthermen in Österreich in den nächsten 15 Jahren ersetzt werden.

Ausbau der Wasserkraft

Für die Wirtschaft und Industrie sieht der Unternehmer Potenziale im Bereich Wind, Photovoltaik und Wasserstoff als Zwischenspeicher, „wobei wir in Tirol den Fokus auf die Wasserkraft als relevanteste und effizienteste Energieform legen sollten – eine Technologie die wir heute schon beherrschen und jetzt umsetzen können. Insbesondere Pumpspeicherkraftwerke werden einen wesentlichen Beitrag für die effiziente Speicherung von erneuerbarer Energie aus Wind und Sonne über die Wintermonate leisten. Hier bleibt auch die Wertschöpfung im Land.“ Pletzer fordert mehr Tempo: „Zehn Jahre und mehr für die Abwicklung eines UVP-Verfahrens wie derzeit können wir uns nicht mehr leisten.“

Zur Person:

Manfred Pletzer ist geschäftsführender Gesellschafter der Tiroler Pletzer Gruppe mit Sitz in Hopfgarten im Brixental. Die 1964 von KR Anton Pletzer gegründete Unternehmensgruppe ist heute in den Sparten Industrie, Immobilien und Tourismus im gesamten Alpenraum tätig und beschäftigt mittlerweile über 1.400 Mitarbeiter. Weitere Infos: www.pletzer-gruppe.at

Neue Wege einschlagen
Die Wärmepumpensparte der PLETZER Gruppe verzeichnet derzeit eine Rekordnachfrage. Die Produktion in Osttirol wird kräftig ausgebaut.

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