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Hürden der Unternehmensübergabe

Wer das eigene Unternehmen übergeben möchte, hat ein paar Hürden zu überwinden.

Hürden der Unternehmensübergabe

Wer das eigene Unternehmen übergeben möchte, hat ein paar Hürden zu überwinden.

Gut laufender Betrieb mit festem Kundenstamm und guten Umsatzzahlen sucht NachfolgerIn - erfolglos.

Für viele langjährig bestehende Unternehmen ist die Zeit gekommen, NachfolgerInnen zu suchen. Dabei kommt es immer wieder zu Schwierigkeiten, sowohl bei der Suche als auch bei der Übergabe selbst. Wir haben uns bei zwei Kleinunternehmen, die sich gerade in einem Übergabeprozess befinden und der Steuerberatung augustin+nöbauer+partner, Spezialisten für Unternehmensübergaben umgehört und die drei gängigsten Hürden gefunden.

Hürde 1: Keine NachfolgerInnen in der Familie

Potenzielle NachfolgerInnen aus den Familien haben oft, bis es zu einer Betriebsübergabe kommt, schon eigene Karriere- und Lebenswege eingeschlagen. „Vor wenigen Jahrzehnten war noch klar, der älteste Sohn übernimmt den Betrieb oder die Landwirtschaft“, erklärt Daniel Nöbauer, Geschäftsführer von augustin+nöbauer+partner. Auch die Einstellung gegenüber Arbeitsstruktur und die viel zitierte Work-Life-Balance spielen eine Rolle. Die neuen Generationen habe andere Werte, wollen das Erwerbsleben anders angehen, weiß Nöbauer.

Hürde 2: Unternehmertum ist kein Nine-to-five Job

UnternehmerIn zu sein bedeutet mehr und länger zu arbeiten als jemand in einem Angestelltenverhältnis. Freizeit und Familie müssen hintenangestellt werden. Kombiniert mit hohen Auflagen und Abgaben, verliert das Unternehmertum so besonders für KleinunternehmerInnen seinen Reiz. Dazu kommen noch gestiegene Lohnnebenkosten, Fachkräftemangel und hohe Energie- und Rohstoffpreise. Ob Kunden bereit seien, die daraus resultierenden Preise zu bezahlen, sei ungewiss, wissen die zwei InhaberInnen der Kleinunternehmen, die hier namentlich nicht genannt werden wollen.

Hürde 3: Emotionaler Übergabeprozess

Viele Unternehmen in Tirol sind familiengeführt. Da werden nicht nur Betriebe übergeben, sondern Lebenswerke, erklärt Daniel Nöbauer. Emotionale Themen und Generationsunterschiede machen aus der Übergabe eine komplexe Angelegenheit. Deswegen braucht es genug Vorlaufzeit und ein Übergabekonzept. „Für nicht-familiengeführte Betriebe sollte man zumindest ein bis maximal zwei Jahre Übergabezeit einrechnen“, schlägt Daniel Nöbauer vor und ergänzt, dass jede Übergabe auch ein Ende brauche.

Nachfolgesuche und Betriebsübergaben sind komplexe Prozesse. Kreative Lösungsvorschläge, klare Regeln, genaue Kalkulation, ausreichend Zeit und guter Willen auf beiden Seiten erhöhen die Chance für eine gelungene Übergabe. 

08. März 2023 | Autor: top.tirol Redaktion | Foto: Shutterstock

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